Natürlich werden die Medien gesteuert. Nennt sich "Redaktion" bzw. "Chefredakteur". Auf den wird dann ja auch der Druck ausgeübt durch die Politik und es wird schön "Honig ums Maul geschmiert". Oder ein Hotelaufenthalt bezahlt, eingeladen in ein Hotel usw. (es gab da schon Artikel darüber das Journalisten eben günstiger an Mietwagen kommen usw., auch im Zuge der Affäre Wulff)
Das Wulff so angegriffen wurde finde ich auch nicht richtig, das er sich allerdings dauernd als "Opfer" dargestellt hat ist wieder ein anderes Thema. Er hätte in dem Fall bereits anfangs alles sagen müssen und nicht nach der Salamitaktik agieren sollen ("hoffentlich kriegen die das nicht alles raus"). Dadurch hat er dafür gesorgt das er Tagelang Thema war weil immer wieder was ans Licht gekommen ist. Für Medien ist das ein gefundenes Fressen.
Weils grad ausgezeichnet zum Putin-Thema passt:
http://www.heise.de/tp/artikel/36/36490/1.html
"Eine Woche vor den Präsidentschaftswahlen enthüllt der staatliche russische Fernsehsender Pervi Kanal, wie angeblich Feinde Russlands in London und im Kaukasus einen Anschlag auf Wladimir Putin vorbereiteten"
Und hier noch ein aktuelles Beispiel dafür wie Medien auch arbeiten können:
http://www.bildblog.de/ressort/schleswig-holsteinischer-zeitungsverlag/
Natürlich werden die Medien gesteuert. Nennt sich "Redaktion" bzw. "Chefredakteur".
Ich glaube, wir reden da aneinander vorbei.
Wenn es so wäre wie Du glaubst, dann gäbe es meiner Ansicht nach eine deutlich vielschichtigere Medienlandschaft. Dann hätte es (um beim Fall Wulff zu bleiben) auch Medien gegeben, die aus einer anderen Perspektive berichtet hätten.
Nein, ich denke, daß die Medien zentral gesteuert werden und das nicht nur in Deutschland, sondern überall dort, wo es sogenannte "freie" Medien gibt.
Und wenn ich damit recht habe, dann wäre das beinahe gleichbedeutend mit einer zentralen, weltweit vertretenen Führung, die einerseits auf die Meinungen der Menschen unmittelbar Einfluß nimmt und andererseits ganze Regierungen oder einzelnen Politiker stürzt und dadurch massiv auf Staaten Einfluß nimmt, die vermeintlich als unabhängig und frei gelten.
das er sich allerdings dauernd als "Opfer" dargestellt hat ist wieder ein anderes Thema. Er hätte in dem Fall bereits anfangs alles sagen müssen und nicht nach der Salamitaktik agieren sollen ("hoffentlich kriegen die das nicht alles raus")
Ich bin der Ansicht, daß diese Sichtweise den Menschen durch die Medienberichterstattung zu einem Großteil eingegeben wurde.
Objektiv betrachtet hat sich Wulff meiner persönlichen Ansicht nach nicht anders verhalten, als sich die allermeisten anderen Menschen in seiner Situation auch verhalten hätten - insbesondere Politiker.
Meiner Meinung nach hat er anfangs nicht geglaubt, daß man jeden seiner kleinen Fehler in die Öffentlichkeit zerren würde. Schließlich dürfte er die Erfahrung gemacht haben, daß so zu handeln in der Politik üblich ist und daß man damit i.d.R. ungeschoren davon kommt.
Naja, wenn es um seinen Fehler ging hieß es immer "wir", aber schuld sind immer "die anderen".
Es gibt in DE leider nicht viele Medienhäuser die so recherchieren wie es die Aufgabe von Journalismus ist sondern nach dem Motto "dpa Meldung -> Aufhänger -> Titelseite -> Aktuelles Thema -> Kopieren und senden".
Es heißt nicht umsonst Good News are Bad News und Bad News are Good News. Es wird alle paar wochen eine neue Sau durchs Dorf getrieben die gerade aktuell scheint. Ob das jetzt Fukushima, BSE oder die Aufruhen in Ägypten sind. Sobald die Nachricht 2 Wochen alt ist verschwindet die "news" im Hintergrund, da diese Medial bereits ausgeschlachtet wurde. Sensationsjournalismus eben. Die Sensation z.B. bei Kachelmann und seinem Prozess ließ sich gut beobachten, während des Prozesses kaum berichte, am Anfang Mediensturm, am Ende eine Kurznachricht über die Freisprechung hinten in den Kleinanzeigen. Es war keine Sensation mehr. Schweinegrippe dasselbe, Vogelgrippe dasselbe. Sommerloch ist auch jedes Jahr wieder...
Nehmen wir Ägypten als Beispiel, wieviel hört man da jetzt noch? Nicht wirklich viel, dafür das sich dort auch wieder Menschen versammeln und demonstrieren und eigentlich noch garnichts passiert ist, aber das ist eine alte Sau die schon durchs Dorf getrieben wurde. Medial inszenieren ließe sich das nurnoch indem mit Panzern über die Demonstranten gefahren wird, vorher wird das kaum wen mehr interessieren als die Oskar-Verleihung und welches Kleid welches Mager-Mädchen anhat.
Es gibt in DE leider nicht viele Medienhäuser die so recherchieren wie es die Aufgabe von Journalismus ist sondern nach dem Motto "dpa Meldung -> Aufhänger -> Titelseite -> Aktuelles Thema -> Kopieren und senden".
Nun, unter den großen, gewichtigen Medien gibt es offenbar nicht eines. Es spielt ja keine Rolle ob es hier und da ein kleines, aufrichtiges Blättchen gibt - wichtig sind die großen Tageszeitungen, Boulevardblätter, die großen Nachrichtensender und die großen Nachrichtensendungen.
Wenn die alle das gleiche berichten, so ist das erschreckenderweise für gut und gerne 90% der Menschen wahr.
Der von Dir beschriebene Weg, die Meldungen von den großen Nachrichtenfeedern zu beziehen, bekräftigt meine Meinung über die Rolle der Medien als Frontend und Sprachrohr einer zentralistischen Kraft und ihre Unfreiheit bei der Berichterstattung. Denn denkt man weiter und legt die Bewggründe zugrunde, die Du vermutest (Geldmacherei und das möglichst einfach), dann stellt man doch letztendlich fest, daß es den genau gegenteiligen Effekt erzielt. Da keine inhaltliche Abgrenzung von anderen Nachrichtenkanälen erfolgt - ja sogar eine Gleichschaltung - benötigt der Mensch nur eine einzige Nachrichtenquelle und umfassend "informiert" zu sein. Weitergehende, tiefergehende oder gar widersprechende Informationen findet er nicht.
Das ist so, als stünde in allen Büchern das gleiche und alle Filme hätten die gleichen Inhalte.
Aus Profitsicht wäre es viel besser, jeder Nachrichtenkanal würde eine inhaltliche Abgrenzung vornehmen wie es auch bei anderen Produkten (insbesondere Informationsprodukten) der Fall ist. Dann hätte ein Konsument den Anreiz, mehrere Nachrichtenquellen als Informationsquelle zu nutzen.
Und was die Säue angeht, die regelmäßig durch's Dorf getrieben werden: Die gibt es zweifellos. Es gibt aber leider auch jene Berichte, die eine politische Einflußnahme oder eine Einflußnahme auf die Meinung der Konsumenten ausüben. Dazu gehörten nicht zuletzt auch die Hypes um die diversen Grippewellen.
Sie sind ja nicht unfrei sondern faul! Und das die Zeitungen weniger Umsätze machen liegt ja vor allem an einem: Dem Internet und den Urheberrechtsverletzungen. Zumindest aus Sicht der Verlage. Das diese bei einem iTunes Abo z.B. für iPad auch 20% davon abdrücken müssen (an Apple) war ihnen ja auch zuviel und die Berichterstattung wurde auf "weinen und jammern" umgestellt. Freilich verletzt man als Zeitung auch ungeniert Urheberrechte, ja, wenn das angeprangert wird wird ja sogar mit der Freiheit des Internet argumentiert und das da ja alles kostenlos ist. Aber wage es nicht zwei Zeilen aus einem Artikel abzuschreiben und falsch zu zitieren, da wird ganz schnell eine 2500€ Abmahnung zugestellt für die Leistung die dpa Nachricht zu kopieren.
PS: Ist die Costa Concordia inzwischen eigentlich gesunken? Man hört von der ja seit Wochen nichtsmehr...