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[Geschlossen] China und Tibet

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(@yossarian)
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Beigetreten: Vor 22 Jahren

Ich finde, Dark_Knight hat es ganz gut auf den Punkt gebracht.

Die Chinesen als das Böse und den Dalai Lama, stellvertretend für die Tibeter, als das Gute darzustellen, so wie es uns in den Medien vorgemacht wird, finde ich unmöglich.

Um mich herum schwirren hunderte Fragezeichen, wenn ich die Nachrichten sehe oder Zeitung lese. Was um alles in der Welt wird mit dieser totalen schwarz-weiß Darstellung bezweckt?

Sicherlich herrscht in China ein totalitäres Regime und sicherlich hätte man bei der Angelegenheit in Tibet auch gewaltloser vorgehen können. Aber deshalb gleich solch einen inszenierten Aufschrei provozieren? Ich bin ratlos.

Ich hoffe, dass es auch andere Menschen gibt, die die Grinsekatze aus den Bergen nicht als die personifizierte Sonne auf Erden und das chinesische Regime nicht als schwarzen Teufel sehen.


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(@uranus32)
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Beigetreten: Vor 23 Jahren

Jede Kultur ist gleich wertvoll, bzw. gleich wertlos, alles andere ist subjektive Bewertung.

Richtig. Und subjektiv gesehen ist die tibetanische Kultur sehr wertvoll!

Und um damit mal gleich weiterzumachen: was, bitteschön, soll an einer mittelalterlichen Theokratie wertvoll und schützenswert sein?

Im indischen Exil wurde in den 1970´ern die Gesellschaftsform in eine Demokratie umgewandelt.

Und in der Anfangszeit hat sich die chinesische Regierung auch daran gehalten. Doch als der Dalai Lama die Verträge brach, fühlte sich auch China nicht mehr daran gebunden, so einfach ist das.

Die Verträge sind ihm ja wohl glasklar aufgezwungen worden. Er ist mit 100%iger Sicherheit nicht gefragt worden was er von ihnen hält. Seine Meinung wurde in keinster Weise beachtet. Typisch maoistisch eben.

Kurz gesagt, er hat sie damals verarscht, er wird sie wieder verarschen.

Es ist genau umgekehrt. Er wurde verarscht und sie werden immer wieder mit den Tibetern so machen!

Denn der Dalai Lama will nicht Autonomie für Tibet, er will seine Herrschaft wieder haben und das geht nur mit Unabhängigkeit.

Im Gegensatz zum maoistischen China hat er auch ein recht darauf.

Die Chinesen hätten ihn als religiöses Oberhaupt der Tibeter akzeptieren können und taten es auch, aber weltliches Oberhaupt von Tibet ist für sie inakzeptabel, denn das würde Pekings Ansprüche unterminieren.

Die in Peking haben gar kein Recht überhaupt irgendwas zu beanspruchen. Wenn dann hat Taiwan das Recht China zu beanspruchen, denn dort weilen dessen legitime Herrscher.

Und eins ist ja wohl mal klar, in Tibet findet Genozit an der tibetanischen Bevölkerung und dessen Kultur statt. Du warst doch hier immer Derjenige der Faschismus und Diktatur verurteilt hat. Und wie in diesem Falle wo es klar und deutlich auf der Hand liegt das China mit faschistischen Methoden vorgeht, segnest Du auf einmal ab was die
tun!? War wohl offensichtlich immer nur heiße Luft was da von dir kam.  :-/

Hier besonders interessant die 'National Endowment for Democracy' eine (wahrscheinlich CIA) Tarnorganisation größtenteils bezahlt vom US-Außenministerium (80Mio US$ allein im Jahre 2004). U.a. beteiligt an der Finanzierung der 'Oppositionsgruppen' im Anti-Chavez-Putsch in Venezuela in 2002.
Die Soros-Foundation ist ebenfalls, trotz den Dingen, die sie sich auf ihre Fahnen geschrieben hat, kritisch zu sehen. Meines Wissens nach war sie u.a. an der Finanzierung der Gruppierungen in Georgien und der Ukraine beteiligt (Rosen- und Orangene Revolution).

Natürlich mischen diese Leute da mit. Aber das kann ja wohl kaum verwundern.


Beiträge: 874
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(@dark-knight13)
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Beigetreten: Vor 22 Jahren

Moin!

Richtig. Und subjektiv gesehen ist die tibetanische Kultur sehr wertvoll!
Jo, deiner Meinung nach, meiner Meinung nach ist sie halt bedeutungslos.
Und, wer hat jetzt recht? Offensichtlich keiner, hmm?

Im indischen Exil wurde in den 1970´ern die Gesellschaftsform in eine Demokratie umgewandelt.
Behaupten sie. Aber eine Regierung ohne Volk und Land kann alles Mögliche behaupten, sie werden nie gezwungen sein, es je in die Tat umzusetzen.
Ich behaupte, daß es ein politischer Schachzug war, um die Gunst des Westens zu gewinnen, immerhin hatte man gerade 20 Jahre vorher Krieg gegen China in Korea geführt und die USA waren zu der Zeit gerade im (angeblich) kommunistischen Vietnam aktiv. Da klingt 'demokratisch' schon mal ganz gut.
Mich interessiert nicht, was ein Mann macht, der keine Macht mehr hat, mich interessiert, was er getan hat, als er die Macht zu handeln noch besessen hat und das sieht nicht wirklich gut für ihn aus und läßt die 'Demokratieerklärung' doch sehr opportunistisch erscheinen.

Die Verträge sind ihm ja wohl glasklar aufgezwungen worden. Er ist mit 100%iger Sicherheit nicht gefragt worden was er von ihnen hält. Seine Meinung wurde in keinster Weise beachtet.
Trotzdem hat er sie akzeptiert. Warum wohl? Vielleicht, weil ein klares 'nein' ihn sofort beseitigt hätte, während er bei einem vorgetäuschten 'ja' weiter gegen die Chinesen agieren konnte?
Schau mal in die Geschichte, die Chinesen haben sich bis '59 an die Verträge gehalten erst danach, als es immer mehr zu Aufständen kam (und wer zettelt die am Ende als Gottkönig wohl an?) haben sie den DL endgültig rausgeschmissen und ihr Ding durchgezogen. Also, wer hat hier wen verraten?
Der DL hat sich jedenfalls nicht daran gehalten, für ihn war es doch nur ein Mittel, um Zeit zu gewinnen.

Im Gegensatz zum maoistischen China hat er auch ein recht darauf.
Welches Recht hat denn bitteschön ein König auf Herrschaft? Außer dem, das er sich selbst und sein Hofstaat ihm verleit?

Die in Peking haben gar kein Recht überhaupt irgendwas zu beanspruchen. Wenn dann hat Taiwan das Recht China zu beanspruchen, denn dort weilen dessen legitime Herrscher.
Lol, Taiwan. Aus der Sichtweise haben weder Kommunisten noch Nationalisten ein Anrecht darauf, über China zu herrschen. Nach der Logik müßte der Kaiser wieder seinen Thron besteigen und dann sind wir wieder bei dem vorherigen Punkt, welches Recht hätte der dazu?
Das waren zwei verschiedene Fraktionen, die in einem Bürgerkrieg gegeneinander gekämpft haben und die Nationalisten haben halt verloren, so einfach ist das.

Und eins ist ja wohl mal klar, in Tibet findet Genozit an der tibetanischen Bevölkerung und dessen Kultur statt. Du warst doch hier immer Derjenige der Faschismus und Diktatur verurteilt hat. Und wie in diesem Falle wo es klar und deutlich auf der Hand liegt das China mit faschistischen Methoden vorgeht, segnest Du auf einmal ab was die  
tun!? War wohl offensichtlich immer nur heiße Luft was da von dir kam.
Das sowas kommt, war nur eine Frage der Zeit und das es von dir kommt überrascht mich am wenigsten.
Wie war das noch? Wer nichts mit Argumenten erreicht, dem bleibt halt nur noch Polemik.
Um das also auch für dich verständlich zu machen: es gibt nicht nur Schwarz und Weiß und wer gegen das Eine ist, ist damit nicht automatisch für das Andere. Man kann tatsächlich auch gegen beides sein.
Und ich verteidige ganz bestimmt keine Diktatur, nur weil sie gegen eine andere, stärkere Diktatur unterlegen ist.

Natürlich mischen diese Leute da mit. Aber das kann ja wohl kaum verwundern.
Na und so wie sich der Satz ließt, interessiert dich das in diesem Fall auch gar nicht, schließlich arbeiten diesmal die bösen USA für das liebe Tibet und gegen die bösen, bösen Chinesen, dann dürfen die das auch mal, nicht wahr?

bis denn!
dark knight13


Beiträge: 1710
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(@uranus32)
Noble Member
Beigetreten: Vor 23 Jahren

Jo, deiner Meinung nach, meiner Meinung nach ist sie halt bedeutungslos.
Und, wer hat jetzt recht? Offensichtlich keiner, hmm?

Machst Du es dir hier nicht ein bißchen zu einfach!? Sind 100 g Blei genauso viel wert wie 100 g Gold!?

Aber eine Regierung ohne Volk und Land kann alles Mögliche behaupten

Sie haben sowohl ein Volk wie auch Land - welches zur Zeit halt nur wiederrechtlich besetzt wird.


Ich behaupte, daß es ein politischer Schachzug war,

Wow; eine Regierung macht einen poltischen Schachzug!  😮 Das ist ja soo ungewöhnlich, das muß natürlich Aufmerksamkeit erregen.  ::)

Mich interessiert nicht, was ein Mann macht, der keine Macht mehr hat,

Er hat schon noch Einfluß; genug das China sich noch sorgen muß. Und sie tun es ja offensichtlich auch.

Trotzdem hat er sie akzeptiert. Warum wohl? Vielleicht, weil ein klares 'nein' ihn sofort beseitigt hätte,

Bei der Wertschätzung für Menschenleben in China, hätte man ohne Zweifel nicht lange gefackelt.

Schau mal in die Geschichte, die Chinesen haben sich bis '59 an die Verträge gehalten erst danach, als es immer mehr zu Aufständen kam (und wer zettelt die am Ende als Gottkönig wohl an?)

Die Verträge waren das Papier nicht wert. Und wenn man derart brutal und unsensibel vorgeht wie die Chinesen, dann braucht man sich nicht wundern wenn es zu Aufständen kommt.

War eigentlich der Aufstand am "Platz des himmlischen Friedens" auch vom DL inszeniert? Und die ganzen Bauernaufstände; auch alle von ihm?

haben sie den DL endgültig rausgeschmissen und ihr Ding durchgezogen. Also, wer hat hier wen verraten?

Das war sicher auch so von China so geplant gewesen.

Welches Recht hat denn bitteschön ein König auf Herrschaft?

Es ist ein gegebenes Recht der Familie. Es gibt doch genug Beispiele hier in Europa.

Nach der Logik müßte der Kaiser wieder seinen Thron besteigen

Stimmt auch wieder. Hat die Familie denn noch Nachfahren die das umsetzen könnten?

Wie war das noch? Wer nichts mit Argumenten erreicht, dem bleibt halt nur noch Polemik.

Ja, da kennen wir uns ja besonders gut aus, nicht!?

Um das also auch für dich verständlich zu machen: es gibt nicht nur Schwarz und Weiß und wer gegen das Eine ist, ist damit nicht automatisch für das Andere. Man kann tatsächlich auch gegen beides sein.

Um das glaubwürdig zu vermitteln, sollte man dann aber für keine von beiden Seiten Partei ergreifen.  😉

Na und so wie sich der Satz ließt, interessiert dich das in diesem Fall auch gar nicht, schließlich arbeiten diesmal die bösen USA für das liebe Tibet und gegen die bösen, bösen Chinesen, dann dürfen die das auch mal, nicht wahr?

"Global Player" arbeiten für ihre Interessen auf dem Rücken von Völkern. Ich habe hier nie behaupted das die Tibetaner das netteste Volk der Erde sind, oder so.
Fakt ist, das ihre kulturelle Identität vernichtet werden soll und das die Tibetaner von China wie minderwertig behandelt werden. Die Methoden die China anwendet, sind so nicht zu akzeptieren!


Beiträge: 1308
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(@highjump)
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Beigetreten: Vor 22 Jahren

was, bitteschön, soll an einer mittelalterlichen Theokratie wertvoll und schützenswert sein?

Theokratie ist eine Herrschaftsform, die zwar Teil einer Kultur ist, aber nicht die die Kultur ist.

Tibet besitzt seit fast 60 Jahren Autonomiestatus innerhalb Chinas. Und in der Anfangszeit hat sich die chinesische Regierung auch daran gehalten. Doch als der Dalai Lama die Verträge brach, fühlte sich auch China nicht mehr daran gebunden, so einfach ist das. Und genau darum wird die Regierung Chinas niemals wieder mit ihm, oder seinen Abgesandten, verhandeln. Kurz gesagt, er hat sie damals verarscht, er wird sie wieder verarschen. Denn der Dalai Lama will nicht Autonomie für Tibet, er will seine Herrschaft wieder haben und das geht nur mit Unabhängigkeit. Die Chinesen hätten ihn als religiöses Oberhaupt der Tibeter akzeptieren können und taten es auch, aber weltliches Oberhaupt von Tibet ist für sie inakzeptabel, denn das würde Pekings Ansprüche unterminieren.

Der Autonomiestatus existierte immer nur auf dem Papier, China hat von Anbeginn tief in die tibetische Gesellschaft eingegriffen, in den Bereichen Kultur, Soziales, Religion und vor allem Landwirtschaft. Nach der Bodenreform kam zu einem spontanen(!) Aufstand in Tibet, da waren Mao und der Dalai Lama noch gute Freunde. Erst als Mao den Befehl gab den Aufstand blutig niederzuschlagen und "so viele Tibeter wie möglich festzunehmen" führte der Dalai Lama den Aufstand an und scheiterte.

Komplette Souveränität für Tibet ist utopisch, dass weiß auch der Dalai Lama, deswegen wiederholt er gebetsmühlenartig, dass er "nur" weitgehende Autonomie für Tibet will, Religionsfreiheit vor allem. Die Tibeter bilden heute die Unterschicht in Tibet, ihre Sprache ist z.T. verboten, das praktizieren ihrer Religion und Kultur auch -  das muss einfach aufhören.

Das China kein sehr 'freundliches' Land ist, wußte man bereits zur Zeit der Nominierung Pekings als Olympiaaustragungsstätte. Sich jetzt darüber aufzuregen und über Boykott zu reden ist lächerlich, ja geradezu zynisch. Jeder, der damals 'ja' zu Peking gesagt hat, wußte, was kommen kann und hat es akzeptiert.

Kann ich auch nicht verstehen, meiner Meinung regen sich die fakchen Leute auf. Das war von Anfang an ein Fehler.

Der Zeitpunkt der Proteste kommt zufällig sehr praktisch gelegen, nämlich ein paar Monate vor Beginn der Olympiade. Auffallend zufällig, in der Art von gezieltem Zufall. Und jedes Land hat bis jetzt vor einer Olympiade im eigenen Stall 'aufgeräumt' und zwar nicht unbedingt mit sanften Methoden. Und gerade bei China war klar, daß die jetzigen Reaktionen auftreten würden. Warum also die Aufregung über etwas, das vorraussehbar war, von jedem vernünftig denkendem Menschen? Warum wurden die Proteste nicht mit der Nominierung Pekings gestartet? Vielleicht weil sie jetzt, als politisches Manöver, den größten Effekt erzielen?

Olympiade ist die Zeit zwischen den olympischen Spielen. Natürlich sind die Proteste nicht zufällig, dass könnte einer der letzten Chancen der Tibeter sein.

Ein weiterer, sehr schlauer Schachzug des DL war, nicht zum Boykott aufzurufen sondern sogar Boykottaufrufe abzuwehren. Somit erscheint er als der generöse Gönner, der es den Chinesen erlaubt, trotzdem mit ihrer Olympiade fortzufahren, ach wie gnädig. In Wahrheit ist das ein billiger, machtpolitischer Trick.

Natürlich ist das politisches Kalkül, was sonst. Gandhi hat auch so gearbeitet.


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