Die Fahrt des Kreuzers Moltke in die Polöffnung, Fakt oder Fake?
Vor kurzem fand ich einen sehr interessanten Bericht über die Fahrt des Kreuzers Moltke in die hohle Erde, in dem Buch, Die innere Welt, das Geheimnis der schwarzen Sonne von Jan Udo Holey, S.132. Interessanterweise wir hier auch detailliert die Nordpassage in die hohle Erde beschrieben. Es geht in dem Bericht um die Reise des deutschen Kreuzers Moltke welcher zufällig einige hundert Kilometer am Nordpol ins Erdinnere fuhr. Im Jahr 1922 verarbeitete einer der Schiffsoffiziere, Leutnant von Tirpitz, seine Erfahrungen auf dieser Reise, in dem Buch ,Die Memoiren des Großadmiral Tirpitz. Leider war dies eines der Bücher welches im Jahr 1936 der Verbrennung durch die Nationalsozialisten zum Opfer viel. Ich habe mal versucht dieses Buch aufzutreiben. Leider fand ich bisher nur die überarbeitete Neuauflage und dort stand leider nichts über die Fahrt der Moltke drin.
Doch nun auszugsweise zum Fahrtweg der Moltke in Holeys Buch:
Im März 1913 verließ der deutsche Kreuzer Moltke den Kieler Hafen für eine streng geheime Mission. Es ging darum die Nordwestpassage zu finden. Ebenso wie andere Länder versuchte Deutschland einen Weg durch die Beringstraße zum Pazifik zu finden. Der drohende Krieg machte es notwendig, die Sache geheim zu halten. Das Schiff stand unter dem Kommando von Kapitän von Jagow. Leutnant von Tirpitz befand sich ebenfalls an Bord. Die Moltke fuhr unter Kapitän von Jagow zuerst nach Island. Dann ging es an der Südspitze von Grönland vorbei in nordwestliche Richtung, entlang der Westküste Grönlands zum kanadischen Baffin Island. Ende Mai ging das Schiff vor der Nordküste von Baffin Island, etwa 70 Grad Länge und 60 Grad Breite vor Anker, um auf die Eisschmelze zu warten. Innerhalb von zwei Wochen öffnete sich statt der besser bekannten westlichen Route im Lancaster Sund, die als Nordwestpassage bekannt ist und zum ersten Mal 1903 von Roald Amundsen erwähnt wurde, eine Fahrrinne durch das Eis, die nach Norden ging. Das Eis brach und ermöglichte der Moltke die Fahrt in die offenen Gewässer weiter im Norden. Die offene Fahrrinne nach Norden war breiter als die Deutschen es erwartet hatten. Während sie weiterfuhren, verbreiterte sich die Rinne immer mehr. Schließlich sah man bis zum Horizont nur noch offenes Meer. Ende Mai fuhr das Schiff immer noch in wärmeren Gewässern. In der Luft flogen Wanderdrosseln und auf den Inseln an denen man vorbei kam, konnte man Renntiere und Schwarzbären sehen, die aus dem Norden kamen. Das deutsche Schiff fuhr langsam weiter, während man ständig die Tiefe maß. Dabei war es 24 Stunden am Tag hell. Dann fiel der erstaunten Mannschaft auf, dass die Sonne tief am Himmel stand und immer tiefer fiel je weiter man fuhr. Ende Juni war sie ganz verschwunden und es herrschte tiefe Dunkelheit. Der Kompass spielte völlig verrückt und der magnetische Norden war nicht mehr auszumachen usw....................
Die Moltke fuhr nicht allzu weit in die Öffnung hinein (ca. 600 Kilometer), jedoch weit genug um Tiere und Pflanzen zu entdecken, die eigentlich seit Millionen Jahren ausgestorben sind. Am 10.Juli begann die Heimreise und am 1.August 1913 lief das Schiff im Heimathafen ein. Wer weiß eventuell mehr darüber.
Nun vielleicht wäre der Reiseweg der Moltke ein Ansatzpunkt für eine Nordpolexpedition?
Hallo Asgard,
unter : http://www.zvab.com findest du unter dem Suchwort "Großadmiral Tirpitz" noch genügend dieser Bücher im Original. In dem Inhaltsverzeichnis kann ich aber kein Kapitel entdecken, dass diese Reise enthalten könnte...
Gruß
Alvaricus
Einiges scheint nicht zu stimmen. Wie in der folgenden Biographie zu lesen
ist, war von Tirpitz bereits seit November 1911 Großadmiral und somit wohl
kaum 1913 Leutnant zur See.
Am 1. April 1865 legte Alfred Tirpitz in Berlin die Seekadettenprüfung ab
(Crew 65) und trat am 24. Juni 1869 in die Preußische Marine ein. Am 22.
September 1869 erfolgte die Beförderung zum Leutnant zur See. Von 1877 bis
1889 war er maßgeblich am Aufbau der Torpedowaffe beteiligt, gehörte zwar
zur Admiralität, war aber zugleich Mitglied der Torpedoversuchs- und
-prüfungskommission, dabei zeitweise Kommandant des Avisos und
Torpedoschiffs Zieten sowie Erster Offizier und dann Kommandant der
Gedeckten Korvette (zugleich Torpedoversuchsschiff Blücher ( 1877 - 1885).
Am 17. September 1881 vorzeitig zum Korvettenkapitän befördert, war er von
Januar 1885 bis März 1886 Dezernent für Torpedoangelegenheiten bei der
Admiralität, anschließend von April 1886 bis April 1889 erster Inspekteur
des Torpedowesens. Von 1885 bis 1887 war er zugleich Chef der
Torpedobootsflottille. Am 24. November 1888 wurde er zum Kapitän zur See
befördert. Von April 1889 bis Mai 1890 war er Kommandant des Panzerschiffes
Preußen, von Mai bis September 1890 führte er das Panzerschiff Württemberg.
Weitere Stationen waren: Chef des Stabes der Marinestation der Ostsee von
Januar 1891 bis Januar 1892, Chef des Stabes beim Oberkommando der Marine
von Januar 1892 bis September 1895 und Chef der ostasiatischen
Kreuzerdivision von Juni 1896 bis April 1897. Während seiner Zeit als Chef
des Stabes bei der Marinestation der Ostsee war er zugleich auch Chef des
Stabes der jährlich zusammengestellten "Herbstübungsflotte". Hierbei
erarbeitete er mit Unterstützung des Kommandierenden Admirals, Freiherr von
der Goltz, die Grundlagen der taktischen Verwendung und den Einsatz der
Flotte, später bekannt als "Dienstschrift IX". Am 13. Mai 1895 wurde Tirpitz
zum Konteradmiral befördert. Im Juni 1897 wurde Alfred von Tirpitz
Staatssekretär des Reichsmarineamtes. Dieses Amt bekleidete er bis März
1916. Mit dem 28. März 1898 wurde er auch preußischer Staatsminister, am 5.
Dezember 1899 folgte die Beförderung zum Vizeadmiral. Mit dem 12. Juni 1903
wurde er Admiral. Die Ernennung zum Großadmiral erfolgte am 27. November
1911. Als von Tirpitz am 15. März 1916 in den Ruhestand versetzt wurde, war
er Träger des Schwärzen Adlerordens (verliehen am 27. Januar 1907) und des
"Pour le Merite" (verliehen am 10. August 1915).
Also wenn Tirpitz diese reise als Leutnant zur See mitgemacht hat, dann kann
sie nur zwischen 1869 und 1877 stattgefunden haben!
Oder könnte es sein, dass hier etwas mit dieser Expedition verwechselt
worden ist? Siehe die Namensgleichheit der Schiffe! 1882-1883 Deutschland
Internationale Polarjahr-Expedition Überwinterung in der Royal-Bucht in
Südgeorgien (Schiffe: Moltke, Marie)
Ich versuche gerade herauszufinden, ob das Schiff "Moltke", welches 1882
eine Südpolexpedition gemacht hat, bereits zwischen 1869 und 1877
existierte. Wenn dies so ist, spekuliere ich einmal folgendes: Die "Moltke",
übrigens ein Segelschiff (!) unternimmt zwischen 1869 und 1877 mit dem
Schiffsoffizier Tirpitz eine Forschungsreise zur Nordwestpassage. Fünf Jahre
später unternimmt dieses im Eis erprobte Schiff die Expedition nach
Südgeorgien. Da für Jan Udo Holey weder ein Segelschiff noch ein nicht
bevorstehender Krieg interessant ist, wird das ganze auf einen Kreuzer kurz
vor beginn des ersten Weltkrieges verlegt...
Es seien mir noch zwei persönliche Bemerkungen gestattet:
1. Bei Jan Udo Holey habe ich immer den Eindruck, dass er es erstens
seine Quellen nicht mit einer zweiten Quelle überprüft und er zweitens immer
alles dem Militär zuschustert.
2. Da ich ja in Kiel wohne, werde ich mal versuchen etwas über die
"Moltke" 1913 in Kiel herauszufinden...
Auch scheint der Kapitänsname "von Jagow" nicht zu stimmen. Wie an dem
folgenden "Lebenslauf" des Schiffes "Moltke" zu sehen ist:
Schlachtkreuzer "Moltke"
Benannt nach Graf Helmuth von Moltke, Preußischer Generalfeldmarschall,
gestorben 1888
Gebaut bei Blohm und Voss in Hamburg, Kiellegung 7.12.1908
Stapellauf 7.4.1910
Indienststellung 13.9.1911
Gesunken in Scapa Flow 21.6.1919
Baukosten 42,6 Millionen Goldmark
Und hier die Kapitäne:
9.1911-1.1913: Kapitän zur See Ritter Mann Edler von Tiechler
1.1913-1.1916: Fregattenkapitän/Kapitän zur See Levetzow
1.1916-9.1916: Kapitän zur See Karpf
9.1916-12.1918: Kapitän zur See Gygas
5.1918-9.1918: Korvettenkapitän Humann/Korvettenkapitän Schirmacher
12.1918-6.1919: Kapitänleutnant Crelinger
Ich möchte hier erneut eine persönliche Bemerkung machen: Das der Name des
Kapitäns nicht stimmt, dies scheint mir auch ein Indiz auf eine schlampige
Recherche zu sein. Leider! Vielleicht stimmt die Geschichte, aber die
nachprüfbaren Fakten Drumherum nicht. Und das stört mich. Den Lebenslauf des
Schiffes habe ich übrigens aus www.deutsche-marine.de
< http://www.deutsche-marine.de> . Somit kann dies jeder hier nachprüfen. Als
nächstes werde ich versuchen, etwas mehr über den zweiten Kommandanten,
Fregattenkapitän/Kapitän zur See Levetzow, welcher das Schiff in der
fraglichen Zeit, 1.1913-1.1916, führte, herauszufinden.
Eine Bemerkung kann ich mir nicht verkneifen:
So recherchiert man, Herr Jan Udo Holey...
Wie an der folgenden Einsatzplanung der "Moltke" zu sehen ist, wurde das Schiif 1913 Flaggschiff des 1. aufklärungsgeschwaders. ich glaube kaum, dass man ausgerechnet das flaggschiff abgezogen hat für eine streng geheime operation!!
10.09.1911: Shipyard trials.
30.09.1911: Moltke is commissioned.
-01.40.1912: Training and trials.
11.05.1912: Together with the small cruiser Stettin , the Moltke leaves Kiel for a visit to the USA.
03.06.1912: Arrival at Hampton Roads.
08-13.06. 1912: Visit to New York.
24.06.1912: Moltke returns to Kiel.
04-06.07.1912: Escort ot the Imperial Yacht Hohenzollern to Baltischport.
09.07.1912: Moltke becomes flagship of the 1st Reconnaissance Group.
-Aug 1914: Fleet services and exercises..
Aug 1914: Part of the 1st Reconnaissance Group (1. Aufklärungsgeschwader) at the outbreak of the war.
28.08.1914: Unsuccessful search for British battlecruisers in the German Beight.
03.11.1914: Operation J1: Coastal bombardment of Yarmouth.
16.12.1914: Operation J2: Coastal bombardment of Hartlepool.
24.01.1915: Battle at the Doggerbank against British battlecruisers.
19.08.1915: Operations near Riga: Hit by torpedo of British submarine E1 28-30 miles west off Irben Strait. Moltke sent to Hamburg for repairs with 450ts water in the ship.
05-06.03.1916: Operations at the Hoofoten.
24.04.1916: Coastal bombardment of Yarmouth and Lowestoft.
31.05.1916: Battle of Jutland: Moltke was hit four times.
-29.07.1916: Repairs at Blohm & Voß in Hamburg.
19.08.1916: Unsuccessful raid in the North Sea.
17-20.10.1916: Unsuccessful raid in the North Sea.
05.11.1916: Unsuccessful raid in the North Sea.
Sep 1917: Operations off the Baltic Islands.
17.11.1917: Unsuccessful raid in the Western North Sea.
23.04.1918: Unsuccessful raid in the Northern North Sea, heavily damaged near Stavanger.
25.04.1918: While being towed by BB Oldenburg , Moltke is hit by a torpedo fired by the British submarine E42 , floddings cause 2100 ts water in the ship.
24.11.1918: Interned at Scapa Flow.
21.06.1919: Scuttled by own crew.
1927: Wreck raised.
-1929: Broken down at Rosyth.