welli mochte wohl keiner so wirklich... aber der beitrag von ernsthaft hat für mich in der tat einiges neues enthalten, was mich dazu zwingt, den herren unter einer anderen perspektive zu betrachten.
bekannt ist, dass er ein sehr sehr enger freund von möllemann war. ist eigentlich dessen tod jemals vollständig aufgeklärt worden? ein geübter springer, der seinen rucksack nicht richtig packt?? mir war so, als seien die ermittlungen dann irgendwann einfach eingestellt worden...
reflexhafte grüsse
sequencer23
Im übrigen glaube ich kaum, dass dieser Hampelmann für Israel und die Freunde Israels (oder für irgendwen sonst) eine so große Rolle gespielt hat.
Naja, so ganz von der Hand zu weisen ist das nicht. Auch in meinen Augen ist Westerwelle ein Hampelmann (das sind alle Politiker) aber ein Hampelmann, der es bis in eine sehr einflußreiche Position geschafft hat.
Es gab schon größere Hampelmänner, die in solche Positionen geraten sind. Mir fallen da sofort Jelzin oder Bush ein. Hat man's erst einmal bis dorthin geschafft, kann man tatsächlich etwas bewegen.
Die Frage, die sich mir aber dabei unweigerlich aufdrängt: Würde es ein "Abtrünniger" überhaupt bis dorthin schaffen? Für mich lautet die Antwort konsequent: NEIN!
Westerwelle war einfach komplett unfähig auch nur irgendetwas in der Regierung zu leisten um die vielen FDP-Wähler wenigstens ein bischen zufrieden zu stellen.
Da spielen auch wieder die Parteien und die seltsamen Konstellationen eine Rolle, aus denen sich die Regierungen seit meiner Kindheit zusammensetzten.
Es ist einfach so, daß sie scheinbar immer darauf abzielen, sich im Zweifelsfall absichtlich gegenseitig zu blockieren, um Entscheidungen zu verhindern, die nicht entschieden werden sollen und deren "Konsens" i.d.R. immer aus Entscheidungen bestehen, die eigentlich niemand so recht wollte.
Der eine will Vanillepudding und wählt deshalb die CDU, der andere will Wildschweinbraten und wählt deshalb die FDP. Am Ende "einigen" sich die beiden Parteien auf Hühnersuppe.
Ähhh...wer wollte noch gleich Hühnersuppe?
Aber Hühnersuppe geht nicht durch den Bundesrat. Dort wollen viele die Einhaltung der gemachten Wahlversprechen. Also gibt es Hühnersuppe mit Vanillepudding...aber nur untergerührt. Wer wollte das noch gleich? Ach ja, die Hersteller von Hühnersuppe!
So gesehen kann man jeden Politiker und jede Partei gut oder schlecht dastehen lassen - wie es gerade gewollt ist.
Ein gutes Beispiel dafür war auch Guttenberg. Wären die Medien nicht so an dem Fall kleben geblieben wie Schmeissfliegen an Hundekacke, wäre das nie zu einem ernsthaften Thema geworden.
Wie es endet wenn es die Politiker und ihre vermaledeiten Parteien mal wirklich eiskalt erwischt, konnte man gut nach den Katastrophen in Japan erkennen. Ein heilloses Durcheinander von Schnellschüssen aus der Hüfte.
Das sind Entscheidungen, wie sie Politiker treffen, die vorher nicht gebrieft wurden. Da erkennt man die Hampelmänner und -frauen.
...sagte hier im thread nicht kürzlich jemand dass einige weitere potentaten sehr bald als plagiaten enttarnt werden würden?
gut so! mal sehen was noch so hochgewürfelt wird...
folgendes:
12. April 2011, 18:23
FDP-Politikerin Koch-Mehrin unter Plagiatsverdacht
Nach Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ist auch die FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrin in Verdacht geraten, für ihre Doktorarbeit abgeschrieben zu haben.
Die Europapolitikerin ließ über ihren Sprecher in Brüssel ausrichten, sie wolle sich zu den Vorwürfen nicht äußern - und verwies auf die Universität Heidelberg.
Zum Fall Koch-Mehrin sagte die Sprecherin der Uni Heidelberg: «Wir haben am Montag davon erfahren.» Die philosophische Fakultät sei von der Internet-Plattform «VroniPlag Wiki» über Anhaltspunkte informiert worden, die Arbeit stamme in Teilen nicht von Koch-Mehrin. Sollte sich der Vorwurf erhärten, müsse sich letztlich die «Kommission zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis» damit befassen.
Laut «VroniPlag Wiki» prüfen inzwischen mehrere Helfer die Doktorarbeit Koch-Mehrins. Die Europa-Politikerin der FDP soll auf mindestens 20 Seiten ihrer Arbeit «Historische Währungsunion zwischen Wirtschaft und Politik» abgekupfert haben. Mehrere Medien hatten die Vorwürfe gegen Koch-Mehrin zu Wochenbeginn aufgegriffen.
ghostwriter grüsse
sequencer23
...sagte hier im thread nicht kürzlich jemand dass einige weitere potentaten sehr bald als plagiaten enttarnt werden würden?
Yup, das war ich. Ist doch klar, daß es so ist.
Wenn man 100 Dissertationen willkürlich herausgreifen und auf diese Weise scannen würde, wäre der Plagiatsanteil enorm hoch. Er läge schätzungsweise bei 70 - 80%, abhängig vom Fachgebiet.
Das Problem ist aber u.a., daß man nicht jede Dissertation auf diese einfache Weise scannen kann bzw., daß sich dadurch keine besonderen Auffälligkeiten ergeben würden.
Dann kommt noch hinzu, daß sprachlich gewandte Autoren bestehende Inhalte aufnehmen und so freiwörtlich wiedergeben können, daß sich auf der Basis von Absatz- oder Blockscans keine Plagiate erkennen lassen. Und so weit ich weiß, gibt es noch keine Routine, die tatsächlich nur Übereinstimmungen in inhaltliche Aussagen innerhalb mehrerer Texte vergleichen kann.
Das rettet den meisten Schmonzbacken den Hintern.
Und die Gründe dafür liegen im System bzw. in der Dogmatik.
Die meisten Verfasser von Dissertationen schreiben nur - mal mehr, mal weniger geschickt - die "geistigen" Ergüsse anderer zusammen. Man nennt das auch: "Aus drei Büchern ein viertes machen."
Doch eigentlich geht es ja darum, NEUE wissenschaftliche Erkenntnisse zu erarbeiten und zu präsentieren.
Es gibt hier und da mal Ausbrecher, die sich nicht an die "Regeln" halten und tatsächlich neue Erkenntnisse präsentieren und die stehen - wie sollte es bei freier Forschung auch anders sein - nicht selten im Widerspruch zur offiziellen Sicht.
In der Regel werden solche Dissertationen jedoch als "unwissenschaftlich" abgelehnt.
Daher bleibt den Doktoranten gar keine andere Wahl, als das, was ihre Götter ihnen diktieren, lediglich umzuschreiben, in einen anderen Kontext zu setzen oder eben zusammen zu fassen.
Und genau das geschieht auch permanent
Es gibt im Buddhismus eine hervorragende (aber leider auch nicht immer praktizierte) Grundregel: Es gibt keine unumstößlichen Wahrheiten. Jeder darf jede Aussage - egal, ob sie von einem Lama, einem Mönch oder einem Schüler stammt - anzweifeln und zu widerlegen versuchen. Dabei entwickeln sich Debatten auf Basis von Resume und Logik und das Wissen entwickelt sich stetig weiter.
Man wartet im Buddhismus nicht, bis der Dalai Lama einen schlauen Erguß von sich gibt und hält diesen dann für unumstößlich (bis zum nächsten Dalai Lama).
Davon sollten sich alle dogmatischen Systeme mal eine Scheibe abschneiden - insbesondere die "Wissen"schafft.
aus welchen empirischen Untersuchungen leitest du diesen schmarn bitteschön ab?