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Geht unsere Zivilisation ihrem Ende entgegen?

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(@comander1956)
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Hallo,
schon lange wollte ich meinen Thread wiederbeleben. Aber irgendwie konnte ich mich letztendlich nicht dazu aufraffen. Der letzte Beitrag stammt vom 4. September.
Und ehrlich gesagt fand ich es auch nicht so gut, hier hauptsächlich mit irgendwelchen "Links" zu argumentieren ;).
Mir ist es lieber wenn Argumente in eigene Worte gefasst werden. Ob dafür oder dagegen, Hauptsache aus "eigener Feder".

Viele Argumente gegen meine Utopie gingen darum, das die Menschen für unterschiedlich qualifizierte Berufe, sozusagen den gleichen Lohn bekämen.
Aus der heutigen Sicht wäre das sicher ein Riesenproblem. Sogar gewissermassen eine schreiende Ungerechtigkeit.
Aber in einer zukünftigen Welt sagen wir mal im 23. oder 24. Jahrhundert, wo die Menschen es gar nicht anders kennen, wäre es einfach der Alltag. Denn diese Menschen werden in dieses System hineingeboren. Und was Kapital und Macht mal war lernen sie nur aus dem Geschichtsuntericht. Und vermutlich würden sie so ein Wirtschaftssystem wie wir es kennen, gar nicht nachvollziehen können.
Jedoch um die Utopie überhaupt zu realisieren wird es viel Zeit benötigen. Den Kapitalismus schafft man nicht einfach mal von heute auf Morgen ab. Dafür wird vermutlich ein ganzes Jahrhundert draufgehen. Und zwar unser 21. Jahrhundert. Es wird das Jahrhundert der großen Umbrüche werden.
Allerdings bedarf es größerer Einschnitte, als wie die heutige Weltwirtschaftskrise. Denn daraus hat bisher nicht wirklich Jemand etwas gelernt. Im Großen und Ganzen macht die Finanzwelt dort weiter, wo sie vor der Krise aufgehört hat.
Und mag man den Wirtschaftsweisen glauben, so beschert uns in Deutschland 2010 schon wieder ein schwacher Aufschwung. Und natürlich wird auch damit weitergemacht, das das Herzstück der deutschen Wirtschaft der Export bleibt.
Die schwachen Regularien der Finanzwelt mal ausgenommen, bleibt alles beim Alten. Also weitermachen bis zur nächsten Krise :-?.
Dabei agiert der Kapitalismus wie ein Virus. Ein Virus dringt in eine Zelle ein, baut sie um und erzeugt neue Viren, die weitere Zellen zerstören. Bis letztendlich der betroffene Organismus daran stirbt.
Genauso beim Kapitalismus, auch er muß sich immer weiter ausbreiten. Denn er funktioniert nur nach dem Prinzip Angebot und Nachfrage. Gibt es in einem bestimmten Berreich keine Nachfrage mehr, bleibt ihm nur die Ausbreitung.
Die heutige Globalisierung hat den Kapitalismus fast über den ganzen Planeten ausgebreitet. Noch kann die die sogenannte 3. Welt nicht daran teilhaben. Wenn aber auch sie erschlossen wird, was bleibt dann noch.  Wird sich der Kapitalismus ins Weltall ausweiten, wie es z.B. Frank Schätzing in seinem neuen Roman "Limit" ausführt. Wo dann China dann die stärkste Wirtschaftsmacht darstellt. Was leider gar nicht so abwegig ist :'(.
Denn schon heute ist die Entwicklung der chinesischen Wirtschaft ungeheuer. Und auch bei uns in Deutschland kommen immer mehr Aufträge aus dem Reich der Mitte.
Insofern liegt Schätzing richtig, erst der Mond, dann der Mars usw. Bis unser Sonnensystem von internationalen Konzernen beherrscht wird.
Das die komerzielle Raumfahrt nicht mehr aufzuhalten ist zeigt schon das Beispiel des Millardärs "Branson". Der verkauft schon lustig Ticketts für Flüge in die Erdumlaufbahn. Und glaubt mir das ist erst der Anfang.
Demnach ohne eine große globale Katstrophe ist der Kapitalismus nicht zu bremsen, oder gar zu beenden ;).
Die Schere zwischen Arm und Reich würde immer weiter
auseiander driften.
Denn wär ist heute der wirkliche Verlierer der jetzigen Weltwirtschaftskrise. Es ist mal wieder die 3. Welt und da vor allem Staaten in Afrika. Er letztens kam  im Fernsehen mal wieder ein Bericht über hungernde Kinder.
Wie lange soll das noch so weitergehen >:(.
Und dann zeigt z.B. RTL das Kontrastprogramm wo ein verrückter US Multimillionär(Vermögen zirka 700 Millionen Dollar) mal eine Party für mehrere Millionen schmeißt.
Sool das ewig so weitergehen. Vielleicht besitzt dann irgend ein Tycoon in 100 Jahren einen Großteil des Mars.
Wenn ich mir so die zukünftige Welt vorstelle könnte ich kotzen. Wäre ich dazu in der Lage würde ich liebend gerne auf den sogenannten roten Knopf drücken und unsere Welt wieder in die Steinzeit zurückschicken. Aber auch da würden vermutlich eher Milliarden armer Menschen bei sterben und danach vegitieren.
Und einige von den priviligierten Menschen würden es vielleicht sogar relativ gut überleben.
Also auch keine wirkliche Lösung des Problems. Obwohl für meinen Begriff die heutige Welt dringend einen "Restart" braucht. Vor allem ein verändertes Bewußtsein der Menschen ist notwendig.
Aber dieses wird nicht von alleine kommen. Also bleibt nur eine weltweite Katstrophe, die die überlebenden Menschen näher zusammenbringt.
Wie heißt es so schön die Hoffnung stirbt zuletzt.
Gruß,
Richard


Antwort
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Admin
(@erutan)
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Argh! Ich habe den Inhalt dieses Threads heute erst gelesen. Dachte es sei irgfendein Firlefanz. Aber weit gefehlt.

@commander
Du wirst mir mit diesem Thread noch richtig sympathisch. Im großen und Ganzen gibst Du hier auch meine Meinung wieder. Vergleiche mal mit dem Thread "Alle bitte anschnallen. Es geht los".

Die 5000 reichsten Familien besitzen 2 Drittel des Weltvermögesns. Der Rest besitzt wenig oder garnichts"

Diese Aussage ist nun auch schon wieder veraltet. Tatsächlich hat sich das Vermögen weiter verlagert. Das ist auch kein Wunder.

Ein Beispiel:

Angenommen die Welt wäre ein Dorf und es lebten nur 10 Menschen darin. Irgendwann erfindet einer das Geld. Geld ist praktisch (da muß ich schon mal vorweggreifen) aber nur dann wenn es strikte Handelsware bleibt, quasi ein Zwischentauschmittel.

Okay, der Erfinder des Geldes gibt nun jedem Dorfbewohner 1000 Geldmünzen. Er weiß, daß die Dorfbewohner damit kaum auskommen werden. Daher druckt er für sich selber direkt 10.000 Geldmünzen.
Ich überspringe hier mal ein paar Faktoren weil es zu lange dauern würde.

Da viele Dorfbewohner mit dem Geld nicht auskommen, bietet der gelderfinder ihnen einen Kredit an. Er kann es sich leisten; er hat ja (im Gegensatz zu den anderen) genug davon.
ABER:
Für 10 Geldmünzen, die der Gelderfinder/Geldverleiher verleihgt will er innerhalb einer gewissen Frist (z.B. einem Jahr) 11 Münzen zurück. Er nennt das Zins.

Die Dorfbewohner, die vorher schon nur ganz knapp mit ihrem Geld ausgekommenb sind, zahlen was sie können, aber den Zins schaffen sie nicht und nehmen daher immer einen neuen Kredit auf um den alten abzuleisten.

Der Gelderfinder hat einen neuen Handelszweig erschlossen: Geld nicht nur als Tausch-, sondern vor allen Dingen als Handelsware.

Dadurch, daß der Geldfverleiher immer mehr zurückverlangt als er den Dorfbewohnern als Kredit gab, wandert immer mehr Geld in seine Taschen. Da die Geldmenge aber von vorn herein auf 19.000 Geldmünzen beschränkt war, fehlt dieses Geld den Dorfbewohnern.

Irgendwann wird die Not im Dorf groß und die Menschen sehen sich gezwungen, für dringend benötigtes Geld beim Geldverleiher zu arbeiten. Sie können damit jedoch niemals die Zinsen zurückzahlen und nur selten ihre Hauptschulden.

Der Geldverleiher schwimmt inzwischen in Geld und muß schon lange nicht mehr arbeiten. Das ganze Dorf ist bemüht, sein haus, seinen Garten, sein Auto zu pflegen, sein Essen zu kochen, seine Wäsche zu waschen.

Doch irgendwann kommt der Zeitpunkt wo den Dorfbewohnern auch trotz maximnaler Arbeit einfach das Geld fehlt. Langsam hören sie auf, dem Geldverleiher zu dienen und besinnen sich wieder auf den Tauschhandel.
Fast die gesamten 19.000 Geldmünzen befinden sich nun im Besitz des Geldverleihers. Doch....es hat kaum mehr einen Wert da man ein Auto nun nicht mehr mit Geld sondern mit Schweinen oder Kühen bezahlen muß.
Nun startet der Geldverleiher seinen größten Coup. Rechtzeitig, bevor ihm die Situation entgleitet, kauft er einen Großteil des Besitzes von den Dorfbewohnern. Dann erklärt er das alte Geld für ungültig und führt neues Geld ein wovon er wieder jeweils 1.000 Taler an jeden Dorfbewohner verteilt.

Und schon startet "The Game" von vorn.

Stellt euch doch einfach mal  eine Welt ohne Geld vor.

Ehrlich? Grauenhaft!!! Ich stelle mir gerade einen Autohändler vor, dem ich Dudelsäcke zum Tausch anbiete, der aber unmusikalisch un hungrig ist und lieber Schweine hätte.

Geld ist ne prima Erfindung. Geldmißbrauch ist jedoch ein Verbrechen. Geld ist ein Zwischentauschmittel und wenn es ausschließlich so genutzt würde, wäre es ein Segen.


Antwort
Beiträge: 2134
Admin
(@erutan)
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Beigetreten: Vor 21 Jahren

Kleine Ergänzung:

Vielleicht fragt sich der eine oder andere, warum die Menschen im Dorf das überhaupt mitmachen. Warum erfinden sie nicht einfach ihr eigenes Geld?

Tja, der Geldverleiher, nennen wir ihn einfach "Geldmann" hat das natürlich erwartet. Daher hat er die Augen offen gehalten. Er konnte es sich auch leisten, die Dorfbewohner für Spitzeldienste zu bezahlen.

So fand er heraus, daß der Bauer Müller vor Jahren einmal eine Kuh seines Nachbarn gestohlen und geschlachtet hat. Im Dorf ist das eine schlimme Sache. Viehdiebe werden normalerweise aus der Dorfgemeinschaft ausgeschlossen. Aber es ist nie herausgekommen, wer der Dieb war.

Geldmann sorgt nun dafür, daß Müller zum Dorfchef wird indem er seine Wahl finanziert. Kaum ist Müller Dorfchef, so diktiert ihm Geldmann die Gesetze, die er zu erlassen habe. Gelddrucken darf ausschließlich Geldmann und sonst niemand. Schon der Versuch ist strafbar!
Damit jeder private Gelddruckversuch heraus kommt und geahndet wird, ernennt Müller seinen Nachbarn, Hans Schneider, zum Polizisten und seinen Freund, den Autohändler Schwab, zum Richter.
Nun sind 4 von 10 Dorfbewohnern in Geldmanns System integriert und sorgen dafür, daß Geldmann die Dorfbewohner ausnehmen kann.

Außerdem kommt Geldmann nun eine "großartige" Idee. Normalerweise haben die Dorfbewohner immer alle mit angepackt wenn etwas im Dorf zu tun war. Nun sollte Müller das alleine regeln. Dazu benötigte er natürlich Geld; Geld, das Geldmann ihm selbstverständlich größzügig zur Verfügung stellt...gegen Zinsen versteht sich. Doch wie soll Müller dieses Geld je zurückzahlen? Aus eigener Tasche?

So erfand Geldmann die Einkommensteuer. Immer wenn ein Bauer, ein Handwerker, die Freiseurein oder der Supermarktbesitzer Geld verdiente, sollte er davon einen Teil an Müller zahlen damit dieser die "Dorfschulden" an Geldmann zurückzahlen konnte.
Doch es kam nicht einmal genug Geld zusammen, um auch nur die Hauptschulden zu begleichgen, geschweige denn die Zinsen. So rutschte das Dorf tiefer und tiefer in die Geldschuld Geldmanns und verwechselte diese bald mit einer Lebensschuld. Wenn Geldmann es wollte, dann zog die eine Hälfte des Dorfes gegen die andere in den Krieg....und verlor auch auf Geheiß.


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(@comander1956)
Estimable Member
Beigetreten: Vor 17 Jahren

Hallo Erutan,

schön das dir der Kapitalismus auch auf den Senkel geht ;D.

Die 5000 reichsten Familien besitzen 2 Drittel des Weltvermögesns. Der Rest besitzt wenig oder garnichts"

Diese Aussage ist nun auch schon wieder veraltet. Tatsächlich hat sich das Vermögen weiter verlagert. Das ist auch kein Wunder.

Diese Aussage stammt von Heiner Geissler. Ich habe sie vor ca. 1 Jahr in einem PM Artikel von ihm gelesen.
Es geht auch nicht darum ob es heute tatsächlich noch die gleiche Anzahl der reichen Familien ist. Es geht darum das gewaltige Ungleichgewicht aufzuzeigen.
Und wie ich schon mehrfach betont habe, ist die Erde wie ein Raumschiff, das durchs All fliegt. Und wir Menschen, egal welcher Rasse und Hautfarbe sind nur die Passagiere darauf. Niemand kann wirklich Anspruch auf diesen Planeten erheben.

Dein angeführtes Beispiel mit dem fiktiven Dorf zeigt den Kapitalismus in seiner ganzen Pracht.
Ich kann nur sehr hoffen, das er noch in diesem Jahrhundert begraben wird.
Allein wie leicht verletzlich unser ganzes Finanz- und Wirtschaftssystem ist :-?. Da kann  man sich doch nur noch am Kopf packen. Allein unser hirnrissiges Börsensystem, da steigt, oder fällt eine Aktie alleine dadurch z.B. schon, ob der Präsident der US Notenbank, mit dem linken oder rechten Fuß aufgestanden ist.
Somit herrscht am Aktienmarkt vollkommene Willkür.
Es wird Zeit, dass dieser ganze Müll abgeschafft wird!
Und natürlich auch die Verstaatlichnung sämtlicher Banken. Denn die einzigsten Aufgaben einer Bank ist, das Geld seiner Anleger zu verwalten und Kredite zu gewähren. Spekulationsgeschäfte gehören nicht dazu.

Was ein Wirtschaftssystem ohne Geld angeht, so darfst du da nicht im Hier und Jetzt denken. Das ist ein System welches sich erst langsam in der Zukunft etablieren kann.

Aber galube mir so ein Finanzsystem hätte gewaltige Vorteile. Denn wenn nur nach vorhandenen Recourcen gewirtschaftet wird, ist auch eine gerechte Verteilung der Recourcen gewährleistet.
Denke nur an die heutigen Probleme in Bezug auf die Infrastrucktur der Städte. Es ist kaum Geld vorhanden um z.B. die Schulen zu renovieren. Und ich könnte dir jetzt noch tausend andere Dinge aufzählen, die auch wegen fehlender Mittel nicht realsiert werden können.
Und was ganz entscheidend ist, dass [b]Geld[/b] behindert unseren Fortschritt. Denn außer was von militärischen  Belang ist(z.B. Eurofighter), bekommt kaum, oder zu wenig Finanzmittel.
Denke mal darüber nach.
Gruß,
Richard


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Admin
(@erutan)
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Beigetreten: Vor 21 Jahren

schön das dir der Kapitalismus auch auf den Senkel geht

Immer schon. Ich nenne das nur anders  ;D

System, Abzockerregime, Parasit.

Allein unser hirnrissiges Börsensystem, da steigt, oder fällt eine Aktie alleine dadurch z.B. schon, ob der Präsident der US Notenbank, mit dem linken oder rechten Fuß aufgestanden ist.
Somit herrscht am Aktienmarkt vollkommene Willkür.
Es wird Zeit, dass dieser ganze Müll abgeschafft wird!

Wie pervers dieses Börsenspiel ist, zeigt sich in seiner ganzen Größe wenn man sich klar macht, wozu die Unternehmensform "Aktiengesellschaft" ursprünglich mal eingeführt wurde.
Wer schon mal eine GmbH gegründet und dann versucht hat, weitere Partner aufzunehmen, der weiß was unter einer "unflexiblen Bürokraten-Unternehmensform" zu verstehen ist. Ein Gesellschaftervertrag muß aufgesetzt werden und regelt die Gewinn-, Stimm,- und Risikobeteiligung (mit allen juristischen Spitzfindigkeiten), der Vertrag muß notariell beglaubigt werden. Der Handelsregistereintrag beim Amtsgericht muß geändert werden und und und....

Bei einer Aktiengesellschaft kann ich ganz einfach - nur durch Kauf von Firmenanteilen - Teilhaber werden. Dabei sind alle Rahmenbedingungen bereits festgelegt und zwar simpelst. Ich besitze den prozentualen Anteil, der meinen Aktien entspricht, trage exakt dieses Risiko, habe exakt dieses Stimmrecht und diese Gewinnbeteiligung.
Und ohne große Formalie kann ich das Unternehmen auch wieder verlassen oder meine Anteile vergrößern. Ich kann sie vererben oder verschenken.

An einer Spekulation um kurzfristige Werterhöhungen oder gar Wertverminderungen, an das ganze dumme Börsenspiel war dabei ursprünglich sicherlich gar nicht gedacht worden.

Nur leider lassen sich Aktien - wie auch Geld - zweckentfremden.

Was ein Wirtschaftssystem ohne Geld angeht, so darfst du da nicht im Hier und Jetzt denken. Das ist ein System welches sich erst langsam in der Zukunft etablieren kann.

Grundsätzlich würde ich Dir zustimmen. Es wurde die Gesellschaft wieder egalisieren. Jeder (wer kann) müßte seinen Teil zur Gesellschaft beitragen und niemand könnte die Gesellschaft abzocken.

Die Probleme, die ich beim reinen, direkten Tuschhandel sehe sind erstens die Bedürfnisse und zweitens die mangelnde Haltbarkeit einiger Waren.

Nehmen wir an, ich wäre Landwirt und bräuchte eine neue Scheune. Die Arbeiter, die mir beim Bau helfen, könnte ich in Milch bezahlen. Zwar hat Milch einen unbetreitbaren Handelswert doch müßte ich Arbeiter finden, die entweder einen großen Eigenbedarf an Milch hätten oder eben die Milch an Dritte gegen Waren tauschen könnten, die sie benötigen.
Arbeiter Nr. 1 braucht dringend ein Auto. Arbeiter Nr. 2 hätte lieber Fleisch, Arbeiter Nr. 3 benötigt Kleidung.

Hätten wir Geld als Zwischentgauschmittel, könnte ich die Milch verkaufen und die Arbeiter mit Geld bezahlen, das sie dann wiederum gegen die gewünschten bgzw. benötigten Waren oder Dienstleistungen eintauschen könnten. Ein weiteres Problem: Der Wert einer Tauschware würde stark variieren und vom Bedarf abhängen. Um meine Milch wertvoller zu machen müßte ich also nur weniger produzieren oder auf einen Abnehmer warten, der dringend Milch benötigt.

Mein Wirtschaftssystem sieht deshalb zwar Geld vor, jedoch Dedmurragegeld, das aufgrund der Demurrage dem Wirtschaftskreislauf nicht auf Dauer entzogen werden kann.

Es ist ein erweitertes Modell nach Silvio Gesell, jedoch nicht mit einer starren sondern einer dynamischen Demurrage und einem sozialen Netz versehen.

Grüße
Holger


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