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Unser neuer Aussenminister

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(@sequencer23-2)
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es wird präsentiert:
?unser? neuer verteidigungsminister.

dazu kurz folgende chronologie:

De Maizière ist der Name einer hugenottischen Familie, die im 17. Jahrhundert aus Frankreich kommend im Kurfürstentum Brandenburg sesshaft wurde. Der Familienname stammt von Maizières-lès-Metz in Lothringen.

De Maizière ist der Familienname folgender Personen:

Ernst de Maizières (* um 1841; † unbekannt), deutscher Jurist und Landgerichtspräsident in Neuruppin und einer der Verfasser des Bürgerlichen Gesetzbuches

Walter de Maizière (* 1880; † unbekannt), Rechtsanwalt
Clement de Maizière (*unbekannt; † im 1. Weltkrieg), Polizeipräsident von Hannover

Clement de Maizière (* 1910; † 1980), deutscher Jurist, Mitglied der Ost-CDU, Synodaler der Berlin-Brandenburgischen Kirche, Stasi-Mitarbeiter

Lothar de Maizière (* 1940), deutscher Politiker (CDU), letzter Ministerpräsident der DDR

Ulrich de Maizière (* 1912; † 2006), ehemaliger Generalinspekteur der Bundeswehr

Andreas de Maizière, (* 1950) ehemaliges Vorstandsmitglied der Commerzbank

Thomas de Maizière (* 1954), deutscher Politiker (CDU), seit 2009 Bundesminister des Innern und designierter Bundesminister der Verteidigung

...herzlichen glückwunsch.


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@Arkas

Intro (dann setzt ich mich auch mal schick in Szene mit einem Fremdwort um meinen Bildungsstand zu symbolisieren):
Scheinbar habe ich mich nicht differnziert genug geäußert, und daraus auch resultierend und vielleicht auch daher der Mißverstand deiner Seits, jedoch sieht man sehr deutlich das bei deinen Ausführungen du komplett weg bist von der Kritik an KenFM, auf die ich mich Bezog. Insofern erachte ich weiterhin es für Voll und in Ganzem gültig, was KenFM zu sagen hat. Und bin der Überzeugung, dass du in keinster Weise stichhaltig darlegen konntest warum er mit seiner Beurteilung falsch liegt.

Nun zu deinem TEXT aus Post #218

Du muss schon genau lesen. Die führenden Kritiker Guttenbergs sind: 1. Politiker, welche eben allesamt so dermaßen verkommen sind, dass eine gefakte Doktor-Arbeit da nicht ins Gewicht fällt, Guttenberg wird damit kein bischen schlechter im Vergleich zu allen anderen

Das man medial nur die Wahr nimmt, die am lautesten schreien, was für gewöhnlich Politiker sind, sollte nicht zwangsläufig dazu führen, dass es nur diese sind die sich über Guttenberg negativ äußerten. Es ist schon erstaunlich wie du hier das Bild aufbaust, das nur die Politiker und die bösen Wissenschaftler sich über diese Affäre aufgeregt hätten.
Und nochmal komm endlich von dem Standpunkt weg es zu verharmlosen, weil andere aus dem selben Umfeld noch mehr Dreck am Stecken haben. Zugegenben es ist ihnen vielleicht nicht nachweisbar, jedoch ist auch diese Tat des Guttenberg nichts was so egalisierbar ist, indem man es mit den Vergehen anderen aufrechnet. Diese Bilanz trägt einfach nicht!

2. Akademiker, welche als führende Schicht in diesem Land genauso an dessen Niedergang mitschuldig sind wie die Politiker

Das sich ein nicht unerheblicher Teil vor den Karren einer Politik spannen lässt die sie nicht teilen sollte dir genauso bewußt sein, schließlich sind die meisten Wissenschaftler von staatlichen Geldern abhängig. Da erscheint es doch, wenn man mal kurz auf die Klimadiskussion bezug nimmt nur allzu logisch, dass wer sein Brot in der Branche erarbeitet gefällige Leistungen erbringt, weil er davon abhängig ist, das er auch weiterhin Fördermittel bekommt.

3. Ein Großteil der Presse, ausser natürlich BILD, die hatte in diesem Schauspiel eine andere Rolle

Die Systempresse hat zu Anfang gleichsam gar nicht auf Guttenberg draufgehauen, dies war erst die Folge des Umgangs von Guttenberg mit dem Plagiatsvorwurf und dierauf folgende Resonanz. Die Kritik an der Person stüzt sich ja neben den Tatsache das er Betrogen hat vor allem auch auf den aus meiner Sicht indiskutablen Umgang mit dem Vorwurf!

Dass es in der "Gesellschaft" Menschen gibt, die darüber verärgert sind, dass Guttenberg beinahe davon gekommen wäre weil sie das zu Recht für nicht richtig halten ist durchaus verständlich. Diese Menschen sind natürlich nicht selbst moralisch verkommen, sie urteilen im Kern schon richtig, aber sie sind naiv, weil sie dieses Spiel mitspielen und sie sind dumm weil sie nicht erkennen, dass diese Verfehlung einfach sehr geringfügig ist im Vergleich zu dem was die Politiker insgesamt so zu verantworten haben.

Darauf kann ich wenig mehr erwiedern, als ich darüber schon dargelegt habe. Du drehst hier nochmal ne Extrarunde, die keinen Mehrgehalt hat.

Die Argumentation Recht müsse für alle gelten ist völlig unsinnig im Zusammenhang mit dem Rücktritt. Sie ist sogar gefährlich, weil damit so getan wird, als sei der Rücktritt die wichtigste oder überhaupt eine "rechtlich" nötige Konsequenz, während die wichtigste und einzig juristisch greifbare Konsequenz die vorgesehene Strafe wäre.
Wenn jemand gegen das Gesetz verstößt dann muss er dementsprechend die vom Gesetz dafür vorgesehenen Konsequenzen tragen. Wenn es ein Politiker ist, dann "sollte" ausserdem zurücktreten, schon im Interesse seiner Partei. Aber darüber entscheidet er oder sein Vorgesetzter immer noch selbst. Spätestens entscheidet darüber das Volk bei der nächsten Wahl und wenn das Volk der Meinung ist, die Verfehlung war schlimm genug, dann wird der Politiker und seine Partei dafür kräftig abgestraft. Dem entgehen sie natürlich meistens durch Rücktritt, erstens weil der Druck natürlich belastend ist und zweitens um der eigenen Partei nicht zu schaden, aber das ist keine rechtliche Konsequenz sondern eine politische und die wird sich immer daran orientieren, was das Volk denkt und die Mehrheit ging wohl immer mehr Richtung Rücktritt.

Nana leg mir keine Worte in den Mund die ich nicht geschreiben hab! Ich sprach nicht von Rücktritt. Den Rücktritt hat er sich selbst eingebrockt mit der Haltung zu seinem Vergehen und seiner uneinsichtigen Art ohne Reue! Ich sprach im Zusammenhang von Recht/Strafe/Konsequenz im Kontext bezogen auf die Arbeit an sich, die halt ein Plagiat ist. Was daraus erwächst ist vor Gericht zu klären, ebenso die urheberrechtlichen Gesichtspunkte der Arbeit. Das wir darauf vertrauen können, dass er nahezu ungerupft durch die deutsche Justizlandschaft geschleust wird sollte jedem klar sein, der aufgepasst hat, wie Richter berufen werden.

Das ändert aber nichts daran, dass die ganze Angelegenheit in unserer aktuellen Situation völlig unwichtig ist.
Wie schon gesagt, 20.000 Akademiker protestieren gegen Guttenberg und nur 189 gegen die Ausweitung des Euro-Rettungsschirms. Das eine Thema beherrscht wochenlang die Presse, vom anderen hast Du noch nie was gehört.

Dieses Land ist keine 5 Jahre mehr vom finanziellen Zusammenbruch entfernt, was den vollständigen Verlust aller Sparguthaben, Lebensversicherungen und Renten"ansprüche" zur Folge haben wird. Wenn die Menschen Glück haben, dann werden sie einfach nur wieder bettelarm, wenn sie Pech haben dann verrecken sie aufgrund von Versorgungsengpässen oder Bürgerkrieg.

Aber wenn ein Minister sich einen Dr.-Titel ergaunert der heutzutage eh nichts mehr wert ist dann sind das Fehlentwicklungen denen man entgegentreten muss. Alles klar.


Mir ist nur allzu bewußt das es auch wichtigere Themen gibt auf der Agenda, über die selbstverständlich sich die Gesellschaft viel eher aufregen sollte beziehungsweise darüber aufgeklärt werden müsste, was überhaupt schief geht in diesem Land und auf der Welt. Allerdings hat das eine mit dem anderen nur wenig zu tun, da die öffentlich/medialen Berichterstattung zum Fall Guttenberg diese Themen nicht verdrängt, weil eben diese eigentlich wichtigeren Themen überhaupt nicht in der deutschen Medienlandschaft dokumentiert werden! Insofern kannst du dich nicht hierher stellen und meinen, dass die Story um den Verteidigungsminster den Fokus ablenkt von eben diesen Problemen, den sie werden überhaupt nicht als solche in der Presse und im Fernsehen zur sprache gebracht. Insofern verpufft dein Vorwurf hier. Und zu guter letzt kannst du und ich nicht jemanden vorschreiben, mit welchen Themen er/sie sich zu befassen hat, weil da eh jeder anders gestrickt ist hinsichtlich seines sozialen Backgrounds/und seiner geistigen Aufnahmefähigkeit. Im übrigen könnte man genausogut sagen, warum beschäftigen sich die Menschen mit so einem Blödsinn wie Fussballergebnisen/Wechselgerüchten von Spielern, wenn es doch viel wichtiger wäre sich mit eben der Affäre um zu Guttenberg zu beschäftigen. Viele interessiert es halt schlichtweg nicht. Aber vielleicht ist genau diese Affäre der Einstieg für eine Masse den Herrschenden auf Finger zu schauen. Den ein "eloquenter und charismatischer Saubermann" nun so zu Fall kommt, sollte doch erst recht aufrütteln hinsichtlich der Tatsache, was erst bei dem Rest der Bande los ist!

In dieser perfekten Welt gibt es erstens keine anderen Probleme, jedenfalls keine existenzgefährendenden. - Nicht der Fall, siehe oben.
In dieser perfekten Welt beweist ein Dr.-Titel, dass jemand eine wissenschaftliche Leistung erbracht hat, die es zu würdigen gilt. Auch das ist nicht der Fall, weil eine solche Arbeit heute eh nur das Zusammenschreiben von Dingen ist, die schonmal gesagt wurden. Gerade in der Rechtswissenschaft die sich in der real existierenden BRD zu 70% mit völlig überflüssigem Kram beschäftigt ist eine solche Arbeit eben keine intelektuelle Leistung sondern eine reine Fleißarbeit. Guttenberg hat sich keine geistige Anstrengung erspart sondern einzig und allein Zeit. Auch das ist nicht in Ordnung, weil anderen sich auch die Zeit nehmen, aber ein Dr.-Titel hat in meinen Augen heute nicht mehr den Wert, den er früher vielleicht mal hatte.

Wäre Guttenberg also der Super-Politiker, dann würde auch aus wissenschaftlicher Sicht darüber hinwegsehen, aber wenn er ein genauso schlechter Politiker ist wie alle anderen, dann ist es einfach nur unwichtig.


Wie auch immer, ich gestehe dir zu das es vergleichsweise unwichtig ist, jedoch nichts desto trotz sage ich, dass wenn wir überhaupt dahin kommen wollen, eine geordnete und sprichwörtlich perfekte Welt um uns zu schaffen (und das liegt nunmal in unser aller Hand), müssen wir allem den Widerstand ansagen, was eben nicht diesem Ideal entspricht. Sollten wir die Ideale aufgeben die Werte und Normen die unsere Gesellschaft wenigstens noch ein Stück weit trägt, ist sie zurecht dem Untergang geweiht. Und da muss einfach auf solch unverschämte Personen wie zu Guttenberg draufgeklopft werden! Das damit sich nicht von Heut auf Morgen die Welt in Friede, Freude, Eierkuchen auflößt ist doch nur allzuverständlich bei der Gesamtlage unserer Nation.

Outro:
Und da mir gerade aufgefallen ist, wie gutmenschenlich der Text zum Schluss hin wurde, will ich an dieser Stelle noch einmal deutlich zum Ausdruck bringen, dass ich alle Gutmenschen da draußen verachte aufgrund ihres geheuchelten und substanzlosen Positividenkens. Die Welt ist schlecht, nur wir können etwas daran ändern, aber nicht indem wir uns darin ergehen jeden Tag zu erzählen das alles gut ist oder gut werden würde, bloss weil wir es uns so erbeten.


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Natürlich bin ich mit meinen Ausführungen weg von KenFM weil ich versuche den Blick auf die Hintergründe und die wichtigen Aspekte zu lenken.

Das man medial nur die Wahr nimmt, die am lautesten schreien, was für gewöhnlich Politiker sind, sollte nicht zwangsläufig dazu führen, dass es nur diese sind die sich über Guttenberg negativ äußerten. Es ist schon erstaunlich wie du hier das Bild aufbaust, das nur die Politiker und die bösen Wissenschaftler sich über diese Affäre aufgeregt hätten.
Und nochmal komm endlich von dem Standpunkt weg es zu verharmlosen, weil andere aus dem selben Umfeld noch mehr Dreck am Stecken haben. Zugegenben es ist ihnen vielleicht nicht nachweisbar, jedoch ist auch diese Tat des Guttenberg nichts was so egalisierbar ist, indem man es mit den Vergehen anderen aufrechnet. Diese Bilanz trägt einfach nicht!

Irgendjemand muss die Diskussion halt anstossen und das können nur "wichtige" Leute machen, nicht das Volk.
Um das näher zu erklären:
[b]Es hätte auch komplett anders ablaufen können:[/b] Wenn es in der Elite Einigkeit gegeben hätte, dass Guttenberg um jeden Preis zu halten ist, dann hätten sich sehr viele Leute erst gar nicht geäußert oder eben extrem zurückhaltend. Die Bild hätte eben gerade [i]keine[/i] Pro-Guttenberg-Kampange gefahren, sondern sie hätte das Thema komplett tot geschwiegen, die anderen Medien hätten das auch machen können.
Diese massive Vertuschungsmaschinerie die ansonsten 24/7 läuft, damit die Leute nicht verstehen was in diesem Land passiert wurde hier aber sehr planmässig ausgesetzt, damit eben eine Auseinandersetzung in Gang kommt. Natürlich muss Guttenberg sich erstmal recht unbeholfen verteidigen und die Merkel & Co. müssen ihn erstmal stützen, es soll ja eben eine Auseinandersetzung sein, nicht ein schnell weg und fertig.

Die Systempresse hat zu Anfang gleichsam gar nicht auf Guttenberg draufgehauen, dies war erst die Folge des Umgangs von Guttenberg mit dem Plagiatsvorwurf und dierauf folgende Resonanz. Die Kritik an der Person stüzt sich ja neben den Tatsache das er Betrogen hat vor allem auch auf den aus meiner Sicht indiskutablen Umgang mit dem Vorwurf!

Logisch! Weil das Ziel der ganzen Aktion nicht war, Guttenberg "schnell und heimlich" verschwinden zu lassen und auch nicht ihn um jeden Preis zu halten. Es musste sich langsam hochschaukeln.

Im Übrigen bleibe ich dabei: Das Plagiat ist absolut nichts im Vergleich zu anderen Problemen und Vergehen. Das heißt nicht, dass harmlosere Vergehen unbestraft bleiben sollen, aber es muss die Frage erlaubt sein, warum dieses Thema so aufgebauscht wurde (nur deshalb sind auch die "kleinen" Akademiker drauf eingestiegen!) während andere Dinge totgeschwiegen werden. Die Ursache dafür zu erforschen ist für das Gesamtverständnis unseres Systems viel wichtiger als ob der jetzt zurück tritt oder nicht.

Das sich ein nicht unerheblicher Teil vor den Karren einer Politik spannen lässt die sie nicht teilen sollte dir genauso bewußt sein, schließlich sind die meisten Wissenschaftler von staatlichen Geldern abhängig. Da erscheint es doch, wenn man mal kurz auf die Klimadiskussion bezug nimmt nur allzu logisch, dass wer sein Brot in der Branche erarbeitet gefällige Leistungen erbringt, weil er davon abhängig ist, das er auch weiterhin Fördermittel bekommt.

Bei vielen kleinen lasse ich das noch durchgehen, die wollen ja auch von irgendwas leben, aber es gibt halt auch eine Akademiker-Elite und diese Leute haben eben schon die Wahl. Es gibt Professoren die klagen gegen Euro, EU-Verfassung und Transferunion, die treten in offenen Protest gegen die ganze politische Elite und verlieren ihren Job natürlich trotzdem nicht. Dennoch schließen sich Ihnen nur ganz wenige der Akademiker-Elite an und in den mittleren Akademiker-Schichten sind es entsprechend auch wenige. Das liegt bei denen oben daran, dass sie zum System gehören und bei den unteren liegt es daran, dass sie einfach komplett verblödet sind und keine Ahnung haben wie die Welt eigentlich funktioniert.

Nana leg mir keine Worte in den Mund die ich nicht geschreiben hab! Ich sprach nicht von Rücktritt. Den Rücktritt hat er sich selbst eingebrockt mit der Haltung zu seinem Vergehen und seiner uneinsichtigen Art ohne Reue! Ich sprach im Zusammenhang von Recht/Strafe/Konsequenz im Kontext bezogen auf die Arbeit an sich, die halt ein Plagiat ist. Was daraus erwächst ist vor Gericht zu klären, ebenso die urheberrechtlichen Gesichtspunkte der Arbeit. Das wir darauf vertrauen können, dass er nahezu ungerupft durch die deutsche Justizlandschaft geschleust wird sollte jedem klar sein, der aufgepasst hat, wie Richter berufen werden.

Das bezog sich auf KenFM. Dieser Dummschwätzer sagt wortwörtlich Kanzlerin Merkel hätte das Recht gebeugt weil sie sich vor Guttenberg gestellt und ihn verteidigt hat. Die ganze Argumentation von KenFM läuft immer wieder darauf hinaus, dass Guttenberg sich angeblich über das Recht gestellt hätte und seine Unterstützer auch. Das ist einfach Blödsinn. Erstens ist der Rücktritt oder eine Entlassung durch Merkel keine rechtliche Konsequenz und schon gar nicht zwingend weshalb der Begriff Rechtsbeugung einfach Quatsch ist.
[Rechtsbeugung begeht im Moment in diesem Land das Bundesverfassungsgericht - keinen interessierts, aber das nur am Rande.]
Zweitens kann man nicht einfach sagen jemand würde sich über das Recht stellen nur weil er sich verteidigt. Jeder dämliche Klein-Kriminelle sagt erstmal "ich wars nicht", das nimmt auch niemand ernst. Wenn ein Minister sich so äußert als würde das Recht nicht für ihn gelten, dann ist das allerdings äußerst problematisch, aber das hat Guttenberg nie gemacht, er hat eben nur gesagt "stimmt nicht" ansonsten sei er aber an Auflärung interessiert, sogar strafrechtlich, er wolle das unterstützen usw..

Natürlich kommt ein Politiker meistens ungeschoren davon, aber das wäre ja der eigentliche Skandal, darauf sollte man sich stürzen, nicht auf den Rücktritt, das ist mein erster Kritikpunkt an KenFM.

Mir ist nur allzu bewußt das es auch wichtigere Themen gibt auf der Agenda, über die selbstverständlich sich die Gesellschaft viel eher aufregen sollte beziehungsweise darüber aufgeklärt werden müsste, was überhaupt schief geht in diesem Land und auf der Welt. Allerdings hat das eine mit dem anderen nur wenig zu tun, da die öffentlich/medialen Berichterstattung zum Fall Guttenberg diese Themen nicht verdrängt, weil eben diese eigentlich wichtigeren Themen überhaupt nicht in der deutschen Medienlandschaft dokumentiert werden! Insofern kannst du dich nicht hierher stellen und meinen, dass die Story um den Verteidigungsminster den Fokus ablenkt von eben diesen Problemen, den sie werden überhaupt nicht als solche in der Presse und im Fernsehen zur sprache gebracht. Insofern verpufft dein Vorwurf hier. Und zu guter letzt kannst du und ich nicht jemanden vorschreiben, mit welchen Themen er/sie sich zu befassen hat, weil da eh jeder anders gestrickt ist hinsichtlich seines sozialen Backgrounds/und seiner geistigen Aufnahmefähigkeit. Im übrigen könnte man genausogut sagen, warum beschäftigen sich die Menschen mit so einem Blödsinn wie Fussballergebnisen/Wechselgerüchten von Spielern, wenn es doch viel wichtiger wäre sich mit eben der Affäre um zu Guttenberg zu beschäftigen. Viele interessiert es halt schlichtweg nicht.

Korrekt, da stimme ich Dir voll und ganz zu. Allerdings hat es wohl weniger was mit Interesse zu tun als mit der Tatsache, dass man an die wichtigen Informationen nicht so leicht rankommt und sie schwer zu verstehen sind.

Aber vielleicht ist genau diese Affäre der Einstieg für eine Masse den Herrschenden auf Finger zu schauen. Den ein "eloquenter und charismatischer Saubermann" nun so zu Fall kommt, sollte doch erst recht aufrütteln hinsichtlich der Tatsache, was erst bei dem Rest der Bande los ist!

Ganz klares Nein, das wird nicht passieren, aus verschiedenen Gründen.
1. Guttenberg war/ist so extrem beliebt dass von vorneherein klar war, dass es viele geben würde die ihn weiter unterstützen.
2. Die Art seines Fehlers ist nicht dazu geeignet einen "Einblick" in die Verkommenheit der politischen Klasse zu gewähren.

Die Masse der Menschen hat noch nie eine Doktorarbeit gesehen und hat auch keinen Bezug zu wissenschaftlichem Arbeiten.
Folglich war von Anfang an klar, dass sehr viele Menschen es gar nicht erst ernst nehmen würden. Ob es nur kleinere Zitiertfehler waren oder das Kopieren längerer Passagen spielt für viele Menschen keine Rolle, nicht weil Sie Gutti so toll finden, sondern weil sie nicht verstehen warum das innerhalb der Wissenschaft problematisch und damit sehr wichtig sein kann.

Sehr viele Menschen nehmen also seinen Fehler schon gar nicht ernst.
(Ich nehme das aus teilweise anderen Gründen nicht ernst, ich rede an dieser Stelle von der Masse der Menschen.)

Dann sehen sie noch, dass er in den Medien vor allem von Politikern angegriffen wird.
Die Opposition greift ihn an, weil er ein Hoffnungsträger des Gegners ist - verständlich und durschaubar.
Aus den eigenen Reihen wird er aus dem selben Grund angegriffen. Als beim Volk beliebter Politiker hat er auch in der eigenen Partei immer mehr Macht und kann sich und seine Leute nach oben bringen. Denn das untere Parteivolk findet ihn auch toll und stützt ihn und wenn die oberen Parteigrößen nicht mitziehen kann er damit drohen zu gehen und damit gehen seine Fans auch für die Partei verloren, was wieder zu weniger Ämtern führt usw.. Er hatte also einerseits Potential seine Partei zu stärken, aber andererseits hätte er dann alle verdrängt die ihm nicht folgen, vor allem natürlich den Merkel-Clan und die ganzen "farblosen" CDU-Pappnasen.
Abgesehen davon, haben viele Menschen den Eindruck, dass alle Politiker ohnehin viel mehr Dreck am Stecken haben und zudem ihre Arbeit schlecht machen, während bei Guttenberg viele sagen er macht gute Arbeit. Das hat natürlich nichts mit Hintergrundwissen zu tun, aber das spielt keine Rolle, die Menschen denken nunmal so, das ist offensichtlich.

Die zweite medial wahrnehmbare Gruppe an Kritikern waren die Akademiker. Die sind im Volk eh schon nicht ganz so gut angesehen.

Wir haben also ein Vergehen, das viele Leute nicht ernst nehmen und führende Kritiker die beim Volk eher unbeliebt sind.
Bei nahezu jedem, der Guttenberg toll fand entsteht also sofort der Eindruck er sei aus einem völlig unwichtigen Grund fertig gemacht wurden weil er beliebt war und weil die Guten eben fertig gemacht werden.

Das ist perfekt für Ihn, weil er sich jetzt als Märtyrer inszenieren und sein Comeback vorbereiten kann.

Die ganze Show geht heute in die nächste Runde, Guttenberg spendet sein letztes Gehalt und Übergangsgelder den Hinterbliebenen gefallener Soldaten. Das sind rund 30.000 Euro. Der Mann ist so reich, dass er natürlich problemlos 500.000 hätte spenden können, aber das wäre grotesk und man würde ihm vorwerfen, sich seine Beliebtheit "zurück" kaufen zu wollen. Hätte er es gar nicht gemacht, dann hätte es unter Garantie in der Presse, zumindest in den eher linken Medien, ein paar gehässige Artikel darüber gegeben, wieviel Geld der ohnehin schon stinkreiche Baron jetzt noch quasi dafür kassiert, dass er ein Plagiat abgeliefert hat. In den entsprechenden Redaktionen spucken sie heute Gift und Galle, dass er ihnen das unmöglich macht. Gehässige Artikel kommen natürlich trotzdem noch, aber die "ziehen" einfach nicht.

Sehr viele Menschen erinnern sich noch sehr gut an die exorbitanten Summen die Manager irgendwelcher Großunternehmen oder Banken als Abfindung kassiert haben, nachdem sie den Laden in den Sand gesetzt haben und der Steuerzahlen blechen durfte oder tausende arbeitslos wurden.

Letzten Endes nützt ihm die ganze Affäre also mehr als sie ihm schadet und es wird die Leute nicht "aufrütteln", weil es eben kein Hinweis auf die wirklich wichtigen Fehler der Politiker war.

Wie auch immer, ich gestehe dir zu das es vergleichsweise unwichtig ist, jedoch nichts desto trotz sage ich, dass wenn wir überhaupt dahin kommen wollen, eine geordnete und sprichwörtlich perfekte Welt um uns zu schaffen (und das liegt nunmal in unser aller Hand), müssen wir allem den Widerstand ansagen, was eben nicht diesem Ideal entspricht. Sollten wir die Ideale aufgeben die Werte und Normen die unsere Gesellschaft wenigstens noch ein Stück weit trägt, ist sie zurecht dem Untergang geweiht. Und da muss einfach auf solch unverschämte Personen wie zu Guttenberg draufgeklopft werden! Das damit sich nicht von Heut auf Morgen die Welt in Friede, Freude, Eierkuchen auflößt ist doch nur allzuverständlich bei der Gesamtlage unserer Nation.

Das ist mein zweiter Kritikpunkt an der Darstellung von KenFM und an denen die sich, wie Du eben auch, darüber freuen, dass "endlich mal" einer überführt wurde.

Dem liegen zwei Irrtümer zu Grunde:

1. Die Vorstellung man könnte Schritt für Schritt etwas verbessern. Das hat es in der Geschichte der Politik noch nie gegeben, seit tausenden von Jahren endet die Herrschaft unfähiger oder unterdrückerischer Herrscher immer relativ abrupt mit Revolution oder Krieg usw..

2. Die Vorstellung Guttenberg sei durch Protest von unten oder sagen wir mal aus der Mitte der Gesellschaft zu Fall gebracht worden.
Das ist falsch. Ironischerweise glauben das eher gebildete Menschen, während das "einfache Volk" mit seiner Auffassung, er sei von der Oberschicht gekillt wurden, näher an der Wahrheit ist.

Ich will nicht behaupten, dass die ganze Angelegenheit von vorne bis hinten inszeniert war. Aber es ist ganz sicher nicht so, dass hier ehrliche und anständige Menschen über unehrliche Politiker gesiegt haben. Man hat sie siegen lassen.

Dass es auch anders geht zeigen unzählige andere Skandale, in denen Politiker deutlich glimpflicher davon gekommen sind, bei teilweise schlimmeren Fehlern. Es ist eben nicht Zufall, dass es diesmal anders kam und es ist deshalb auch nicht positiv zu bewerten, sondern man muss sich fragen, warum ist es diesmal so gelaufen?

Um die Frage nach dem Warum zu beantworten muss man die Folgen sehen:

Guttenberg ist für viele immer noch der "Held" und er hat den unglaublich großen Vorteil, dass er die katastrophalen Ereignisse der nächsten 5 Jahre nicht im Amt mitmachen muss, er kann für nichts verantwortlich gemacht werden und umso leichter kann er wieder kommen.
Die Masse der Bevölkerung misstraut Politikern und Akademikern noch mehr, nicht weil Guttenberg sich falsch verhalten hat, sondern weil die anderen "völlig zu Unrecht" fertig gemacht haben - etwas paradox aber so denken die Leute.

Die "gebildete" Schicht die sich unter Einfluss der Presse (subtil) gegen Guttenberg gestellt hat fühlt sich darin bestätigt, dass sie eine gewisse Macht haben, wenn sie sich nur organisieren, Internet usw.. Sie glauben allen Ernstes, dass sie maßgeblich aus eigener Kraft zum Sturz eines Politikers beigetragen haben, sie glauben deshalb weiterhin brav, dass unser System ja eigentlich funktioniert.

Das einfache Volk muss das nicht glauben, die stützen das System nicht, das System stützt sich auf die kollaborierende gebildete Mittelklasse, die brauchten etwas Bestätigung, wo doch ansonsten alles den Bach runter geht.

Dieser Vorgang hat also eine ganze Menge Auswirkungen, aber sich nicht solche, die Du als positiv bezeichnen würdest.

Ich weiß nicht ob ich jetzt auf alles eingegangen bin, was KenFM gesagt hat, der gehört natürlich zur gebildeten Mitte und macht genau das was er tun soll, Hintergrundwissen hat der sicher keines und ist daher für uns hier vollkommen irrelevant.


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Natürlich bin ich mit meinen Ausführungen weg von KenFM weil ich versuche den Blick auf die Hintergründe und die wichtigen Aspekte zu lenken.

Also ich finde wir sollten hier strickt drei Dinge trennen. Zum einen die Hintergründe und Motive die wer auch immer hat und der Tat von zu Guttenberg an sich sowie dessen Umgang mit der Situation im folgenden. Den ich für meinen Teil Verurteile ja die Tat und den Umgang von zu Guttenberg hinsichtlich seiner Salamitaktik und des Stück für Stück zugeben des ohnehin schon offensichtlichen bis hin zu seiner Rücktrittserklärung, als er gefallene Soldaten zur Ablenkung benutzt und darüber hinaus kein reuiges Schuldeingeständnis aus meiner Beurteilung heraus abliefert. Das was du und andere viel zu häufig tun ist das alles in einen großen Topf zu werfen einmal rumzurühren und dann zu sagen alle sind Schuld außer zu Guttenberg, der ja nur Opfer einer Kampagne geworden ist die Inszeniert wurde um ihn a) zu diskreditieren b) zu stürzen c) aus der Schusslinie zu bekommen und ihn mit einen Comeback zurückzupushen oder d) e) f).... "Ja was hätten se den Gern?", würde die Verkäuferin an der Wursttheke fragen.
Und damit wären wir auch schon bei deinem "...ich versuche den Blick auf die Hintergründe zu lenken" Aussage. Aha   soso,   wo hast du den die Hintergrundinformationen her? Wer hat dir die zugespielt, das X,Y oder Z ihre Finger im Spiel hatten um Guttenberg mit der Story ans Bein zu pinkeln? Du hast sie nicht genauso wenig wie ich oder sonstwer, außer [i]WerauchImmer[/i] treibt sich gerade im Kabinett rum, jedoch wird von diesem wohl niemand etwas erfahren. Und das ist die Ausgangsbasis.

Und bevor wir jetzt weiter diskutieren, müssten wir erstmal Prämissen aufstellen. Bevor wir Schlussfolgerungen treffen. Ich hoffe das jeder das soweit mitverfolgen kann.

Als erstes hätten wir da denjenigen, der den Stein ins rollen gebracht hatte Andreas Fischer-Lescano nennen. Und hier kann man zwei Grundsätzlich verschiedene Positionen beziehen, die bisher nicht belegt sind. Er wurde absichtlich dazu gebracht den Inhalt der Doktorarbeit zu untersuchen oder aber es geschah weil er sich im Rahmen von was auch immer damit beschäftigte und auf diesen Betrug gestoßen ist! Darüber hinaus stellt sich die Frage ob er dann gedrängt wurde es öffentlich zu machen, oder von sich aus es einem Journalisten anvertraute. Darüber hinaus müsste geklärt werden, ob der/die Journalisten dazu gedrängt wurden der Story nachzugehen. Den wenn es die Redaktion nicht will würde die Story auch nicht veröffentlicht.

So jetzt treten wir in den Zugzwang von Guttenberg ein, der zu einer Aussage wegen des Vorwurfs gezwungen wurde. Und im darauffolgenden eigentlich nicht mehr Aktiv handeln konnte, weil er wie oben schon beschrieben es mit der Salami Taktik aussitzen wollte. Wer ihm dazu geraten hat bleibt dabei undurchsichtig oder war es vielleicht doch nur seine eigene Entscheidung? Das kann genausowenig keiner von uns beurteilen, weil es dazu keine Hintergrundinformationen gibt.

Also stehen wir vor einer Frage die sich einfach nicht klären läßt ob es gesteuert ist oder einfach nur "Zufall"

Was darauf folgte war eine gespaltene Medienlandschaft, und zu diesem Zeitpunkt war nicht feststellbar das es sich in irgend eine Richtung entwickelt. Deswegen hat die Kanzlerin sich auch hinter zu Guttenberg gestellt.

Jetzt kommt der Zweite Spielball. Den ich als entscheidend ansehe "guttenplag.wiki". Und in diesem Zusammenhang müssten wir auch wieder die Frage stellen. Haben hier einfach nur ein paar Leute sich fürs Thema interessiert, die Seite aufgemacht und geschaut was sonst noch so in der Arbeit des zu Guttenberg zu finden ist, oder wurde die Seite manipulativ eingerichtet und im folgenden damit die Schaafherde gelenkt. Damit wäre in dem Zusammenhang auch die Frage zu klären, war die Systempresse von Anfang an darauf aus diese Seite zu hypen, oder war es einfach eine Entwicklung der Zeit. Ein Journalist ist auf die Seite gestoßen, hat es dem Verleger berichtet, man hat ne Story gemacht, es kam im ersten Fernsehbeitrag, die anderen Fernsehsendungen und Nachrichtenportale haben es aufgegriffen und aufeinmal wurde das Ausmaß des Betrugs für alle Fernsehzuschauer und die Netzgemeinde transparent und ersichtlich? Oder in Kruzform guttenplag wurde absichtlich geschaffen und von der Medienlandschaft ins Spiel eingebracht, um Guttenberg anzugreifen.

Als nächstes passierte der Sturmlauf der Akademiker und die Positionierung der Parteikollegen, die zuvor noch nichts gesagt hatten. Zu dem Zeitpunkt war nur die Opposition am Scheitern des Verteidigungsminster interessiert und machte hetzjagd.

Ersichtlich wird dies auch, bei der Prüfung der Aberkennung des Doktortitels durch die Uni. Den diese Prüfung geschah zu schnell, erst recht in Hinblick auf die Tatsache, das sie nicht prüften, ob er "bewußt" getäuscht hatte. Hier hatte definitiv jemand eingegriffen, zumindest kann ich mir nicht vorstellen, dass die Unileitung sonst so schnell war, und eben das zuvor genannte auszublenden versuchte. Dieses Eilverfahren war gut gewesen für zu Guttenberg im Rückblick, da es zwar die Schuld des Betrugs öffentlich Dokumentierte, aber nicht die oben angesprochene Frage beantwortete. Diese Frage ist nämlich Zentral wenn man das Situationsverhalten von zu Guttenberg beurteilen will. Nochmal kurz fürs Gedächtnis er sprach zuerst bei den Vorwürfen von abstrus und im Folgenden wolle er den Doktortitel so lange niederlegen, bis die Sache geklärt wäre. Er ging wohl davon aus, dass er bis zu dem Zeitpunkt diesen noch behalten konnte, war sich also seiner Schuld gar nicht bewußt? Das ist ein Widerspruch. Hat er nun schon im vorhinein es gewußt das er betrog und hat die Öffentlichkeit belogen oder war er sich tatsächlich sicher er wäre Unschuldig und machte diese Aussagen bis zu dem Zeitpunkt nur in dem Glauben das richtige zu Tun.

Der Rest der Geschichte ist kalter Kaffee, weil wir ja nun wissen das er zurück getreten ist.

Und in dem Maß wie du hier behauptest: "...weil das Ziel der ganzen Aktion nicht war, Guttenberg "schnell und heimlich" verschwinden zu lassen und auch nicht ihn um jeden Preis zu halten. Es musste sich langsam hochschaukeln." was du nicht beweisen kannst, kann ich nicht beweisen, das der Stein des Anstoßes und GuttenplagWiki sowie die Reportage darüber einfach nur ungeplante Vorkommnisse waren.

Die Frage die sich für mich stellt ist sind diese Vorkommnisse in sich logisch schlüssig und wären auch ohne das Handeln Dritter zu Stande gekommen. Und diese Frage muss man aus meiner Sicht klar mit JA beantworten. Also sind es alles kleine Einzelschritte die zur von uns beoachtbaren Kettenreaktion führten. Und in dem Zusammenhang bin ich der Auffassung, das sie nicht gesteuert sind.

In dem Kontext möchte ich auch darauf hinweisen, wir alle stimmen darin überein, das er medial zu einer Art Ikone hochstillisiert wurde. Oder kurz gefasst denglisch "gehyped". Die Unterstellung er wäre absichtlich gestürzt worden, um ihn aus dem "Dreck" rauszuhalten, den die Politik in den nächsten Jahren durchmachen wird, bis sich die Lage beruhigt hat, um ihn dann zur rechten Zeit aus dem Hut rauszuzaubern, halte ich für weit hergeholt. Zumindest halte ich es für sehr gewagt, bei einem Politiker das Muster von Popstars und Schauspielern mit ihren Starallüren und Skandalen zu übernehmen. Erst recht in Hinblick darauf, dass er erstens der einzige Politiker war, der von der Masse soviel Zuspruch erhielt wie kaum ein anderer und zum zweiten, weil er wohl offenbar schon in den Kreisen der "angeblichen" NWO oder wie auch immer man sie nennen mag verfestigt war. Also wieso sollte man ihn karrieretechnsich auf eine Achterbahnfahrt schicken, wenn man ihn auch Stück für Stück aufbauen kann? Warum dieses gewagte Experiment bis hin zum Rücktritt, ohne Aussicht darauf, dass man ihn wirklich zu einem späteren Zeitpunkt zurück ins Spiel bekommt, aufgrund der Möglichkeit das die Stimmung doch sich zum negativen wenden könnte? Das macht keinen Sinn. Und es gibt keine 3-4 Guttenbergs wo man einen verheizen kann für ein solches Experiment, so das man aber immer noch genug in der Hinterhand hat um die Ziele der Hintermänner weiter zu pushen.

[hr]

Das bezog sich auf KenFM. Dieser Dummschwätzer sagt wortwörtlich Kanzlerin Merkel hätte das Recht gebeugt weil sie sich vor Guttenberg gestellt und ihn verteidigt hat. Die ganze Argumentation von KenFM läuft immer wieder darauf hinaus, dass Guttenberg sich angeblich über das Recht gestellt hätte und seine Unterstützer auch.

Hat sich zu Guttenberg über das Recht gestellt?
Ja er hat versucht sich über das Recht zu stellen, denn er hat seine Tat zuerst bestritten. Ich erinnere an "Der Vorwurf ist abstus". (Zugegeben das würde jeder machen, also geschenkt)
Ja er hat im folgenden sich über das Recht gestellt, da er zumindest aus meiner Sicht in vollem Bewußtsein über seinen Plagiat log, er hatversucht seinen Doktortitel zu erhalten und darüber hinaus bestritt er, dass er wissentlich plagiert hat und das in aller Öffentlichkeit vor den Kameras als Minister eines Rechtsstaats! Ich erinnere "Die von mir verfasste Dissertation ist kein Plagiat. ... es wurde allerdings zu keinem Zeitpunkt [b]bewußt[/b] getäuscht, oder [b]bewußt[/b] die Urheberschaft nicht kenntlich gemacht..."
Es gibt mittlerweile genug die der Auffassung sind, dass er es bewußt gemacht hat! Insofern hat er hier gelogen, getauscht und betrogen [b]trotz besseren Wissens[/b]! Dies ist Rechtsbeugung. Das die Kanzlerin sich in dem Moment nicht abwendet von ihm kann ihrer Unwissenheit geschuldet sein, jedoch verbürgt sie sich für den Betrüger zu Guttenberg und stellt sich hinter ihn. Somit macht sie sich indirekt der Rechtsbeugung mit schuldig. Meiner Auffassung nach trägt sie wahrscheinlich daran keine Schuld, weil Guttenberg ihr wahrscheinlich auch ins Gesicht gelogen hat, als er bei ihr war.

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Ganz klares Nein, das wird nicht passieren, aus verschiedenen Gründen.
1. Guttenberg war/ist so extrem beliebt dass von vorneherein klar war, dass es viele geben würde die ihn weiter unterstützen.
2. Die Art seines Fehlers ist nicht dazu geeignet einen "Einblick" in die Verkommenheit der politischen Klasse zu gewähren.

zu 1. das halte ich für ein Gerücht, sicherlich gab und gibt es weiterhin eine große Menge geblendeter. Die Facebookseite ist der Beweis. Und sicher ist auch das diejenigen, die sich nicht spätestens jetzt von ihm abgewendet haben noch mehr ihre Meinung verfestigt haben in ihrer Glorifizierung des KTzG. Allerdings hat die Person zu Guttenberg extremen Schiffbruch gehabt, weil das Image was er vertratt, von sich und seiner Partei, er selbst vollkommen entgegengesetzt also diametral representiert hat. Und genau das denke ich stößt auch den meisten auf, und ich denke das sind nicht nur medial "die dazu bewegten", sondern so ziemlich alle wertkonservativen Mitmenschen deren IQ nicht knapp über dem einer Blechdose liegt (Ein schönes Beispiel für diejenigen unterhalb der Blechdose http://www.youtube.com/watch?v=0LXGYMfG7bQ). Zugegeben diese Menge wird "betrüblicherweise" zunehmend kleiner.

zu 2. Das sehe ich anders. Wenn man davon ausgeht, dass die Aktion "Guttenplaq.wiki" nicht inszeniert ist, ist das der Beste Ausdruck eben dieses Aufbegehrens. Mit der "Anonymität" des Netzes ist der Raum vorhanden um solche Attacken zu fahren und so einen Wechsel einzuleiten. Sollte nicht vorher der Stecker gezogen werden. Das das Echo des Netzes medial zurück schlägt auf alle Entscheidungen sehen wir in diesem Fall. Sicherlich stellt sich die Frage ob die Nachrichten/Presselandschaft es abschotten kann, und man muss zugeben derzeit in bestimmten Themenbereichen ja sie können es [i]"noch"[/i]. Ich denke es ist eine Frage der Zeit.

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Die Masse der Menschen hat noch nie eine Doktorarbeit gesehen und hat auch keinen Bezug zu wissenschaftlichem Arbeiten.
Folglich war von Anfang an klar, dass sehr viele Menschen es gar nicht erst ernst nehmen würden. Ob es nur kleinere Zitiertfehler waren oder das Kopieren längerer Passagen spielt für viele Menschen keine Rolle, nicht weil Sie Gutti so toll finden, sondern weil sie nicht verstehen warum das innerhalb der Wissenschaft problematisch und damit sehr wichtig sein kann.

Sehr viele Menschen nehmen also seinen Fehler schon gar nicht ernst.
(Ich nehme das aus teilweise anderen Gründen nicht ernst, ich rede an dieser Stelle von der Masse der Menschen.)

Dann sehen sie noch, dass er in den Medien vor allem von Politikern angegriffen wird.
Die Opposition greift ihn an, weil er ein Hoffnungsträger des Gegners ist - verständlich und durschaubar.
Aus den eigenen Reihen wird er aus dem selben Grund angegriffen. Als beim Volk beliebter Politiker hat er auch in der eigenen Partei immer mehr Macht und kann sich und seine Leute nach oben bringen. Denn das untere Parteivolk findet ihn auch toll und stützt ihn und wenn die oberen Parteigrößen nicht mitziehen kann er damit drohen zu gehen und damit gehen seine Fans auch für die Partei verloren, was wieder zu weniger Ämtern führt usw.. Er hatte also einerseits Potential seine Partei zu stärken, aber andererseits hätte er dann alle verdrängt die ihm nicht folgen, vor allem natürlich den Merkel-Clan und die ganzen "farblosen" CDU-Pappnasen.
Abgesehen davon, haben viele Menschen den Eindruck, dass alle Politiker ohnehin viel mehr Dreck am Stecken haben und zudem ihre Arbeit schlecht machen, während bei Guttenberg viele sagen er macht gute Arbeit. Das hat natürlich nichts mit Hintergrundwissen zu tun, aber das spielt keine Rolle, die Menschen denken nunmal so, das ist offensichtlich.

Die zweite medial wahrnehmbare Gruppe an Kritikern waren die Akademiker. Die sind im Volk eh schon nicht ganz so gut angesehen.

Wir haben also ein Vergehen, das viele Leute nicht ernst nehmen und führende Kritiker die beim Volk eher unbeliebt sind.
Bei nahezu jedem, der Guttenberg toll fand entsteht also sofort der Eindruck er sei aus einem völlig unwichtigen Grund fertig gemacht wurden weil er beliebt war und weil die Guten eben fertig gemacht werden.

Das ist perfekt für Ihn, weil er sich jetzt als Märtyrer inszenieren und sein Comeback vorbereiten kann.

Die ganze Show geht heute in die nächste Runde, Guttenberg spendet sein letztes Gehalt und Übergangsgelder den Hinterbliebenen gefallener Soldaten. Das sind rund 30.000 Euro. Der Mann ist so reich, dass er natürlich problemlos 500.000 hätte spenden können, aber das wäre grotesk und man würde ihm vorwerfen, sich seine Beliebtheit "zurück" kaufen zu wollen. Hätte er es gar nicht gemacht, dann hätte es unter Garantie in der Presse, zumindest in den eher linken Medien, ein paar gehässige Artikel darüber gegeben, wieviel Geld der ohnehin schon stinkreiche Baron jetzt noch quasi dafür kassiert, dass er ein Plagiat abgeliefert hat. In den entsprechenden Redaktionen spucken sie heute Gift und Galle, dass er ihnen das unmöglich macht. Gehässige Artikel kommen natürlich trotzdem noch, aber die "ziehen" einfach nicht.

Sehr viele Menschen erinnern sich noch sehr gut an die exorbitanten Summen die Manager irgendwelcher Großunternehmen oder Banken als Abfindung kassiert haben, nachdem sie den Laden in den Sand gesetzt haben und der Steuerzahlen blechen durfte oder tausende arbeitslos wurden.

Letzten Endes nützt ihm die ganze Affäre also mehr als sie ihm schadet und es wird die Leute nicht "aufrütteln", weil es eben kein Hinweis auf die wirklich wichtigen Fehler der Politiker war.


Deine Argumentation kann ich nachvollziehen. Ich stimme mit dir in einigen Ausführungen überein, jedoch halte ich meinen zuvor gebrachten Argumente dem entgegen. Allein die Zeit wird zeigen, wer da von uns beiden Recht behalten wird.

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1. Die Vorstellung man könnte Schritt für Schritt etwas verbessern. Das hat es in der Geschichte der Politik noch nie gegeben, seit tausenden von Jahren endet die Herrschaft unfähiger oder unterdrückerischer Herrscher immer relativ abrupt mit Revolution oder Krieg usw..

2. Die Vorstellung Guttenberg sei durch Protest von unten oder sagen wir mal aus der Mitte der Gesellschaft zu Fall gebracht worden.
Das ist falsch. Ironischerweise glauben das eher gebildete Menschen, während das "einfache Volk" mit seiner Auffassung, er sei von der Oberschicht gekillt wurden, näher an der Wahrheit ist.

Ich will nicht behaupten, dass die ganze Angelegenheit von vorne bis hinten inszeniert war. Aber es ist ganz sicher nicht so, dass hier ehrliche und anständige Menschen über unehrliche Politiker gesiegt haben. Man hat sie siegen lassen.

Dass es auch anders geht zeigen unzählige andere Skandale, in denen Politiker deutlich glimpflicher davon gekommen sind, bei teilweise schlimmeren Fehlern. Es ist eben nicht Zufall, dass es diesmal anders kam und es ist deshalb auch nicht positiv zu bewerten, sondern man muss sich fragen, warum ist es diesmal so gelaufen?

Um die Frage nach dem Warum zu beantworten muss man die Folgen sehen:

Guttenberg ist für viele immer noch der "Held" und er hat den unglaublich großen Vorteil, dass er die katastrophalen Ereignisse der nächsten 5 Jahre nicht im Amt mitmachen muss, er kann für nichts verantwortlich gemacht werden und umso leichter kann er wieder kommen.
Die Masse der Bevölkerung misstraut Politikern und Akademikern noch mehr, nicht weil Guttenberg sich falsch verhalten hat, sondern weil die anderen "völlig zu Unrecht" fertig gemacht haben - etwas paradox aber so denken die Leute.

Die "gebildete" Schicht die sich unter Einfluss der Presse (subtil) gegen Guttenberg gestellt hat fühlt sich darin bestätigt, dass sie eine gewisse Macht haben, wenn sie sich nur organisieren, Internet usw.. Sie glauben allen Ernstes, dass sie maßgeblich aus eigener Kraft zum Sturz eines Politikers beigetragen haben, sie glauben deshalb weiterhin brav, dass unser System ja eigentlich funktioniert.

Das einfache Volk muss das nicht glauben, die stützen das System nicht, das System stützt sich auf die kollaborierende gebildete Mittelklasse, die brauchten etwas Bestätigung, wo doch ansonsten alles den Bach runter geht.


Ich sags mal so, ja man kann das so sehen. Nur wie so oft fehlt dafür der Beweis, womit wir wieder beim Anfang wären, wer hat den Stein ins Rollen gebracht, auf wessen Veranlassung hin oder doch nur durch Zufall und so weiter und so fort. Schlussendlich können wir uns darüber jetzt noch über weitere 10 Seiten streiten. Wir werden es nicht Auflösen können, und so würde ich sagen bleibt jeder von uns bei der Meinung die er halt dazu hat. Das Szenario was du hier entwirfst hat was schönes es ist nämlich auf sich selbst bezogen. Nur bedenke dabei. Sollte es so sein wie du es schilderst, müsste jeder Leser sofort zum Menschenhasser werden, den etwas unerträglicheres als das von dir ausgesprochene gibt es nicht. Insofern als Hamster im Laufrad weiterrennen ohne Ende in Sicht oder was würde sonst über bleiben, ein Haß auf Alle schieben und zum Terrorist werden?


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Zum ersten und vierten Absatz:
Ja es gibt viele offene Fragen wie es genau abgelaufen ist (im Hintergrund), ich weiß es auch nicht, man kann nur bestimmte Szenarien für wahrscheinlich halten, aber das bleibt jedem selbst überlassen.

Es sind mit Sicherheit einige Dinge zufällig passiert, aber es haben mit Sicherheit auch viele Personen oder Gruppen im Hintergrund massiv eingegriffen und zumindest reagiert. Was nun genau Zufall und was "gesteuert" war finden wir hier nicht raus, mir ist nur wichtig, dass es nicht alles einfach nur so war, wie es in der Presse steht. Auf Details müssen wir uns aber nicht wirklich einigen, insofern ist das Thema auch für mich abgeschlossen.

Zum Begriff Rechtsbeugung:
Das ist ein juristischer Fachbegriff der hier einfach nicht verwendet werden kann. Es ist schon ein Unterschied ob bsps. jemand wie Berlusconi sein Amt ausnützt um Gesetze zu verändern oder Richter zu entlassen/einzusetzen, damit seine Verbrechen plötzlich legal werden oder nicht verfolgt werden können, oder ob jemand der auch zufällig ein Amt hat einfach "nur" lügt.

Zum dritten Absatz:
Wir werden sehen ob er nochmal kommt, ich räume ihm gute Chancen ein, sofern seine Hintermänner in den kommenden Umwälzungen ihre Macht behalten werden.

Ich bin weiterhin skeptisch, was das Potential solcher Aktionen aus dem Internet angeht. Bis jetzt hat halt noch kein Thema den Sprung aus dem Netz in die Realität geschafft das über eine gwissen Schwelle der Wichtigkeit liegt. Einen Minister zu stürzen wäre zwar schon beachtlich (ich denke eben es kam nicht allein aus dem Netz bzw. "von unten") aber das ändert ja nicht die Politik die gemacht wird. Aber warten wir es mal ab.

Zum letzten Absatz:
;D
Wieso Hass? Die Fähigkeiten sind unter den Menschen nunmal sehr ungleich verteilt. Die Fähigkeit zu herrschen, extrem kopmlizierte Vorgänge zu steuern, in solch komplizierten System reich zu werden, andere zu beeinflußen, den Überblick zu behalten etc. haben eben nur sehr wenige. Der Übergang ist natürlich fließend, aber wie krass die Unterschiede sind sieht man schon daran, wie mächtig und reich die Menschen an der Spitze sind und wie wenige es sind.
Aber die Herrscher müssen ja nicht immer Ausbeuter und Unterdrücker sein, die Verhältnisse ändern sich laufend, insofern ist immer ein Ende in Sicht. Das funktioniert allein dadurch, dass immer wieder neue Menschen es aufgrund ihrer Fähigkeiten nach oben schaffen.
Wenn man selber in eine Zeit hineingeboren wird, an der einem grundlegende Dinge missfallen, so muss man einfach trotzdem das beste aus dem eigenen Leben machen. Man muss eben nicht ewig im Hamsterrad weiterlaufen, man kann auch ganz alleine ausbrechen, ganz egal was all die anderen machen.


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