[left]Hallo Ihr Lieben,
ich möchte gerne drei naturwissenschaftliche Punkte anführen, die aus meiner Sicht gesehen auf die Existenz der Metaphysik hindeuten. Es sind dies:
- die Nichtlinearität des Universums,
- die Quantenphysik und
- das Branmodell der Physik.
Wir können sie die drei Tore zur Metaphysik nennen. Unter dem Metaphysischen sei all das zu verstehen, was über das sinnliche Erfahrbare und über das physikalisch Feststellbare hinausgeht.
Gemäß der [color=#000099]Nichtlinearität des Universums [/color]ist das physikalische Universum als Ganzes größer als die Summe seiner Teile. Daher muss es über das Physische hinaus etwas geben, das auch existiert [color=#000099][u](erstes Tor zur Metaphysik)[/u].[/color]
In der Quantenphysik kennen wir das Phänomen der Polarität (Dualität). Wir wissen, dass atomare und subatomare Teilchen, welche die Bausteine der Materie sind, sowohl die Eigenschaft eines Korpuskels als auch die einer Welle haben. Dabei wissen wir auch, dass sich diese beiden Eigenschaften nicht zeitgleich zeigen können. Beide Eigenschaften machen es zu einem Ganzen. Doch ist dieses Ganze eine Einheit, die zwei raumzeitlich voneinander getrennte Halbheiten hat. Der Korpuskel ist die eine Halbheit, die Welle die andere. Eigenartigerweise haben wir es hierbei mit keiner absoluten Verbindung dieser beiden Halbheiten zu tun, weil die Raumzeit sie ja voneinander trennt. Auf der anderen Seite haben wir es ebenso wenig mit einer absoluten Trennung zu tun, weil sie offensichtlich miteinander zu tun haben. [color=#000099]Es ist, als wären sie weder absolut voneinander getrennt noch absolut miteinander verbunden. Oder wir könnten im Umkehrschluss auch sagen, dass sie sowohl miteinander verbunden sind als auch voneinander getrennt.[/color] Irgendwie paradox, nicht wahr?
Dasselbe ist mit den Teilchen untereinander. Sie sind raumzeitlich voneinander getrennt. Auf der anderen Seite kommt die Quantenphysik zu der Erkenntnis, dass im Teil das Ganze steckt. Wenn im Teil das Ganze steckt, muss jeder Teil mit dem Ganzen in Verbindung stehen.
Das Dilemma des [color=#000099]‚Sowohl-getrennt-seins-als-auch- des-verbunden-seins‘[/color] oder in der Umkehrung des [color=#000099]‚Weder-getrennt-seins-noch-des-verbunden-seins‘[/color] kann nur über das Metaphysische aufgelöst werden. Denn wenn wir das Metaphysische als etwas real Existentes ansehen, ist es denkbar, dass die Frage nach Trennung oder nach Verbindung letztlich nur eine Frage des Standpunktes ist. Aus rein physikalischer Sicht wären die Dinge voneinander getrennt, jedoch aus höherer (metaphysischer) Sicht miteinander verbunden. Weil ferner der Mikrokosmos unbestimmt ist, die Welt aber durchaus bestimmt ist, muss die Bestimmtheit ebenso im Metaphysischen zu suchen sein. [color=#000099][u]Damit ist die Quantenphysik schon das zweite Tor zur Metaphysik.[/u] [/color]
[color=#000099][u]Das dritte Tor zur Metaphysik ist das Branmodell der Physik.[/u] [/color]Gemäß dieses Modells wird das Universum durch eine Kugel repräsentiert. Dabei ist der 4-dimensionale physikalische Teil des Universums auf der Oberfläche dieser Kugel platziert, wobei das Innere der Kugel mit Energie ausgefüllt und wohlgemerkt nicht leer ist. Wir wissen, dass die Oberfläche einer Kugel eine Dimension weniger hat als die Kugel selber. Wenn jetzt das physikalisch Sichtbare/Feststellbare 4-dimensional ist, ist das Ganze mindestens 5-dimensional. Demnach ist die 4-dimensionale Raumzeitwelt des physikalischen Universums quasi ein Schnitt des 5-dimensionalen Universums und somit nur ein Randbereich des Universums insgesamt. Dies veranlasste Stephen W. Hawking, wie folgt, zu sagen: [color=#660099]‘So bilden wir uns vielleicht ein, wir lebten in einer vierdimensionalen Welt, weil wir Schatten sind, die durch das Geschehen im Innern der Blase auf die Bran geworfen werden. Doch aus positivistischer Sicht können wir nicht fragen: Was ist Wirklichkeit, Bran oder Blase? Beide sind mathematische Modelle, die unsere Beobachtungen beschreiben. Es steht uns frei, das geeignete Modell zu verwenden’.[/color]
Das Äußere, das sich auf der Oberfläche der Bran oder Blase befindet, ist eine Projektion - ist also eher etwas Passives. Das Innere der Blase oder Bran, in welchem das eigentliche Geschehen abläuft - also das eigentliche Aktive -, ist dann eher die verursachende Größe. Es ist dasjenige, das die Projektion verursacht. Stephen W. Hawking liefert also selbst Hinweise dafür, wenn er sagt, dass wir Schatten sein könnten, die durch das Geschehen im Innern der Blase auf die Bran geworfen werden. Könnten wir, die wir denken können und daher real sind, Schatten sein? Wohl kaum. Oder wie könnte etwas, das nicht real ist, wahrnehmen und selbständig denken? Die Logik würde uns sagen, dass der Körper durchaus ein Schatten sein könnte, unser Geist aber nicht, womit es eine klare Unterscheidung zwischen Geist und Körper gäbe.
Gemäß dieses Bran-Modells wäre die Materie also eine Projektion und somit eine Wirkung dessen, was im Innern der Blase ausgeheckt wird. Was anderes als der Geist (unser Geist) ist dann in diesem Innern zu vermuten? Dieser wäre dann auch dafür verantwortlich, wie die materielle Welt sich zeigen soll.
In der logischen Konsequenz wäre dann unser aller Geist die Ursache für das materielle Geschehen, was im Einklang mit dem Gedanken Ovids steht, der einst gesagt hat, dass der Geist über der Materie steht. Damit wird das Innere zur aktiven Größe und das Äußere - unsere physikalische Welt - zur reinen Wirkung. Ja, hier kann man schon ein Gesetz erkennen, das da lautet: ‚wie innen, so außen‘. Und es ist die Naturwissenschaft selber, die den Weg zur Metaphysik ebnet. Nur getraut man sich noch nicht ganz, dies beim Namen zu nennen.
Selbst wenn das Branmodell der Physik noch als spekulativ anzusehen ist, sind es die Stringtheorien ebenso. Auch sie stellen quasi ein Tor zur Metaphysik dar, weil sie eine Multidimensionalität voraussetzen, die ebenso Energien beherbergt, die über das Physische hinausgehen.
Nette Grüße
Franzguenter[/left]
Hallo!
[color=#000099]Es ist, als wären sie weder absolut voneinander getrennt noch absolut miteinander verbunden. Oder wir könnten im Umkehrschluss auch sagen, dass sie sowohl miteinander verbunden sind als auch voneinander getrennt.[/color] Irgendwie paradox, nicht wahr?
Das erinnert mich an "Neues Land" von den Fantastischen Vier wo es heißt:
"...
komm komm mit gib mir Deine Hand
diese Reise führt Direkt in Deinen eigenen Verstand
sie geht durch Dich durch und sie durchdringt Dein Sein
Du bist Dein eigener Mensch doch damit bist Du nicht allein
Revolution Evolution obwohl wir alle aufrecht gehn
werden wir uns ewig fragen worum sich die Dinge drehn
schau hinauf zur Sonne acht minuten Du bist da
der nächste Stern vier Jahre das ist immer noch nah
[b]begebe Dich ins Universum wo das paradox regiert[/b]
wo Dein Mikrokosmos und Dein Denken jeden Sinn verliert
dann kehr zurück zur Erde lege Dich in ihren Schoß
und lerne jetzt zu Leben denn die Zeit ist gnadenlos
denn die Zeit verstreicht vergeht verinnt
so wie die Worte die Du hörst weil sie dann schon gesprochen sind
die Zeit kommt und sie geht sie nimmt was sie Dir bringt
tick tack tick hörst Du wie das Pendel schwingt
hörst Du wie die Zeit vergeht hörst Du wie der Baum dort steht
hörst Du wie der Wind drin weht wie sich die Erde dreht
hörst Du wie sich Energie entlädt sich der Geist im Hirn bewegt
der Weltenraum entsteht Planet für Planet
von dieser Ewigkeit,
in Lichtgeschwindigkeit zur Endlichkeit
zu Dir in Deiner Art der Gegenwart zu dieser Zeit
ins jetzt und hier in voller Fahrt fragen wir bist Du bereit
für diese Dimension denn "Die da" sind Vergangenheit...
in der Bewegung liegt die Kraft..."
Das Paradoxon ist wohl irgendwie eine Art Verbindung zwischen den polaren Gegensätzen.
Ja, hier kann man schon ein Gesetz erkennen, das da lautet: ‚wie innen, so außen‘. Und es ist die Naturwissenschaft selber, die den Weg zur Metaphysik ebnet. Nur getraut man sich noch nicht ganz, dies beim Namen zu nennen.
Ganz offensichtlich will man es nicht wahrhaben. (Da kann man wissenschaftlichen Zirkeln schon mal einen Vorsatz unterstellen) Ähnliches weiß auch Wissenschaftshistoriker Prof. Ernst Peter Fischer zu berichten :
"...
Gruber: Mit dem, was Sie nun vorschlagen, bleiben Sie natürlich sehr innerhalb der Wissenschaft verhaftet,
innerhalb einer Wissenschaft, die sagt, wie die Welt beschaffen ist. Ich glaube jedoch, dass es unstrittig ist,
dass die Menschen sehr darauf drängen zu wissen, wie sie leben sollen, was etwas Bestimmtes für sie bedeutet,
wer sie sind usw. Die Menschen wollen also eine Antwort auf all diese umfassenden Sinnfragen. Wie können Sie da
eine Verbindung herstellen? Ist da die Naturwissenschaft trotz allem nicht doch nur eine Hilfswissenschaft?
Fischer: In meinen Augen überhaupt nicht. Wissenschaft kann z. B. die Lichtgeschwindigkeit genau bestimmen...
Gruber: Ja, das ist für die Praxis relevant. Aber schon Heisenberg hat doch gesagt, dass das eigentlich Spannende
und Wichtige dort stattfindet, wo es nicht mehr um die Nützlichkeit von Wissenschaft geht.
Fischer: Heisenberg hat einmal dieses schöne Bild gebraucht, dass wir eigentlich in zwei Welten leben: In der einen Welt
treiben wir Wissenschaft. Das ist die Welt der Dinge, über die wir uns einigen können. In der anderen Welt aber spielen wir
meinetwegen Klavier: Das ist die Welt, die uns etwas bedeutet. Ich glaube, das müssen wir auch wirklich auseinander halten.
Wissenschaft ist zuständig für die Welt, über die man sich einigen kann durch Messungen, durch Theorien, durch Experimente,
durch Präzision usw. [b]Die Welt jedoch, die mir etwas bedeutet, die Welt, in der ich liebe, in der ich leide,
in der ich Freude empfinden kann, kann ich meinetwegen durch Wissenschaft verbessern, aber ich kann durch die Wissenschaften
keine Antworten für sie finden. Das ist übrigens eine Entdeckung, die nach der Aufklärung gemacht worden ist: in einer
Epoche, die wir Romantik nennen und die wir in den Schulen offenbar nicht mehr so gerne unterrichten. Bei uns hat der
Unterricht z. B. mit Immanuel Kant aufgehört. Wir haben daher gedacht, dass Kant alle Probleme der Erkenntnis gelöst hätte.
Im Kant'schen Ansatz steckt ja auch die Idee drin, dass man alles rational lösen kann. Die ganze Kant'sche Theorie ist ja
eine Theorie der Rationalität. Selbst vor der Rationalität war bei ihm Rationalität: damit das immer alles schön
in ein System gebracht werden kann. Sein System ist also ein vollständig geschlossenes System. Kant war auch der Meinung,
dass ich die Frage, wie ich leben soll, durch eine Wissenschaft namens Ethik beantworten kann, die genauso exakt werden kann
wie die Physik. Heute weiß man, dass das nicht geht. Es gibt eben nun einmal zwei Gruppen von Fragen: diejenigen Fragen,
die man durch Messungen und Informationen beantworten kann und diejenigen Fragen, bei denen das nicht geht.
Das sind z. B. Fragen wie: Wem soll ich gehorchen? Wen kann ich lieben? Solche Fragen kann man nicht durch Wissenschaft
beantworten! [/b]
Gruber: Aber das ist doch nun erneut ein Plädoyer für diese zwei getrennten Welten, diese zwei getrennten Kulturen.
Wenn wir das Ganze jedoch nicht wieder zusammenführen können, dann werden wir doch auch weiterhin in dieser kulturell
getrennten Welt leben müssen. Bitte eine kurze Antwort.
Fischer: Wir leben sowieso in einer Teilung in dem Sinne, dass wir immer das Allgemeine und das Individuelle vorliegen haben.
Wir müssen nur wissen, dass beide zusammen das ausmachen, was wir wissen wollen. Sie sind ein Individuum und daher sozusagen
nur mittels literarischer oder fiktionaler Elemente zu fassen. Wenn Sie jedoch eine Brille brauchen, dann muss auch
bei Ihnen ganz genau und präzise die Glasstärke bestimmt werden, weil das optische Phänomen nun einmal ein allgemeines ist.
Wir müssen also zwischen dem Individuellen und dem Allgemeinen unterscheiden: Wir müssen die Spannung,
die dabei erzeugt wird, erkennen und diese beiden Bereiche dann wieder zusammenführen."
( Auszug aus einer Mitschrift einer Alpha-Forum - Sendung, BR-Alpha)
Herzliche Grüße Uranus32!