Ihr habt es sicher mitbekommen: Es gab einen Riesen-Hackerangriff auf Sony Pictures sowie Terrordrohungen wegen einer Komödie über Nordkorea. Sony ist eingeknickt und der Film wird tatsächlich nicht aufgeführt; zumindest überlässt man die Entscheidung den Kinobetreibern selbst, die sich wohl alle eher dagegen entscheiden werden. Das Gejaule in Amiland ist groß und es ist gleich mal die Rede von einem verlorenen Cyberkrieg, denn natürlich ist klar, dass Nordkorea dahintersteckt.
Wirklich? Schauen wir uns an, was passiert ist: Die ganze Welt weiß jetzt von einem Komödchen, das ansonsten als ein Film unter vielen gar nicht weiter aufgefallen wäre. (Okay, da ich den Film noch nicht gesehen habe, ist das natürlich nur eine Vermutung von mir, aber es würde mich wundern, wenn es ein herausragendes Meisterwerk wäre.) Es ist eine Riesenwerbeaktion, die als Selbstläufer nicht einmal extra etwas kostet. Sind die Nordkoreaner wirklich so blöd, einen solchen Streisand-Effekt nicht vorherzusehen? Das kann ich mir irgendwie nur schwer vorstellen, die sind immerhin keine hirnlosen religiösen Dumpfislamisten, die auf die Art auch schon mal einen Film bewarben, der nicht einmal wirklich existierte.
"Die ganze Welt weiß jetzt von einem Komödchen, das ansonsten als ein Film unter vielen gar nicht weiter aufgefallen wäre..."
jop!
...schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten!
Wem nützt es!?
Sieh an, auch Experten für Computersicherheit glauben die Nordkorea-Story nicht:
http://gawker.com/a-lot-of-smart-people-think-north-korea-didnt-hack-sony-1672899940
Jemand hat denen in Nordkorea heute morgen das Internet abgestellt. Landesweit.
Inzwischen geht's wohl wieder.
Übrigens findet Cyberwar täglich statt, auch und insbesondere gegen deutsche Firmen.
"Die Ausfälle führten dazu, dass ein Hochofen nicht geregelt heruntergefahren werden konnte und sich in einem undefinierten Zustand befand. Die Folge waren massive Beschädigungen der Anlage."