Grüße!
gestern Abend stieß ich beim Lesen des Buches "Die Spinne in der Yucca-Palme - Sagenhafte Geschichten von heute" von Rolf Wilhelm Brednich, auf einen interessanten "Bericht". Kurz noch zum Thema des Buches; hier handelt es sich um eine Auflistung von sog. "modernen Sagen", also Geschichten die irgendwer mal erlebt haben soll und mit Sicherheit "wahr" sind. Natürlich sind diese Geschichten nicht wahr, aber die hier vorliegende wäre eine genaure Überprüfung wert. Ich werde sie nun, genau wie sie im Buche steht, hier widergeben:
[i](Seite 130-131)
101. Verschwunden am Untersberg
Ein Bekannte, die sich intensiv mit dem Übersinnlichen befaßt und auch eine kleine Zeitschrift herausgibt, erzählte mir Ende 1987, daß drei Menschen auf mysteriöse Weise am Untersberg bei Berchtesgaden verschwunden seien. Die drei hätten dort nach geheimnisvollen Plätzen, Höhlengängen usw. gesucht. Weder Grenzpolizei noch Bergwacht konnten sie finden. Einzig ihr Wagen hätte noch immer in Unterschönberg am Fuße des Berges gestanden. Man hatte sie aufgegeben, vermutet, daß sie in irgendwelchen unerschloßenen Höhlen des Berges verschollen seien.
Dann, drei Monate später, hatte sich einer der drei über Radio Norddeich bei einer Bekannten gemeldet. Er sei, zusammen den beiden anderen, in Ägypten aufgetaucht und nun auf einem Schiff auf dem Roten Meer auf dem Weg nach Alexandria. Dort wurden sie auf dem deutschen Konsulat vorstellig, um wenig später nach Deutschland zurückzukehren. Sie hüllten sich über ihre Erlebnisse am Unterberg in Schweigen.
Quelle: Mündliche Erzählung im November 1987. Zeitpunkt des Geschehens August (Verschwinden) bis November 1987.
Die geschilderte Geschichte stand Ende 1987 in diversen Zeitungen. Die drei Personen, die am Untersberg "verschwunden" sind, waren ein Münchner Ehepaar sowie ihre Freundin. Alle drei hatten sich schon seit längerer Zeit mit dem Übersinnlichen und speziall mit den Geheimnissen des Unterberges befaßt.
In der Volksetymologie heißt der Unterberg auch "Wunderberg", und allerlei Sagen ranken sich um ihn und seine geheimnisvollen Höhlen. Wir finden hier zahlreiche Elemente traditioneller Bergsagen wieder. So sollen hier große Kaiser der Vergangenheit auf den jüngsten Tag warten, wie 1529 ein Mann names Lazarus Aizner berichtete, der von einem Mönch in das Berginnere geführt worden sein soll. Ein Jäger blieb einmal vier Wochen lang trotz allen Suchens verschollen und wurde für tot gehalten, weiß andere Sage. Erst als für ihn die Seelenmesse gehalten wurde, trat er in die Kirche und erzählte, er sei in den Berg entrückt worden. Ein Bauer wurde von den Untersbergbewohnern als Kegelaufheber entgagiert und blieb sieben Jahre fort. Ein Bergmännlein benachrichtigte in diesem Fall seine Angehörigen, daß es ihm gut gehe (HdA VIII, 1483ff.).
Haiding (1965, 108f.) führt unter dem Titel "Die Hochzeitstafel im Untersberg" die Sage von einem Brautpaar an, das samt seinem Gefolge von einem "kleinen Mann" in das Innere des Berges geführt wurde. Als es den Berg wieder verließ, schien alles verändert. Von einem Pfarrer schließlich erfuhr die Brautgesellschaft, daß inzwischen hundert Jahre vergangen seien.
Ebenfalls läßt sich die inhaltliche Verwandtschaft mit zahlreichen anderen traditionellen Berg- und Höhlensagen bis hin zum "Rattenfänger von Hameln" leicht nachweisen. Wir haben es hier also mit einer alten Sage in neuem Gewand zu tun.[/i]
So, das war nun genau das, was auch in dem Buch nachgelesen werden kann. Wir werden hier mit einer Reihe von Informationen konfrontiert, die sich sicherlich überprüfen lassen würden.
Hier ein paar Vorschläge:
- Zeitungausgaben von August - Dezember 1987 überprüfen. Nach Möglichkeit Lokalzeitungen aus der Untersberggegend, bzw. München.
- Das deutsche Konsulat in Alexandria (Ägypten) anschreiben um etwas über den 1987er Vorfall von drei Bayern, zwei davon aus München, zu erfahren.
- Grenzpolizei und Bergwacht anschreiben. Die Polizei unterliegt sicher einer Schweigepflicht, bei der Bergwacht wäre ich mir nicht so sicher. Auf den Wagen, den die drei "Wanderer" in Unterschönberg zurückgelassen haben, eingehen.
- Die örtliche Bevölkerung befragen - Unterschönberg?
Also dann! Ich bitte um reichlich Kommentare, hehe.
Grüße,
Uthek
- Die örtliche Bevölkerung befragen - Unterschönberg?
Hallo Uthek,
guter Beitrag, willkommen in der HE!
Hört sich interessant an, ich hab mal nach Unterschönberg geguckt. S'gibt nur einen Ort diesen Namens, der liegt aber östlich von Miesbach, nordöstlich vom Schliersee. Und das ist ne Ecke weg von Berchtesgaden. Und auch eher Hügelland als Berge.
Hast Du näheres über den Ort?
Gruß
Bergamr
Grüß dich Bergamr,
nein leider habe ich nichts Näheres über diesen Ort. Nur das, was in dem Bericht oben steht. Es kann aber auch sein, daß die Gruppe ihren Wagen wirklich in diesem einen Ort (der weiter weg ist) hat stehen lassen, um dann bis zum Untersberg zu wandern. Wie auch immer - vielleicht gibt es auch kleinere Orte mit dem Namen Unterschöneberg in der direkten Untersberggegend - wer weiß? Eventuell als Stadt- bzw. Ortsteil einer größeren Ortschaft?
Man bräuchte eine größere Karte dieser Gegend und jemanden der von dort kommt um zu forschen. Allerdings könnte man, wie schon oben beschrieben, auch per Epost in Kontakt mit diversen Zeitungen treten um vielleicht die Identität der drei Personen herauszufinden. Das wäre ein Anfang.
Außerdem könnte man davon ausgehen, daß die Bezeichnung "Unterschöneberg" falsch ist - denn diese Geschichte ist ja Mundpropaganda. Will heißen, daß man am Besten eine Liste der direkten Ortschaften rund um den Untersberg aufstellt.
Gruß,
Uthek
Grüß dich Needlemaster,
ja an Unterschönau hatte ich auch schon gedacht, als ich mir eben einige Karten angesehen habe. Dies müßte man natürlich überprüfen, hehe.
Gruß,
Uthek
