Stromstreik, bitte ...
 
Benachrichtigungen
Alles löschen

[Geschlossen] Stromstreik, bitte mitmachen!

18 Beiträge
7 Benutzer
0 Reactions
2,449 Ansichten
Beiträge: 874
Registered
(@dark-knight13)
Prominent Member
Beigetreten: Vor 22 Jahren

Moin!

Grundsätzlich bin ich gegen Verstaatlichung sondern für Selbstregulation des Marktes. Was daran beim Strom nicht funktioniert weiß ich nicht, vielleicht ist es wirklich nur die Kartellbildung.
Hmm, du glaubst also noch an das Märchen, daß der Markt sich selbst reguliert? Das hat der Markt schön eingerichtet, als er dieses Gerücht in die Welt setzte um sich alles unter den Nagel reißen zu können.
Eigentlich sollte gerade das Beispiel Strompreise (neben unzähligen anderen) wieder mal zeigen, daß es eben keine Selbstregulation gibt und Privatisierung eben nicht automatisch zu niedrigen Preisen führt (jedenfalls nicht auf lange Sicht, nach kurzzeitiger Senkung zum Kundenfang steigen die normalerweise wieder an und zwar stärker als vorher).
Der Sinn eines marktwirtschaftlich agierenden Unternehmens ist nicht Versorgungssicherheit oder niedrige Preise, sondern Gewinnmaximierung. Das ist die einzige Art der Selbstregulierung, die sie kennen und wozu das dann zwangsläufig in eng begrenzten Marktsegmenten führt, ist, wie bereits angedeutet, Kartellbildung (nun gut, die zweite Möglichkeit ist, alle Konkurrenten aufzukaufen, notfalls neuerdings sogar mit geliehenem Geld).
Denn die führt in solchen Situationen zur Gewinnmaximierung. Auf jeden Fall ist es billiger, sich gegenseitig abzusprechen, als teure Preiskämpfe gegeneinander zu führen und am Ende noch das Risiko einer Niederlage in Kauf zu nehmen.
Siehe auch Benzinpreise.

Vor kurzem gab es doch so einen Preiskampf zwischen, glaube, Aldi und Rewe. Völlig sinnlos, hat Millionen gekostet und die Preise sind bestimmt wieder auf Ursprungshöhe, wenn nicht noch höher.
Außerdem, kauft irgendjemand in x-verschiedenen Supermärkten ein? Nur weil hier das Fleisch, da die Milch und dort die Butter günstiger sind?
Nö, natürlich nicht. Es ging auch nicht um die Produktpreise, es ging um den Markennamen der Supermärkte, es ging darum, sich gegenseitig Kunden abzujagen, die Produktpreise waren nur Mittel zum Zweck.

Der angebliche Wettbewerb zwischen Media Markt und Saturn. Total albern, beide gehöhren zum Metro-Konzern. Und die Preise sind, außer bei den Sonderangeboten, normalerweise höher als im Fachmarkt um die Ecke.

Letztens hab ich gehöhrt, daß die Privatisierung der Telekom und die Liberalisierung des Telekomunikationsmarktes zu niedrigeren Ferngesprächspreisen und schnelleren Internetleitungen geführt haben soll.
Nonsense. Modernere Technik hat das ermöglicht, Technik, die die Telekom damals noch mit Staatskohle aufgebaut hat. U.a. das Glasfasernetz.

Aber abgesehen davon, das staatlich geführte Unternehmen in der Regel billiger sind, weil sie eben nach Möglichkeit nur keinen Verlust machen sollten, geht es bei einigen Dingen noch um viel grundsätzlichere Angelegenheiten, als Geld.
Es geht um Versorgungssicherheit.
Ich jedenfalls bin froh, daß ich nicht in Kleinkleckersdorf am A der Heide lebe, sobald die Bahnprivatisierung abgeschlossen sein wird.
Denn wo kein Gewinn zu holen ist, da fährt auch kein Zug hin, auch keiner der Konkurrenz.
Aber mit der Sicherheit haben es sich die Meisten meines Wissens nach eh geschickt eingerichtet, für die ist ja dann immer noch der Staat da. Die Gewinne streicht das Unternehmen ein, das Risiko darf der Staat voll und ganz behalten.

Ich bin übrigens nicht für Staatswirtschaft, aber einige Dinge, die der Grundversorgung der Bevölkerung dienen, sollten in Staatshand sein und bleiben, ebenso die Dinge, die mit Steuergeldern aufgebaut wurden.
Z.B. Strom, Wasser, Heizung (also Gas, Heizöl usw.), Müll (dann wird der Grüne-Punkt-Müll auch nicht mehr ins Ausland gekarrt, weil's die Gewinne erhöht), Telekommunikationsnetz, Bahn (hier komplett, da zwei Züge nicht gleichzeitig das selbe Gleis verwenden können), Öffentlicher Personennahverkehr (nach Möglichkeit sogar unentgeldlich) und Post (ja, sogar mit teuren Beamten, weil nur so das Briefgeheimnis halbwegs gewahrt beleibt).

Haben also nicht allzuviele mitgemacht was? Auch gut, ne Blamage für Pro7 ist das zweitbeste Ergebnis hinter dem Blackout.
Nicht wirklich. Aber nach dem, was in den Medien darüber berichtet wurde, hat es gelangt, daß es überhaupt stattfand (natürlich im Namen des Klimaschutzes). Ob dabei noch irgendjemand teilgenommen hat, war dabei egal, die medienwirksamen Gebäude waren schließlich für 5 Min. dunkel. Nach dem Motto: 'das Brandenburger Tor war dunkel, wir haben mitgemacht! Deutschland ist Klimaschützer!'.

bis denn!
dark knight13


Beiträge: 726
Registered
(@goblin)
Prominent Member
Beigetreten: Vor 19 Jahren

@dark_knight13

Hmm, du glaubst also noch an das Märchen, daß der Markt sich selbst reguliert? Das hat der Markt schön eingerichtet, als er dieses Gerücht in die Welt setzte um sich alles unter den Nagel reißen zu können.

Die größte Lüge des Teufels war es die Menschen davon zu überzeugen das er nicht existiert (zit.) ;D

Der Stromstreik war nicht nur der Größte Flopp er war geradezu Hirnrissig. Punkt 20 Uhr machten nen paar Leute die Lichter in Ihrer Wohnung aus, nur hatten sie sogut wie alle vergessen auch Ihre Weihnachtsbeleuchtung auszuschalten.....lol...da sieht man mal wieder wie Hirnlos die Masse war, die da mitgemacht hat.

gruß

Goblin


Beiträge: 1293
Registered
Themenstarter
(@arkas-2)
Noble Member
Beigetreten: Vor 57 Jahren

@ Goblin

Die Idee, das Ganze in einen "Stromstreik" umzudeuten stammt von jemand anderem aus einem anderem Forum, der das eigentlich nur als Witz meinte. Dem hab ich mich dort angeschlossen sowie 5 weitere Leute, ausserdem hab ich die Idee hier und in einem weiteren Forum eingestellt, was vielleicht jeweils nochmal maximal 5 Leute aktiviert hat.
Die Idee wurde also nicht groß verbreitet und ist auch erst einen Tag vorher aufgekommen.

Wenn irgendwas ein Flop war, dann die Klimaschutzaktion von Pro7& friends, das war aber nicht der "Stromstreik" von dem wußten nur die maximal 50 Leute die das in den drei Foren gelesen haben.

@ dark_knight13

"Kapitalismus" ist kein Märchen sondern Naturgesetz. Wenn ich ein Buch zu verkaufen habe und zwei Leute wollen es kaufen, dann gebe ich es dem, der am meisten dafür bietet, das ist Kapitalismus wie ich ihn definiere, bzw. gerne hätte.
Was wir haben ist Staats-Kapitalismus, Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren. Siehe Bankenkrise, der Staat (USA, wie EU-Staaten) also wir, bezahlen dafür, dass die Banken Mist gebaut haben. Wir bezahlen die Millionengehälter der ganzen Finanzbranche. In einem wirklich freien System (mit vernünftigem Geld, nicht Kreditunfug) wäre es soweit nicht gekommen, weil die entsprechenden Läden eben pleite gemacht hätten.

Ich sags immer gerne so: Wir erleben derzeit die negativen Aspekte des Kapitalismus und des Sozialismus: Auf der einen Seite werden Unsummen gescheffelt und von unten nach oben umverteilt, auf der anderen werden staatliche Eingriffe in das Wirtschaftsleben immer stärker.
Fest steht für mich: Es gab noch nie wirklichen Sozialismus, aber wirklichen Kapitalismus gab es auch noch nie. Vielleicht gelingt uns nach dem Zusammenbruch ja sowas wie eine Synthese, damit dieser Gegensatz nicht ständig neu aufgewärmt werden muss.

Für staatliche Kontrolle gewisser Einrichtungen bin ich auch, aber hierzue eine kleine Anmerkung zum Beispiel Bahn (öff. Verkehrsmittel). Ich wohn auf dem Land und kann nichts davon nutzen, trotzdem finanziere ich andere unrentable Strecken über Steuern mit (bei einer staatlichen Bahn). Für mich wäre eine Privatisierung also von Vorteil, wenn Du also das Standard-Argument, das Bahnfahren ja so gut ist wegen was auch immer, einfach mal weglässt wirst Du sehen, dass man vielfacht nicht pauschalisieren kann.

Ich würde Dir gerne noch was in Sachen Kartellbildung entgegnen, aber da kenne ich das passende Gegenargument aus "kapitalisitischer" Sicht einfach (noch) nicht, hab auch leider momentan nicht sehr viel Zeit eine große Grundsatzdebatte zu führen.  😉


Seite 4 / 4
Teilen: