Und schon dreht sich die Diskussion wieder um primär die NPD und sekundär darum, welche Partei man wählen soll, ob man überhaupt wählen soll, ob man ungültig wählen soll etc.
Aber das war nicht der Punkt meiner Frage.
Meine Frage war: Wäre es theoretisch möglich durch Direktmandate die Hälfte der Sitze im Bundestag zu füllen?
Zur Erläuterung:
Jeder Wähler hat zwei Stimmen. Mit seiner Zweitstimme wählt er immer einen Listenkandidaten auf der rechten Seite des Wahlzettels, also eine Partei.
Mit seiner Erststimme kann er ebenfalls einen Listenkandidaten, aber auch einen Direktkandidaten auf der linken Seite des Wahlzettels wählen.
Während die rechte Spalte bei der Bundestagswahl in jedem Wahlkreis gleich ist, befinden sich auf der linken Seite für jeden Wahlkreis jeweils andere Kandidaten.
Kann ein Direktkandidat genügend Erststimmen auf sich vereinigen, zieht er in den Bundestag - egal, ob er einer Partei angehört oder nicht.
Es gibt 299 Wahlkreise. Wenn also in jedem Wahlkreis ein Direktkandidat gewählt würde, bestünde der Bundestag aus 299 Direktkandidaten. Das macht etwa die Hälfte der Sitze im Bundestag aus.
Die meisten Wähler wählen allerdings bislang einen Listenkandidaten mit ihrer Erststimme.
In der bisherigen Wahlpraxis wurden die Sitze im Bundestag nur unter den Zweitstimmen verteilt. Die Direktmandate wurden als "Überhangmandate" bezeichnet. Das war bislang einfach weil die allermeisten Erststimmen eh an einen Listenkandidaten verschwendet wurden.
Sollte sich das im september jedoch ändern, wird es nicht mehr so einfach sein, die 299 Direktkandidaten zu ignorieren. Schließlich wurden sie von den Wählern zu ihren Vertretern gewählt.
Also ich erhoffe mir davon nicht viel, letztes mal scheint die Regierung auch vor den Wahlen gewusst zu haben das es zu einer großen Koalition kommt, also auch wenn sie die Wahlen nicht manipulieren, scheinen Sie doch zu mindest die Medien so gut zu manipulieren das Sie die Leute dazu bringen können so zu wählen wie sie es gerne hätten.
Ich hab die verlinkte Seite nicht gelesen, aber ich weiß ja worums geht.
Kurz und knapp, ja das klappt.
Als Direktkandidat kann sich jeder aufstellen lassen, man muss halt 18 und natürlich deutscher Staatsbürger sein und wenn man keiner Partei angehört die in Landtagen oder Bundestag drin ist muss man ausserdem 200 Unterschriften von wahlberechtigten Einwohnern aus dem eigenen Wahlkreis mit einreichen.
Weitere Anforderungen ausser Formulare ausfüllen gibt es keine, also theoretisch ganz einfach. Es gibt auch immer wieder solche Kandidaten, aber ich kann mich nicht erinnern dass es jemals einer geschafft hätte so in den Bundestag zu kommen.
Es ist ja schon für Kandidaten der "kleinen großen" Parteien wie FDP oder Grüne fast unmöglich so ein Mandat zu bekommen, weil ein immenser Großteil der Wähler ihre beiden Stimmen der gleichen Partei geben und die großen Parteien ja alle immer auch solche Direktkandidaten haben.
Aber wie gesagt theoretisch klappt es, wer in seinem Wahkreis die meisten Stimmen hat kommt rein. Die übrigen Sitze werden ganz normal an die Parteilisten verteilt.
Wären also tatsächlich 299 Direktkandidaten drin und die SPD hätte 50% der Zweitstimmen dann bekäme die SPD 50% der übrigen 299 Sitze.
(Wer es ganz genau haben will: Nicht exakt 50% weil man ja noch alle Parteien unter 5% wegstreichen muss, so dass nicht 100 % verteilt werden sondern nur die meistens ca. 95% die an Parteien gehen die auch über 5% kommen.)
Von der Idee her ganz lustig, aber das Problem ist halt, dass einen die Leute auch wählen müssen. Es gab bisher schon einige Kandidaten die in ihrem Wahlkreis sehr bekannte und beliebte Bürger waren - trotzdem hat es nie gereicht.
299 Normalbürger-Direktkanidaten reinzubekommen ist also am Ende genauso schwer, wie eine neue Partei mit sovielen Abgeordneten reinzubekommen. Es fallen zwar die ganzen Parteisachen weg, der ganze Formkram und die Anmeldung zur ist also wesentlich weniger und jeder macht sein eigenes Ding im eigenen Kreis, aber man bekommt halt die Wähler nicht.
Bei der nächsten Bundstagswahl könnten diese Kandidaten zwar mehr erreichen als früher, wegen Krise usw., aber wenn so einer auf 20% kommt wäre das schon fantastisch, bringt aber nichts wenn der von CDU oder SPD eben mehr bekommt und das wird wohl immer noch überall der Fall sein.
Besser als Nichtwählen ist es schon, aber die Aussichten auf Erfolg sind nicht besser als die der kleinen Parteien.
Also ich erhoffe mir davon nicht viel, letztes mal scheint die Regierung auch vor den Wahlen gewusst zu haben das es zu einer großen Koalition kommt, also auch wenn sie die Wahlen nicht manipulieren, scheinen Sie doch zu mindest die Medien so gut zu manipulieren das Sie die Leute dazu bringen können so zu wählen wie sie es gerne hätten.
Ja richtig. Die Sache ist aber die, daß viele Wähler gar nicht wissen was ihre Erststimme bewirken kann.
Für die allermeisten Menschen geht es bei einer Wahl darum, einer Partei seine Stimme zu geben. Wer weiß schon, daß man gar keiner Partei angehören muß um offiziell mitregieren zu dürfen?
Meiner Ansicht nach sind die Regeln der Stimmvergabe und die daraus resultierenden, möglichen Folgen auf dem Wahlzettel auch nicht deutlich genug erklärt.
Daß die Medien manipulieren ist klar. Dennoch spüren viele Menschen nun am eigenen Leib, daß das bisherige System scheitert.
Sie glauben, entweder verschaukelt worden zu sein oder daß die Parteipolitiker unfähig sind.
Zahllose Meschen würden der Idee von bundesweiten Volksentscheiden sicherlich zustimmen. Das ist uns sogar verfassungsmäßig zugesichert, es wird von den Parteien jedoch ignoriert.
Die Idee, parteilose Menschen aus dem Volk direkt in den Bundestag zu schicken ist gar nicht so weit hergeholt wie manche annehmen.
Bei der nächsten Bundstagswahl könnten diese Kandidaten zwar mehr erreichen als früher, wegen Krise usw., aber wenn so einer auf 20% kommt wäre das schon fantastisch, bringt aber nichts wenn der von CDU oder SPD eben mehr bekommt und das wird wohl immer noch überall der Fall sein.
Ja, da magst Du wohl recht haben.
Ich werde es diesesmal wohl so machen:
Ich wähle nur mit der Erststimme einen Direktkandidaten. Die Zweitstimme, die ich nur einer Partei geben kann mache ich ungültig.
Ich war bisher überzeugter Nichtwähler bzw. komplett-ungültig-Wähler doch es scheint, daß die nichtabgegebenen Stimmen am Ende auf die Parteien umgelegt werden womit man beide Stimmen dann also an eine Marionettenpartei verschwendet.