@ werjo
Außerdem war mein Aussage nie, dass alles Friede Freude Eierkuchen ist. Mich stört es nur, wenn Aussagen auf falschen Vermutungen beruhen. [b]Und das Geldsystem funktioniert per se.[/b] Es ist kein Systme was von sich aus eine Geldverteilung hin zu den Reichen bewerkstelligt. [b]Der Fehler liegt darin, dass dieses System ausgenutzt werden kann um wenige zu bereichern.[/b] Was zB im Falle der Bankenkrise auch vom Staat insbesondere USA unterstütz wurde. Wenn sowas in die Hose geht, dann entsteht halt ne Kettenreaktion und der STeuerzahler muss den mist ausbaden um die ganze Sache nicht komplett eskalieren zu lassen.
Da frag ich mich, mein lieber werjo, wo die Grenze liegt zwischen "normalem" mir nützlichem [b]Be[/b]nutzen System und dem [b]Aus[/b]nutzen des Systems.
Ein "Ausnutzen" gibt es nicht, Ausnutzen ist ein moralischer Begriff und daher ist es völlig irrelevant ob man nun der Meinung ist dass die Grenzen zwischen System (be)nutzen und System ausnutzen in moralischem Sinne überschritten wurde.
Das heutige Geldsystem trägt diese Möglichkeiten eben in sich und zwar nicht am Rande sondern im Kern, jedenfalls ist es somit das System per se das nicht dauerhaft funktioniert.
Aber ich stimme Dir zu, dass Geldschöpfung durch Kreditvergabe grundsätzlich funktionieren kann, aber würde man in so einem System für Stabilität sorgen sähe die Realität natürlich ganz anders aus, es hätte mit dem alten System nicht mehr viel zu tun.
Was man dadurch nicht lösen kann ist, dass der Gradient der Geldverteilung zunimmt. Das ist aber ein Problem, wo ich persönlich keine wirkliche Lösung für finden könnte, ich kann mir auch nicht vorstellen, dass es so eine gibt. Wenn jemand einen Vorschlag dazu bringen könnte, gut. Könnte man mal drüber reden. Aber das machst du zB auch nicht. Und bevor man zu Konsequenzen wie Kriegen kommt, sollte man erst mal von vorne beginnen. Dazu gehört zB der Zusammenhang, dass aus einem Geldsystem resultiert, dass die Armut wächst und die Reichen immer reicher werden. Das ist kein Phänomen des Geldsystems, dass ist ein Phänomen des Kapitalissmus. Und der hat in erster Linie nix mit dem Geldsystem zu tun sondern mit der Einstellung der Menschheit an sich. Auch wenn noch mit Gütern gehandelt würde, wäre das so.
Völlig richtig. Nur vollzieht sich die Umverteilung heute natürlich sehr stark über das Geldsystem, weshalb die Idee das "Problem" auch über das Geldsystem zu lösen oder einzugrenzen ja sehr nachvollziehbar ist.
Und damit kommen wir zu Erutans Vorschlägen.
Grundsätzlich ist das sicher irgendwie machbar, ich glaub darüber haben wir ja hier schon geredet.
@ werjo
Die Hortung unterm Kopfkissen bringt dann aber zumindest keine Zinsen mehr, weshalb sich da niemals so exorbitante Summen anhäufen können wie das heute der Fall ist.
Das Inflationsproblem würde nur entstehen wenn man dieses Steuer-System von heute auf morgen einführt ohne Währungsreform. Das wäre natürlich Quatsch, wenn schon dann würde man quasi von vorne anfangen.
Ich werf mal ne andere Option in die Runde:
http://www.youtube.com/watch?v=CdhNwx1YW3w
Übezeugt hat mich der Sound! ;D ;D ;D
Deswegen frage ich mich, wie ne Währungsreform dazu aussehen würde. Die Idee Geldhortung zu verhindern ist sinnvoll sogar nötig. Auch um das Geldsystem wie es jetzt ist stabil zu machen. Anlagen bei ner Bank gehören da aber nicht dazu. Was ich da mit Geldhorung eigentlich meine ist, dass Geld aus dem Wirtschaftskreislauf abgezogen wird um es in irgendwelchen Scheinkreisläufen zu vermehren. Das ist dann Geld was im Prinzip wertlos ist aber durch geschicktes Ausnutzen des Geldsystems (Ich versteh da halt die negative Bewertung von benutzen) trotzdem irgendwie seinen Wert behält.
Die Währungsreform müsste also prinzipiell dafür sorgen, dass dieses Geld vernichtet wird. Wenn es einfach nur hoch verteuert würde, würde es wieder in die Wirtschaft gelangen und da seh ich die Gefahr der Inflation. Geld was unterm Kopfkissen gehprtet wird ist aus dem Grund gefährlich, weil es nicht sichtbar ist. Wenn dann auf einmal große Summen wieder der Wirtschaft zugeführt werden hat man das selbe Problem wie im ersten Satz.
Das nächste Problem was ich sehe. Wenn man jetzt Einkommenssteuern senkt und Kapitalsteuern erhöht. Und nehmen wir an die beiden Probleme von oben wären gelöst, würde das zu der Situation führen, dass Geld viel schneller ausgegeben wird. Und das hat den selben Effekt wie die Erhöhung der Geldmenge.
Ich sehe jetzt spontan halt keine Lösung der Probleme. Ich weiß auch nicht ob ich mit den Problemen vollkommen richtig liege. Cool wärs wenn mal jemand nen Text verlinken könnte wo sowas vlt schon etwas ausführlicher durchdacht wurde. Videos sind da net so geeignet find ich.
Und das hat den selben Effekt wie die Erhöhung der Geldmenge.
Nein.
Bei einer Erhöhung der Geldmenge im Wirtschaftskreislauf, das letztendlich dazu gedacht ist, den (zu leer gewordenen) Topf wenigstens kurzfristig wieder zu füllen, verschiebt sich dauerhaft die Relation von Geld und seinem sachlichen Gegenwert.
Wenn jedoch nur das Geld, das auf Hortungskonten gesammtelt wird, mit dem Zweck es gegen Zinsen zu verleihen, ausgegeben wird, erhöht sich nicht die Geldmenge. Lediglich der Topf, den ich immer als Wirtschaftskreislauf bezeichne wird mit einem Schlag wieder voller, was zu einer kurzzeitigen Verschiebung der preise führen kann, die sich jedoch (da die Geldmenge stabil bliebe) nicht von Dauer wäre.
Gleichzeitig würden die (momentan) nötigen Kreditaufnahmen entfallen, die normalerweise dazu da sind, Lücken im Wirtschaftskreislauf zu stopfen. Das gleiche Geld würde zwar trotzdem in den Wirtschaftskreislauf gelangen - jedoch nicht als Darlehen und damit auch nicht zinsbelastet.
Somit würde es im Wirtschaftskreislauf verbleiben und dort rotieren. Die Folgen wären ein stabiles System ohne Deflation und Inflation.
Von was redest du gerad, von Geld wir wir es jetzt haben oder von einem Tauschmittel, was auch das Wert ist was drauf steht? Bei unserm Geldsystem fürht eine erhöhte Umlaufgeschwindigkeit bei konsanter Geldmenge und konstantem Handelsvolumen zu einer Entwertung des Geldes. Solange ein Tauschmittel genutzt wird, was selber quasi keinen Wert besitzt gilt immer die Gleichung:
Preisniveau * Handelsvolumen = Geldmenge * Geldumlaufgeschwindigkeit.
Bei unserm Geldsystem fürht eine erhöhte Umlaufgeschwindigkeit bei konsanter Geldmenge und konstantem Handelsvolumen zu einer Entwertung des Geldes.
Deshalb sagte ich ja, daß möglicherweise es zu einer kurzfristigen Verschiebung führen würde.
Wir reden jetzt von Beispiel 2, ja?
Dann wäre das eine einmalige Aktion bei der das gehortete Geld in Umlauf begracht würde. Je nachdem was man sich davon kaufen würde, würde der Gegenwert früher oder später verfallen. Eine Ausnahme würden Immobilien unter gewissen Voraussetzungen bilden. Da müßte man nachbessern. Das hatte ich aber schon vor längerer Zeit mal mit Arkas besprochen. Natürlich muß man bei der Umsetzung von Methode 2 gleichzeitig dasfür sorgen, daß keine Flucht in Immobilien stattfindet. Das wäre auch bei Methode 1 notwendig. Schließlich wollen wir nicht das dritte Regime (dem ersten gehörte Land und Leute durch Geburtsrecht, dem zweiten gehörte die Politik durch Geldmacht, das dritte hätte den Rest der Menschen in der Hand durch immobiles Eigentumsrecht).
Bei anderen Waren würde unverzüglich ein Wertverfall stattfinden. Nach dieser ersten Welle, die die Preisstabilität vorübergehend ins Wanken bringen würde, wäre der Geldumlauf auch nicht schneller oder langsamer als bisher. Der Unterschied bestünde lediglich darin, daß man aus dem Haben schöpfen könnte und sich das Gemeinschaftskonto nicht permanent im Soll befände.
Man muß sich auch imn Klaren darüber sein, daß es wahrscheinlich nur sehr wenige Personen bzw. Unternehmen beträfe, die nun plötzlich aktiv würden.
Anlagen bei ner Bank gehören da aber nicht dazu
Käme drauf an. Jeder muß natürlich eine Möglichekit haben, sich aus eigener Kraft durch Sparen größere Anschaffungen zu ermöglichen, obwohl das in beiden Systemen andererseits auch nicht mehr zwingend notwendig wäre.
(Dazu kann ich später kommen).
Sparanlagen sind also okay. Andererseits macht Kleinvieh auch Mist und wenn die zahl der sparenden Zinsnehmer groß genug ist, bemerkt man sie auch - wenn auch nicht so vernichtend wie Großverleiher.