Was die Kirche, Ihre Symboliken und Rituale angeht, habe ich sehr viel recherchiert.
Erst wenn man versucht alle Puzzlestücke zusammenzufügen,
erkennt man mehr als nur einen ästetischen Ball
Ich weiß, dass es seltsam ist, auf 10 Jahre alte Beiträge zu antworten, aber da sie nun mal noch dastehen und der Thread wiederbelebt wurde:
Die Kirche hat niemals behauptet, die Erde sei eine Scheibe. Das einstige Dogma war lediglich das ptolemäische Weltbild, nach dem nicht die Sonne, sondern die Erde im Mittelpunkt unseres Systems steht - aber selbstverständlich war die Erde auch in diesem Weltbild eine Kugel, so wie das schon in der Antike bekannt war.
Richtig....oder zumindest halbrichtig.
Richtig ist, daß die Kirche sehr wohl wußte, daß die Erde keine Scheibe ist. Richtig ist aber auch, daß es eine zeitlang im Volksglauben so war und die Kirche daran erstens nicht ganz unschuldig war und zweitens nicht viel dagegen unternommen hat.
Allerdings ist die terrazentrische Sicht der Kirche nicht viel weniger naiv und nicht weniger rückschrittlicher als die Scheibentheorie.
Von Wissen konnte man damals noch gar nicht reden, denn bewiesen war noch gar nichts. Unter den Gelehrten gab es diverse Theorien, aber Gelehrtenwissen war nicht Volkswissen. In einer Zeit wo Bücher nur von Hand geschrieben wurden und schweine teuer waren und es auch kein TV, Radio oder sonstige Medien gab, konnte nicht so einfach jeder seine Theorien verbreiten und geläufig machen. Die zentralen Örter der Menschen war die Gemeinschaft in der Kirche. Man sollte etwas zurück haltender mit Anschuldigungen und Verschwörungstheorien sein.
Von Wissen konnte man damals noch gar nicht reden
Naja, ich würde sagen: Man konnte nicht mehr davon reden.
Wir wissen mittlerweile, daß es vormittelalterliche Völker gab, die sehr fortgeschritten in der Astronomie waren und wir wissen, daß die Zusammenhänge zwischen dem Erdumlauf und dem Kalender schon Hipparch im antiken griechenland bekannt war woraufhin er en ersten (uns heute bekannten) stimmigen Kalender erschuf, der mit unserem, heute benutzten gregorianischen fast deckungsgleich war.
Man kann zwar einen groben Kalender nur durch Beobachtung von Sonnenauf- und -untergang sowie dem Lauf der Jahreszeiten erstellen, aber nicht auf einen Vierteltag genau.
So gesehen war das Wissen des Mittelalters etwas, das noch aus der Antike zurückgeblieben war, das man zunehmend nicht mehr verstand und teilweise bewußt ausrottete um die Realität an das religiöse Weltbild anzupassen.