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(@zuerg)
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tach azara (mal wieder)

Dein Posting ist nicht ganz eindeutig: Braucht man nun für die Proton-Proton-Reaktion Neutronen oder nicht? Im ersteren Fall wär das jetzt nämlich für mich was neues.

Ausserdem muss ich mich da jetzt einwenig korrigieren, nämlich bei der Stelle, wo ich schrieb, 50 Millionen Grad wäre auch die Temperatur in Wasserstoffbomben. Ich hab jetzt nochmal in den Büchern nachgeschaut und auch etwas gegoogelt, aber ich find da nix präzieses. Nur eine Beschreibung des Vergleichs zwischen den Bedingungen auf der Sonne und der künstlichen Kernfusion auf der Erde (im wesentlichen eben der lange Text von da oben). Jedenfalls hab ich scheinbar fälschlicherweise auf die 50-Millionen-Grad-Bombe geschlossen, er meinte nur, für die Kernfusions unter Erdbedingungen bräuchte man 50 Millionen Grad. Da er von der Deutrium-Tritium-Lösung erst später sprach, denke ich mal, er meinte damit: 50 Millionen Grad für eine Proton-Proton-Reaktion. Und wenn die Deutrium-Tritium-Reaktion weniger Energie braucht, ist es ja auch kein Problem.

Ich weiß, das klingt jetzt ein wenig nach ner Ausweichlösung. Wenn du zufällig die Temperatur einer H-Bombe weisst, sags mir bitte, nach diesen nicht ganz eindeutigen Formulierungen würde mich das jetzt wirklich interressieren.

Deine beiden anderen Fragen (Ausgangsenergie und warum es nicht gleich explodiert ist) kann ich hingegen recht leicht beantworten. Bei der Sternentstehung zieht sich die Gasmasse durch die Gravitation erst einmal immer weiter und weiter zusammen, währenddessen steigt der Druck im Inneren immer weiter an. Gleichzeitig steigt die Temperatur im Kern auch immer weiter (Dass bei Druckerhöhung auch die Temperatur steigt, sieht man ja u.a. in jedem Automotor). Zunächst sieht es so aus, als gäbe es nichts, was die Kontraktion und den Schwerkraftkollaps aufhalten könnte, bis die Temperatur im Inneren einige Millonen Grad erreicht. Nun können erste Protonen zu Helium fusionieren und Energie erzeugen. Diese thermonukleare Energie stellt sich der Gravitation entgegen. Noch ist diese Energie zu klein, um die Gravitation aufzuhalten, sodass der Stern weiter zusammenfällt. Je weiter er allerdings kontrahiert, desto höher werden Druck und Temperatur und es können mehr Protonen fusionieren, sodass sich immer mehr Energie der Gravitation in den Weg stellt. Bei einem Stern mit der Masse unserer Sonne sind die beiden konkurrierenden Kräfte schließlich bei 15 Millionen Grad gleich hoch und es entsteht ein stabiles Gleichgewicht. Solange genug Wasserstoff im Kern vorhanden ist, wird sich an diesem Gleichgewiht nichts wesentliches ändern. Wenn er allerdings zur Neige geht (nach Milliarden von Jahren), wird die Gravitation wieder die Oberhand gewinnen und sich weiter zusammenziehen, wodurch Druck und Temperatur weiter steigen. Irgendwann stellt sich dem dann die Helium-Sauerstoff-Fusion in den Weg, was die Gravitation nochmal eine Weile aufhält, aber letztendlich wird die Gravitation gewinnen. Am Ende des Lebens können nur noch quantenmechanische Effekte den völligen Gravitationskollaps verhindern (Weißer Zwerg, Neutronenstern), oder, bei grossen Sternen, auch nicht (Schwarzes loch).

Kurz gesagt: Eine Startenergie oder eine "Zündung" war gar nicht nötig, da es sich ja auch gar nicht um eine Kettenreaktion im eigentlichen Sinn handelt. Stattdessen werden durch die Gravitation Druck und Temperatur ganz von selbst so hoch, dass einzelne Kerne fusionieren können.

Und warum das ganze nicht gleich hochgegangen ist. Nunja, wie schon geschrieben, reicht die Energie, die durch die bei 15 Millionen Grad vereinzelten fusionierenden Kerne entsteht, schon aus, um die Kontraktion zu stoppen. Daher entstand gar nicht erst genug Druck respektive Temperatur, um eine "echte" 50-Millionen-Grad-Explosionsfusion zu starten.

Also, ich hoffe, dass ich die beiden letzten Fragen klären konnte. Das, was ich bezüglich der Bombentemperatur gesagt hab, meinte ich wirklich so: Solltest du eindeutige Daten finden, welche Temperatur für eine Deutrium-Tritium-Reaktion nötig ist - es würde mich wirklich interresieren.

MfG zuerg


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(@azara)
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Hallo zuerg!
Man spricht von Proton-Proton-Reaktion, wenn kein Neutronenüberschuß vorhanden ist. Zu den Angaben der Temperaturen hast Du Recht, da man die Nukleartemperatur weder bei Atom noch bei der Wasserstoffbombe messen kann, geht man von allgemeinen Annahmen aus. Dabei nimmt man an, generell für alle Kernwaffen, daß sie innerhalb von 5x10-6 Sek. detonieren bzw. fusionieren und ca. 50 Mill. °C und einen Überdruck von 1 Mill. Atmosphären erzeugen. Bei dem angeblichen „Fusionsprozeß“ der Sonne werden Temperaturangaben höher 10hoch7 °C gemacht (man legt sich nicht mal auf ca. Angaben fest, außer der Konvektionswärme von 15 Mill. °C, wohlgemerkt ohne Berücksichtigung der angenommenen Gravitation, die in der Lage ist die Fusion zu halten, allein bei dem Gedanke daran muß man schon verblöden ). Wie Du schon richtig erwähnt hast, stoßen sich gleichartige Ladungen ab und es erfordert größere Energie diesen Prozeß erstmal in Gang zu setzen und ihn dann aufrechtzuerhalten, sprich: es müssen wesentlich höhere Temperaturen herrschen (wobei man den nächsten Dummheitsaspekt der Massengravitation an dieser Stelle mitberücksichtigen muß, wenn man an das Gravitationsgespinst eines Gases glaubt). Zu Deinem nächsten Punkt: bei der Sternenentstehung ziehen sich die Massen nicht an, sondern werden aus den sogenannten Nebeln gebildet. Die Zusammenziehung der Massen erfolgt allenfalls bei der Wirkung der sogenannten „Schwarzen Löcher“. Ohne das bereits vorhandene starke Anziehungszentrum, kann sich auch nichts zusammenziehen. Anders herum gesagt: ohne ein „Schwarzes Loch“ im Zentrum der Sonne kann ein Gasballon dieses Ausmaßes keine Gravitationswirkung erfahren. Es schwirrt allenfalls durch den Raum, so wie viele Nebeln im Universum, aber es gibt überhaupt keinen logischen Grund, warum ein Nebel ausgerechnet an irgendeinem Punkt und zu ihm hin eine Gravitation aufbauen sollte.


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