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[Geschlossen] Neues Thema: DDR

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(@yossarian)
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Beigetreten: Vor 22 Jahren

Ich bin in Westberlin großgeworden, mit Verwandtschaft in Ostberlin.

Ich bin allerdings zu jung um lang und breit über Ost/West zu berichten und kann nur einzelne Aspekte ansprechen.

Was ich schon damals sehr befremdlich fand, war die Tatsache, dass eine Bekannte aus Ostberlin mehrmals zu ihrem Arbeitgeber (irgendeine Behörde) zum Rapport musste, um sich zu rechtfertigen, warum sie denn so oft Westbesuch bekam (wir sind vllt. alle paar Monate mal rübergekommen).
Das ist schon ein starkes Stück.
Da wurden bestimmt auch lang und breit Akten geführt. Ich müsste mal nachfragen, ob sie die nach der Wende eingesehen hat.


Beiträge: 726
Registered
(@goblin)
Prominent Member
Beigetreten: Vor 19 Jahren

Ich bin "Westdeutscher" und habe und hatte nie Familie im Osten. Da ich in den 70ern in die Schule kam (Kalter Krieg/Eiserne Vorhang) hat sich das bei mir und den älteren Jahrgängen mit dem Feindbild Osten (genauso wie die bei den Russen) nie ganz aus dem Hinterkopf entfernen lassen. Da seht ihr mal wie erfolgreich die kapitalistische Gehirnwäsche war 🙂 .
Ich benutze die begriffe wie Wessi und Ossi heute noch, aber nur weil ich mundfaul bin und allgemein Abkürzungen bevorzuge und bei Ossi und Wessi weiß halt jeder gleich was oder wer gemeint ist. Ich habe nichts gegen Ostdeutsche das mal gleich vorne weg.
Bei dem Thema DDR und BRD hatte ich damals zur Schulzeit immer ein "mulmiges" Gefühl, das ich im Falle eines Ost-/Westkonfliktes auf Deutsche schießen müßte, nur weil sie auf der anderen Seite der Mauer leben. Nur den Honecker Fand ich geil, über den habe ich mich stundenlang weggeworfen mit seinem "Vorwärts immer, rückwärts nimmer". Der war die absolute Lachnummer....und dann is er nach Chile getürmt. War schon nen toller Hecht der Erich 🙂  .

gruß

Goblin


Beiträge: 1422
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(@andreas)
Noble Member
Beigetreten: Vor 24 Jahren

Guten Abend Leute ... 😉

Schon mal recht interessant Eure Antworten.

Nur eine kleine Bitte an:

Zauberwaldfee; Hast ja nen sympatischen Dialekt ... nimm doch aber diesen blöden Witz ( bin absoluter Klischeedenkengegner! ) samt dieses itaker und türkengesülzes weg. 😉 Passt irgendwie nicht zum Rest Deines, sonst ganz netten, Beitrages ( ist nur ne Bitte die icke an Dich richte! ). 😉

Das blaue Halstuch .... jupp!!! Waren wir nicht Stolz Jungpioniere zu sein? Dann Thälmannpioniere ( die mit dem roten Halstuch) ... mit dem FDJ-ler werden setzten dann aber schon die ersten Zweifel ein, oder? ;D Pionier-oder FDJ Nachmittage ....wer hatte da nicht plötzlich was besseres vor? Wer wollte schon "Wandzeitungsredakteur" werden, wenn er nicht gerade deeeer Streber in der Klasse war? "Agiprop" (Agitation und Propaganda!!) .... da waren immer nur die Streber am "Finger heben".  ;D

Nur mal kurz zu meiner Anfrage (oben) ... bei Youtoube habe ich soviele Dinge über meine alte Heimat gefunden die ich längst vergessen habe. Merkwürdige Dinge, aber auch Dinge die so ein wenig Nostalgie in mir erwecken. Ich meine, eine glückliche Jugend, die ich erleben durfte, schmeißt man nicht so einfach über Bord. Da können sich die Politiker unseres Staates den Mund sauer sabbeln. Klar gab es die Stasi. Nur, die waren zwar nach dem Mossad der zweitbeste Geheimdienst, unsere heutigen Überwacher sind denen keinesfalls mehr im Rückstand. Wenn man zu DDR-Zeiten meinte die leuchten einen sogar den Arsch aus ... heutzutage erzeugen die, rektal, nen "Starlight" im Zwölffingerdarm bei Dir.

@ Fabs

Ob die Mädels im Osten nun, wie oftmals behauptet, besser sind/ waren ...... ich weiss es nicht. Ich kann das nicht beurteilen, ich habe nur Frauen aus dem "Osten" kennengelernt. Bis heute. Ist nicht das ich mich spezialisiert hätte, mir ist nur noch keine Frau aus dem ehemaligen Westen begegnet. Ich kann nur sagen das unsere Mädels immer total locker drauf waren. Nun leben wirheute aber in einer anderen Zeit. "Früher" hatte man evtl. andere Ansichten vom evtl. zukünftigen Partner. Sieh mal, die einzige Drogen die es bei uns gab waren Musik und Alkohol. Wir kannten keine PC`s und im Fersehr war eh, noch nicht, soviel los. Was haben wir gemacht? Wir gingen in Jugendclubs, hatten schnell ne "Käthe" ( damaliger Begriff für "Braut" ) und haben uns gegenseitig "erforscht". Das hat dann die Zeit in Anspruch genommen die wir übrig hatten wenn wir nicht Fussball gespielt , oder in der Clique um den Tischtennistisch gesessen haben, auf dem das entscheidende Teil, der Recorder stand ( aus dem dem die letzten Chards von "Schlager der Woche" dudelten). Gab es mal Stress mit anderen Kumpels wurde das einfach, in zehn Minuten, mit den beiden "Kugeln" am Ende der Arme geklärt. Messer, Schlagstöcke, Waffen aller Art gab es nicht. Positive Seite am heranwachsen in der DDR ... ja es gab viele für Kinder, Jugendlich und Erwachsene. Kinder und Jugendliche konnten nicht hinter das System blicken. Die Welt war normal und sicher. Erwachsene wußten das es scheiße ist morgens aufzustehen und zur Arbeit zu gehen. Sie wußten aber nicht wie ausweglos es ist wenn man keine Arbeit bekommt. Sie wußten nicht wie Problematisch es ist wenn man Miete, Strom, GEZ und die diversesten Versicherungen nicht mehr zahlen kann weil eifach kein Geld mehr da ist. Mit einer Kapitalorientierten Gesellschaft hatten die Menschen niemals Erfahrungen machen müssen. Banken, wir kannten zwar die "Sparkasse" .... Konten brauchten wir nicht. Unsere Löhne wurden uns Bar ausgezahlt. Steuern??? Der Lacher! Mieten ... für unsere erste Wohnung haben wir 94,50 Mark bezahlt ( eine ehemalige "Beamtenwohnung" von 90-ig qm ) warm(!!). Mangel an Konsumgütern, die gab es. Unfreundliche Verkäuferinnen in den Kaufhallen des Konsums und der HO ( Handelsorganisation ) waren die Tagesordnung .... Kunde war nicht König, Kunde war Kunde. Oft mußte man sogar nach den Einkaufswagen anstehen. Hatte man die und packte man sich drei Stücken Butter ein wurde eines ( von der schlecht gelaunten Kassiererin ) an der Kasse wieder rausgenommen .... einiges wurde rationiert ... wir haben aber nicht schlecht gelebt. Kein Bürger der DDR ist verhungert und oder erfrohren weil die U-Bahn Stationen, des Nächtens, die Pforten geschlossen hat. Lehrstellen? Denke das jeder Jugendliche eine bekommen hat. Bei uns herrschte Mangel an Arbeitkräften. Kreditverschuldungen? Der einzige Kredit war nen Ehekredit von ( lasst mich mal kurz Schätzen ..) 7- oder 8000 Mark. Bequem rückzahlbar, ohne Inkasso oder drohender Mahnung ( privatinsolvenz kannte kein Ossi vor der Wende! ). Man hat sein Geld verdient und eingeteilt, war es alle, war es alle. Dispo, Kreditkarte und Schufa kannte keine Sau. Man hat gelebt. Überall die gleichen Preise. Alles etwas primitiver. Man hat aber gelebt.

@ ksk

Die DDR war das allerletzte. Möchte nict sehen was für Akten, heutzutage über Dich existieren. Ein System an den, über sich, vorhandenen Akten festmachen? Da sitzt Du, wenn ich mir unseren Schäuble angucke, betreffs Deiner Aussage über die DDR, in nem gepflegten Glashaus.
Mein Vater sagte mir, als ich noch nen kleiner Kacker war,: "Melde Dich niemals mit Namen wenn Du nen Anruf bekommst". Das hat damals evtl. geholfen. Heute weiss jeder, der Dich anruft, wen er anruft. Du meinst das die DDR das allerletzte sei weil man wußte wann und wo Dein Vater sein Bier trank? Schäubi kennt bald die Konsitenz Deines täglichen Stuhlgangs bevor Du zur Toilette gegangen bist. 😉
Im ernst: romantisch verklärte Aspekte ... Ja, da stimme ich Dir zu! Die DDR hat, wie alle Dinge im Leben, zwei Seiten. Einerseits die tollen Militärparaden, die uns Jungen begeistert haben, andererseits die schlechtgelaunte Verkäuferin. Ist wie Löwenthal und Schnitzler in einer Sendung ... beide Lügen (für die jeweilig andere Seite!), aber steckt doch in jeder Lüge ein Funken Wahrheit.

@ Yossarian

Ja, es mußte Rechenschaft über "Westverwandschaft" abgelegt werden. War halt nen "kalter" Krieg. Uns wurde aber Doktreniert das jeder "Westverwante"  die Aufgabe hatte soundsoviel Information über uns und unser Leben, über unser Arbeit und Arbeitsstelle zu erfahren.

Ne kleine Geschichte über die Moralisten unserer Zeit: Unsere Stabü- Lehrerin ( Stabü= Staatsbürgerkunde ) war sowas von Antiwestlich ... wir Schüler hatten mal ihre "Federtasche" durchforstet  .... die hatte nur Teile von "Pelikano" und sonstwelchem westlichen Fortschritt in ihrem Täschle. Wasser predigen und Wein saufen.  😮

@ Goblin

Ich hätte auf "Westler" geschossen um meine Heimat, die DDR, zu verteidigen.
Tut mir leid, ich dachte damals so. Im Westen gab es für mich keine Deutschen, es gab den Feind meiner Heimat ( ich war niemals ein 100%-iger!! ). Zudem mal ein kleiner DDR-Witz von mir:
"Die NVA war nur dazu da einen feindlichen Gegner aufzuhalten bis eine richtige Armee kommt!"
In Wirklichkeit wußten unsre Landser: " Greife den Westen am Wochenende an, da sind die Salonsoldaten eh zuhause " ... 😉 Und, ich verbitte mir Deine Witze über unseren Erich. 😉 Witze über Erich stehen nur uns zu, mein alter Wessikumpel. ;D

Dank und Grüße,
Andreas


Beiträge: 1422
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Themenstarter
(@andreas)
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Beigetreten: Vor 24 Jahren

Kleiner Anhang zum Thema:

http://www.youtube.com/watch?v=nackQiSUdZ4&feature=related

Dieses Lied haben wir in-und auswendig gelernt. Unsere Musiklehrerin hatte nen Klavier vor dem wir standen. Irgendwie hatte Frau Bauersfeld aber auch nen tierisches Verständnis für die nicht so gelungenden Stimmen der Jungens.  Genauso wenn wir russische Volksheldenlieder, in der Landessprache, dudeln sollten. Die Frau hatte irgendwie immer Verständnis.

Danke Frau Bauersfeld!  😉

Liebe Grüße,
Andreas


Beiträge: 677
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(@yossarian)
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Beigetreten: Vor 22 Jahren

Ich bekam auch mal so eine CD vorgespielt, das Lied war glaub ich auch drauf.

Ihr armen, armen Kinder damals 😉

Habt ihr auch dieses seltendümmliche "Die Partei, die Partei, die hat immer Recht ...." gesungen? Da fliegt einem schlicht und einfach das Gehirn raus ;D


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