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Bedingungsloses Grundeinkommen/Bürgergeld

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(@arkas-2)
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Ich habs oben ja schon geschrieben, dass ich wenig davon halte. Einerseits, weil es mir zu unfrei ist, der einzelne Mensch wäre wieder vom Moloch Staat abhängig. Klar, er kann arbeiten um mehr zu erwirtschaften, aber diejenigen die nur vom Bürgergeld leben sind Manövriermasse des Staates bzw. der Politiker, genauso wie heute quasi alle Hartz4-Empfänger, sag Du erhöhst ihnen die Stütze und sie wählen Dich, das kanns nicht sein.

Zweitens weil mir die Finanzierung nicht klar ist. Bodensteuer? Ok, die Idee ist mir neu. Aber wie wird die bemessen? Nach Fläche ist wohl Quatsch, der einen hat nen Acker, der andere ein Mietshaus und der dritte ein Unternehmen, alles braucht Fläche wirft aber unterschiedlich viel ab, also danach was mit der Fläche erwirtschaftet wird.

Außerdem halte ich es schlichtweg für ungerecht, wenn jemand Geld fürs Nichtstun bekommt, obwohl er arbeiten könnte.
Derzeit ist nicht genug Arbeit da, das liegt aber hauptsächlich an der Überbevölkerung und unserem Wirtschafts- und Finanzsystem.
Aber gut, nehmen wir mal an, es läge an der Rationalisierung und es gäbe deshalb nie wieder genug Arbeit für alle.
Warum soll ich einen Teil des Einkommens, das ich erwirtschafte für jemandem abgeben, der gar nichts erwirtschaftet? Wenn wir schon anders verteilen müssen weil es nicht mehr genug Arbeit gibt (glaub ich nicht, das liegt nur am System), dann sollte eher die Arbeitszeit verteilt werden, so dass jeder arbeiten muss aber eben weniger. Der Lohn wäre deswegen ja nicht geringer.

Dieses Argument zieht übrigens nicht nur bei der Finanzierung über die Löhne, denn am Ende müssen eben diejenigen die arbeiten das erwirtschaften, was diejenigen bekommen die nicht arbeiten, wenn also über Grundsteuer geht, hat der Unternehmer weniger Geld zur Verfügung, die Mieten sind entsprechend höher etc..


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 alp
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(@alp)
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Beigetreten: Vor 18 Jahren

Ich stimme Dir bei den meisten deiner Befürchtungen zu, aber ich finde genau das ist heute der Fall. All die, die heute offensichtlich nichts tun, finanzierst du schon und sogar noch viele mehr.
Von demjenigen, der viel Geld hat, andere für sich arbeiten lässt und den grössten Teil des Profits für sich einstreicht, über den der an der Arbeit eine faule Sau ist und die anderen machen lässt, weil die mal Feierabend wollen und die fertigen Teile noch raus müssen, bis zum Scheininvaliden. Von den Löhnen der wertschöpfenden Arbeitern leben sie, genau wie die Massen von Politikern, die hohe Entschädigungen einstreichen dürfen.
EU: ich habe in einem Fernsehbericht gehört: italienische Abgeordnete erhalten pro Tag 10000 Euro und viele gehen sich mal nur morgens in die Lohnliste eintragen um nachher den Tag irgendwo zu geniessen  - machen auch Nicht-Italiener.
Oder nimm Spekulanten, was die machen würde ich nicht Arbeit nennen, aber ihr Gewinn wird am Ende auch durch Wertschöpfung finanziert.
Da hast du die Leute, die heute von deinem Lohn leben.
Von was für Geld werden eigentlich Managerlöhne bezahlt?
Ungerechter geht es fast nicht.
Zum Beispiel haben Manager die Swissair ausgesaugt, dann wurde sie mit Steuergeldern aufgepeppelt und dann verkauft. Wer hat wohl die Steuern bezahlt? Ja die Manager auch ein bisschen, aber die haben Wohnsitz dort wo die Steuern tief und das Wohnen teuer ist, was man dann als clever finanzierten Besitz teilweise von den Steuern mehr oder weniger legal abziehen kann. Wer hat vom Verkauf profitiert?
So ist das heute.
Ich arbeite als Mechaniker, temporär, habe schon einige Firmen gesehen, und habe auch schon (vor 2 Monaten mal nachrechnen lassen, so genau bekomme ich das in der Regel nicht mit) an einem Tag 18750.- Euro Mehrwert erzeugt und 136.- Euro als Lohn bekommen, musste aber noch Essen, Weg, Wohnen, Versicherung…bezahlen –  was ist mit dem Rest? Das Temporärbüro hat für mich dort 225 Euro eingesackt. Das Verhältnis ist ungerecht, weil kleine Firma ohne teure Infrastruktur usw, es war „nur“ Montagearbeit.
Mit dem Bedingungslosen Grundeinkommen wäre mein Lohn tiefer, der Stundensatz des Temporärbüros auch, weil die Existenzsicherung beider „Dienstleister“ und die des Firmeninhabers  direkt aus dem Mehrwert bezahlt würden.

Die Macchiato-These sagt, dass die Produktpreise nicht höher würden. Tiefer würden aber die administrativen Kosten und das gäbe massive Einsparungen. In diesem Modell ist die Grund- oder Bodensteuer nicht drin, was meiner Meinung nach eine Abhängigkeit von hohem Konsum bedeuten würde.

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Ich verstehe jetzt nicht, was dich unfreier fühlen lässt; je nach Branche ist ja nur schon deine Lohnhöhe abhängig von politisch wirtschaftlichen Entscheiden, das Auftragsvolumen auch. Du bist nicht frei, sonst wärest du deinen Interessen doch schon tiefergehend nachgegangen.

Auch die Arbeiter sind heute Manövriermasse, man steuert über die Medien und die Schulen ihren „freien“ Willen und zeigt ihnen welche Bedürfnisse sie haben und wie sie sie befriedigen können. Dann stopft man ihnen noch Feindbilder in den Kopf und Parolen zur Verbreitung ihrer „Überzeugung“. (Mechanismus sinngemäss siehe „Schöne neue Welt“ von Aldous Huxley)

Die Arbeit auf alle Arbeitsfähigen zu verteilen finde ich das beste, was man machen könnte. Diejenigen, die viel erben konnten und Leute wie uns für die Vermehrung ihres Reichtums unter einer kleinen Beteiligung genannt Lohn schuften zu lassen (in einer Menge, die auch nicht wirklich frei bestimmt werden kann) natürlich mit einbezogen.
Viele Menschen haben eine Ausbildung, die in der heutigen Wirtschaft nicht mehr gefragt ist, und leiden unter Nicht-mehr-gebraucht-werden. Sie werden mit teuren, von Versicherungsprämien einzahlenden Arbeitern finanzierten, Psychopharmaka und Psychologen beruhigt.
Die psychisch stabileren werden aufgeteilt in Arbeitslose und Arbeitslosen-Vermittler , die wieder Löhne beziehen von wertschöpfenden Arbeitern finanziert, ebenso wie die Arbeitslosen, die einen Wahnsinns Post- und Vorstellungsgesprächs-Verkehr verursachen, was wiederum Arbeit für die Maschinen der Post generiert und die von allen geliebten Transporte. Die Idiotie geht soweit, dass gewisse Arbeitslose in Scheinfirmen Scheinarbeiten ausführen „dürfen“, mit echter Infrastruktur, um nicht in oben genannte Problematik zu fallen und für die Wirtschaft auf dem aktuellen Stand bleiben. Alles von den Lohnarbeitern über Steuern bezahlt.
Viele Dinge, die heute geschehen sind an und für sich sinnlos, aber die Arbeit von irgendjemandem, der aggressiv würde, wenn du sie hinterfragst.
Was aus den heute jungen wird, dazu wurden hier ja schon Befürchtungen beschrieben, aber sicher wird das heute und in Zukunft auch von der arbeitenden Bevölkerung finanziert.

Zur Bodensteuer möchte ich bemerken, dass auch Boden wie die Luft und auch Wasser zu den Grundbedürfnissen gehören, und nicht in den Besitz weniger. Der grösste Grundbesitzer in Deutschland ist meines Wissens die Kirche, und die ist steuerbefreit. Zum Leben und arbeiten braucht es aber Boden, je mehr Boden umso mehr kann produziert werden ob Maschinen oder Gemüse, obwohl das miteinander nicht direkt vergleichbar ist.
Vielleicht sollte man Grundnahrungsmittel auch nicht besteuern.
Ich kann dir auch kein fertiges Konzept zum Arm rausschütteln, ich finde das sollten wir alle zusammen erarbeiten. Aber ich denke dass der Besitz von Lebensgrundlagen besser d.h. gerechter geregelt werden sollte als heute.

Du bist wahrscheinlich mit mir einig, dass man keine Menschen besitzen kann/soll. Ich gehe etwas weiter und behaupte das auch von Tieren; In der Schweiz wurde kürzlich der rechtliche Status von Tieren geändert: sie sind nun keine Sache mehr.
Ähnlich sehe ich das mit dem Boden; was du zum leben brauchst (gilt auch für das hinterletzte Lebewesen) sollst du nutzen dürfen, sollst du be-sitzen. Wenn die Nachkommen das weiterführen wollen, kein Problem. Wollen sie nicht, ist der Boden wieder frei. Aber wenn du das hundertfache an Boden für dich in Anspruch nehmen willst, dann mach das, und zahle Steuern an all jene, denen du diesen Boden entziehst. Erwirtschaftest du damit einen Gewinn, ist er dein. Brauchst du Arbeiter dazu, zahlst du ihnen einen Lohn ohne Steuern und Sozialgelder. Der Endverbraucher zahlt Steuern.
Auch die Kirche würde dann von ihrem gehorteten Reichtum etwas in die Gesellschaft fliessen lassen, und damit wäre schon vieles finanziert und die Bodensteuer nicht allzu hoch.
Eben wie gesagt ich hatte bis jetzt noch nicht genug Zeit alles zu bedenken, ich muss immer wieder arbeiten gehen und kann dabei wichtiges übersehen habe, darum bin ich dankbar für konstruktive Kritik.
Aber das noch:
Unsere Gesellschaft heute ist wohl ziemlich krank, aber einige Krankheiten mögen wir, andere weniger und das macht es unheimlich schwierig unvoreingenommen ein neues Finanzierungsmodell nur schon zu bedenken.
Ich bitte allgemein darum sich mal eingehender mit dem Realitätsbezug der eigenen Argumente zu beschäftigen, und sage als Mechaniker, der schon fleissig mitrationalisiert hat im Automatenbau, unsere Wirtschaft wird effizienter und das ist kein Problem, sondern eine Errungenschaft. Mehr Maschinen – weniger Menschenarbeitsplätze – weniger Löhne – weniger Steuereinnahmen, gleichzeitig längere Produktionszeiten – mehr Konsumgüter; wer soll denn ein geschäftliches Interesse haben, das wieder rückgängig zu machen?
Auch im EDV-Bereich ist Rationalisierung zu bemerken, und das Wachstum in diesem Bereich als Kompensation für die traditionelle Wertschöpfung wurde wohl massiv überschätzt.
Aber sobald die Früchte der Arbeit gerecht verteilt werden, so wie auch die noch anfallenden Arbeiten, kann sich jeder noch zu Lebzeiten seinen Interessen widmen ohne todmüde und böse auf andere, die mehr zu profitieren scheinen, zu sein.
Sich heute noch 40 bis 50 Stunden pro Woche nur mit der Existenzsicherung zu beschäftigen finde ich eigentlich ein Armutszeugnis unserer modernen Gesellschaft. Aber der Teil der Bevölkerung, die das noch dürfen, wird ja immer kleiner, und der andere Teil muss sich halt mit sich selbst und der Umwelt irgendwie auseinandersetzen oder zudröhnen.
Meine Idee: bessere Qualifikation erarbeiten, Pensum runter zwingen und mehr Zeit in wichtiges investieren (erwachsene Kinder brauchen ihre Eltern nicht mehr so dringend) und die Gesellschaft mitverbessern wo es nötig ist.

Mit einem existenzsichernden bedingungslosen Grundeinkommen, wären die heutigen Probleme nicht alle gelöst, aber es gäbe genug freie Kapazität auch von heute völlig absorbierten Leuten, um sie anzugehen. Und ungerechter als heute wäre die Gesellschaft wohl kaum. Das Dumme ist, um die Problematik auch des heutigen Steuersystems zu sehen, braucht es Zeit, die man ja lieber in Hobby und andere schöne Sachen investiert. So halten aber die Profiteure von heute (nicht nur Hartz4- Empfänger!)die Situation stabil und saugen die weiter Arbeiter aus.

Ich hab’s jetzt etwas genauer ausgedrückt aber ganz druckreif finde ich es nicht, mir fehlt die Zeit…..

Noch paar Adressen  zum Thema

Podiumsdiskussion:
http://www.youtube.com/watch?v=zBflJK9WEYg
http://www.youtube.com/watch?v=5wf7WAl6ptU&feature=related

http://www.youtube.com/results?search_query=Grundeinkommen&search=Search

http://www.grundeinkommen.tv/blog/2006/06/helmy-abouleisch-grundeinkommen-in.htm

http://www.grundeinkommen.tv/

http://www.initiative-grundeinkommen.ch/content/text/

http://www.archiv-grundeinkommen.de/werner/StZ-Interview-Goetz-Werner.pdf

global gedacht
http://www.globalincome.org/Deutsch/Deutsch.html
Fakten
http://www.globalincome.org/Deutsch/Fakten.html

Mit besten Grüssen von mir


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Schlechter als das heutige System kann es kaum werden, von daher wäre ich sowieso für jeden Versuch zu haben.

Aber die Frage ist auch immer, ob die Menschen so mitspielen. Das Problem der sinkenden Löhne ist doch auch darauf zurückzuführen, dass die Arbeitnehmer sich von ihren Gewerkschaften quasi verarschen lassen.
Was ein Manager verdient, spielt eigentlich keine Rolle, denn wenn der Arbeitgeber, also die Aktionäre einer AG so dämlich sind, einem unfähigen Manager ein extrem hohes Gehalt zu bezahlen, ist das erstmal deren Problem.
Die anderen Arbeitnehmer sollten halt einfach mal entsprechende Lohnerhöhungen fordern und wenn die Arbeitgeber nicht zahlen wollen muss halt mal gestreikt werden (das was wir als Streiks kennen ist Pillepalle). Natürlich braucht es dafür ein wenig Kapital, wenn man während einem Streik keine Kohle bekommt, aber das muss man eben vorher ansparen.
Heute klappt das natürlich nicht mehr, der Zug ist längst abgefahren, aber in den 50er/60er Jahren war das System auf einem halbwegs guten Weg, man hätte nur diese ganzen Unsitten nicht einreißen lassen dürfen.

Die Arbeitnehmer haben also die legalen Möglichkeiten des Systems nicht genutzt, entweder man wirft ihnen vor sie waren zu dumm, oder man schiebt es auf die Oberschicht, welche die Leute entsprechend dumm gemacht hat. Von daher ist die heutige finanzielle Unfreiheit auch selbst verschuldet.

Wichtig ist aber, dass ein Grundeinkommen oder sowas ähnliches meiner Meinung nach nur dann gerechtfertigt sein kann, wenn es wirklich Überkapazitäten gibt, die schlichtweg nicht abgebaut werden können.
Das glaube ich aber nicht. Hätte wir beispielweise eine Art Vermögenssteuer die ab einem bestimmten Level das gesammte Kapital abschöpft, so dass es quasi eine Obergrenze gibt, über die niemand hinaus Reichtum ansammeln kann wäre das Geld gleich ganz anders verteilt. Man könnten diesen Leuten die Möglichkeit geben, ihr Geld selber loszuwerden und damit die Wirtschaft anzukurbeln (einfach teure Dinge kaufen und die dann aufheben geht natürlich nicht, diese Obergrenze darf nicht umgangen werden) oder der Staat nimmt es und investiert es in Infrastruktur, Bildung, Forschung etc..

Vielleicht könnte man durch solche Maßnahmen die Überkapatität abbauen, weil eben viel mehr Arbeit da wäre.

Das Phänomen Arbeitslosigkeit gibts ja schließlich noch nicht so lange, die Frage ist also was war vor wenigen hundert Jahren anders als heute? Abgesehen von Armut in breiten Bevölkerungsschichten hatte fürher zumindest jeder Arbeit und wenn er eben nur ein Kleinbauer war, der das produziert hat was er verbraucht hat.
An der Rationalisierung kann es nicht liegen, rationalisiert wurde seit zum ersten Mal ein Mensch irgendein Werkzeug statt nur seine Hände benutzt hat, es liegt nur daran, wie die aufgrund von Rationalisierung frei werdenen Kapazitäten in einer Gesellschaft genutzt werden, das Problem ist eben wirklich, dass der Vorteil schneller also billiger produzieren zu können nur bei wenigen landet, wobei ich da ausdrücklich den Großteil der mittelständischen Unternehmer (kleine ohnehin) ausnehmen will. Millionäre sind uninteressant und die Forbes Liste reichster Menschen sollte man auch nicht so ernst nehmen.

Was mir noch wichtig ist, man muss die Idee Grundeinkommen völlig losgelöst von dem heutigen System sehen. Zu fordern, einfach ein Grundeinkommen einzuführen ist Unsinn, im heutigen System hätte das den Effekt, dass sich die Schicht der Faulenzer (wieviele es auch sein mögen) noch weiter ausbreitet und sich noch viel mehr Menschen auf den Staat verlassen als ohnehin schon.


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 alp
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Würden die Arbeiter gerecht entlöhnt und nicht mehr mit übermässigen Abgaben belastet, würde keiner mehr 40 bis 50 h die Woche arbeiten müssen oder wollen. Sein Anteil am Gewinn muss höher sein, und der Anteil der ManAger geringer, natürlich muss auch mehr in die gesunde Firmenzukunft fliessen und weniger in die Aktionärstaschen. Wenn die meisten oder alle nur schon ihr Pensum auf 50% zurückschrauben würden, würden wieder mehr Menschen an der Arbeitswelt beteiligt.
Solange aber ein Überangebot  an qualifizierten Arbeitern vorhanden ist, kann der Lohn gedrückt werden, vor allem bei jenen, die nicht auf Ämter betteln gehen mögen, oder sich von ihrer Heimat noch miesere Löhne gewohnt sind. („Präventive Streikbrecher“ könnte man doch Leute nennen, die jede Jobverschlechterung hinnehmen.)
Für die Fehler in den 50/60er Jahren müssen doch nicht die folgenden Generationen der Nicht-Elite den Kopf hinhalten – heute soll es so gut sein wie es heute möglich ist – haben wir ein besseres System erarbeitet, dann fordern wir es ein, überall.

Das was besser war damals, waren Aufbau-Arbeitsvolumen für Firmen aus unseren Regionen nach Zerstörungen und einfache Ausweitung der Wirtschaft auf Kosten der noch nicht soweit ausgekotzten Natur usw.
Zudem waren die Kosten des Gesundheitswesens tiefer, die Prämien sind ja schmerzhaft hoch inzwischen, und das kommt auch von teueren Medikamenten – Entwicklungskosten heisst es, obwohl die Werbekosten um ein vielfaches höher sind. (siehe nebenbei mal die Preisbildung von Medikamenten an, eine Abzockerei!)
In Alterspflegeheimen der Schweiz gibt es auch wenig begüterte Senioren, die leidend schweigen, weil auch kurze Gespräche und Zuwendung vom Pflegepersonal mit Taxpunkten bewertet und in Rechnung gestellt werden;
Das System entartet: „Jeder“ will jede Handlung zur eigenen Existenzverbesserung jemandem in Rechnung stellen, geht das nicht, bleibt die Arbeit liegen.
Viele zahlen für die Möglichkeit Sport zu machen, früher hat man Holz gehackt, ohne einen Lohn dafür zu verlangen, dafür kauft man heute teures Heizöl.

Das was damals gut war, ist heute vorbei, auch ohne weiterrationalisierte Wirtschaft.
Ein Krieg in unmittelbarer Nähe würde uns der Vollbeschäftigung wieder näher bringen, aber diese Idee ist mir zu elitär.
Apropos Rationalisierung; irgendwann wurde eine gesellschafts- und naturverträgliche Grenze überschritten, und so ist die Produktivität pro Lohnempfänger heute viel zu hoch; denk an den Kleinbauern von früher der von einem Grossbauern mit seinen immer mehr von Robotern gebauten Maschinen verdrängt wurde.
Das zusammen mit der Globalisierung führt immer mehr dazu, dass sogar das Wissen um Fertigkeiten auch in den ehemaligen Industrieländern verloren geht. Da muss etwas dagegen gemacht werden! Gewisse (Handwerks-)Arbeiten sollten um der Kultur willen ausgeführt werden, heutige Idealistenhobbies.

Übrigens wenn man vom Staat spricht in einem System des Bedingungslosen Grundeinkommens, redet man von einem viel kleineren, schlanken Gebilde, da vieles was heute kompliziert berechnet wird, wegfällt.

Mit den Reichen gibt’s Probleme. Die werden schwarzsehen, verleumden und kämpfen, wenn ihr Reichtum weniger gefüttert oder abgebaut werden soll. Aber das bringt uns an den Punkt zu fragen, wie es möglich ist, mit der Arbeit zweier Hände so viel Geld zu erwirtschaften. Es gibt sicher einige doofe, die irgendwelchen Gurus, Priestern oder Lotterieorganisatoren ihr Geld für irgendein Seelenheil irgendwohin schieben, aber dass diese Geldhaufen so abartig wachsen können, liegt an einem weiteren Systemfehler: dem Zins. Könnte man diesen Fehler korrigieren, würde sich die Schieflage unseres Systems vielleicht fast von alleine wieder einpendeln (wahrscheinlich nicht - nur der Untergang wäre langsamer), aber so müssen Zinsgelder gedruckt, Zinsschulden bezahlt und natürlich vorher durch steuerbelastete Arbeit verdient werden. Und dieses Geld landet dann wieder auf den Haufen der Reichsten, die so reich sind, dass sie mit ihren Privatbanken gar nicht in den Forbes-Listen auftauchen.

Dokumentarfilm Zeitgeist, ab der 71igsten Minute geht es um unser Geldsystem
(sehenwert der ganze Film)
http://video.google.de/videoplay?docid=1338572241371195960

Das Bedingungslose Grundeinkommen ist ein anderes System als unser heutiges und nicht einfach mischbar mit diesem. Ein Wechsel ist sicher nicht einfach, auch da viele Leute Mühe haben selbständig (ohne ihren Chef  oder Guru zu fragen) zu denken. Aber ein Anfang ist doch mal, dass man aufhört, die Vollbeschäftigung als Ideal zu sehen und von allen oder für alle zu fordern; wir sind einfach zu effizient (zu effizient sogar für Qualität). Eine bessere Verteilung der Arbeit und eine gerechtere Besteuerung finde ich einen guten Anfang - und schon habe ich die meisten Aktionäre zum Feind.

Es gäbe eine (kurze) Krise, würde man das Bedingungslose Grundeinkommen jetzt einfach einführen, die müden Arbeiter würden zu hause bleiben. Auch du würdest mit deiner gesicherten Existenz eine Zeit lang nicht mehr arbeiten gehen, nur noch diejenigen, denen ihre Arbeit persönlich etwas bringt, gehen weiterhin zur Lohn-Arbeit. Die Produktionszahlen würden einbrechen und viele Profiteure der heutigen Ungerechtigkeit bekämen Angst um ihre Gewinne. Sofort würden sie ihren Profit etwas verkleinern und höhere Löhne bieten, und die Arbeiter würden einen Teil ihrer Zeit wieder in Lohn-Arbeit investieren, weil sie sich doch etwas mehr als nur das Überleben leisten wollen. Die Bosse würden sogar dafür sorgen, dass du dich wohl fühlst, damit du als eingearbeitete Fachkraft bleibst, weil für den Boden den sie mit ihrer Produktionsstätte belegen, zahlen sie ja Steuern bis sie den Boden wieder frei machen.

Dieses Angebot wird aber nie von „oben“ kommen, weil das eine Verkleinerung der Dominanz oder Macht der wenigen bedeutet, die heute etwas zuviel davon haben.

Beginnen muss das in den Köpfen, und Entwicklungen, die das Bedingungslose Grundeinkommen für die Zukunft verunmöglichen sollen, müssen halt heute schon mindestens tiefgehend hinterfragt werden.
Als eine solche Bedingung für die Kontrolle der Auszahlung sehe ich den gechipten Bürger.
Eben bedingungslos soll es sein, sonst ist es sowieso zu teuer und bringt nicht die Freiheit, die es kann.

Einer allein kann das nicht einführen, und es gibt „studierte“ die behaupten, dass die Zeit noch nicht reif ist, aber ich denke, die Zeit ist so reif wie wir sie dafür halten. Und ich sehe nicht ein, warum man etwas erst verbessern soll wenn es kaputt ist.

Pflege die Gesellschaft solange es noch eine ist.


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Beiträge: 2134
Admin
(@erutan)
Mitglied
Beigetreten: Vor 21 Jahren

Aus aktuellem Anlaß:

http://www.welt.de/welt_print/article3232289/52-975-Unterschriften-fuer-ein-bedingungsloses-Grundeinkommen.html

Susanne Wiests Petition die magische Grenze. Auf der Internetseite des Petitionsausschusses des Deutschen Bundestages ( https://epetitionen.bundestag.de) quittierte der 50 000. Bürger mit seinem Namen seine Zustimmung zur Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens.

[...]

Die Erfolgsgeschichte der Petition ist ein Lehrstück darüber, wie sich Formen direkter Demokratie im Multimedia-Zeitalter durchsetzen können und wie mithilfe des Internets aus einem privaten Ansinnen eine kleine Bürgerbewegung werden kann.

Das sehe ich leider anders. Es zeigt wie wenig Bereit die Menschen sind, auch nur ein paar Tasten für eine Veränderung zu drücken. Die 53000 Stimmen machen nicht einmal 0,7% der Bevölkerung aus.

Doch auch das soll angeblich den Petitionsserver schon zum Einbruch gebracht haben, so daß er für Stunden nicht erreichbar war.

Einfach nur traurig!!


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