Hi! Ich lese gerade das Buch Sakrileg und ich kann es nur empfehlen. Habe mich nie mit sowas beschäftigt und kenne mich auch nicht so gut aus aber das Buch hat mich fasziniert und mir etwas die Augen geöffnet bezüglich Thema "Kirche".
Bin dabei alles darüber zu lesen, was ich kriegen kann.
hallo agnes
mittlerweile gibt es sekundaerliteratur zu dem buch:
[url= https://www.kopp-verlag.de/artdet.cfm?ArtNum=7919 ]-> link <-[/url]
kann aber nicht sagen ob es sich lohnt, da ich es nicht gelesen habe.
gruesse, zak
Hi! Ich lese gerade das Buch Sakrileg und ich kann es nur empfehlen. Habe mich nie mit sowas beschäftigt und kenne mich auch nicht so gut aus aber das Buch hat mich fasziniert und mir etwas die Augen geöffnet bezüglich Thema "Kirche".
Bin dabei alles darüber zu lesen, was ich kriegen kann.
OK, ich gebs ja zu, ich mag den Kerl nicht, er ist ungebildet, schlecht recherchiert und dumm, aber ein guter Erzähler und ein noch besserer Verkäufer.
[b]Aber bevor Du glaubst, daß da was dran ist, vergiß es.[/b]
Die meisten Angaben aus dem "Da Vinci Code", wie das Buch im Original heißt, sind falsch oder auf die Notwendigkeit des Buches angepasst.
Nicht einmal die Beschreibung des Louvre als Tatort passt mit der Realität überein, geschweige denn die Idee, daß unter der Pyramide sich das Grab der "Frau des Erlösers" befindet, da ist eine Aula drunter unter der sich ein Luftschutzkeller befindet.
Die Bilder sind hinter schwerst gesicherten Absperrungen verborgen, die außerhalb der Öffnungszeiten niemals unversperrt sind.
Schon die Verletzungen, und der damit verbundene Schockzustand und der Blutverlust, des ersten Opfers, des Kustos, würden seine letzten Handlungen unmöglich machen, von der Flucht des Täters ganz zu schweigen.
Das Jesus vermutlich verheiratet war und Kinder hatte ist keine neue Sache, schließich war er in der jüdischen Geschichte als Rabbiner anerkannt und die sind, weil dem wirklichen Leben und der anvertrauten Gemeinde nahestehend, üblicherweise Familienväter.
Wie sonst sollen die denn die Probleme ihrer Gemeinde verstehen, wenn nicht aus eigener Erfahrung?
Das in der jüdischen Tradition, die Familie und die Religionszugehörigkeit über die Frau und Mutter vererbt wird ist auch keine neue Erkenntnis, also dürfte es auch naheliegen, daß die Erbfolge, zusammen mit der Führung der "Urkirche" an die überlebende (Ehe) Frau weitergegeben werden würde.
Wer oder was der heilige Gral ist, ist seit Jahrhunderten eine theologische Streitfrage.
Erst seit dem Mittelalter ist die Gralslegende überhaupt einigermaßen normiert, bis dahin war der Gral ein Kelch, eine ewige Flamme, eine Quelle, ein Lebensbaum, die leibliche Mutter Jesu, die symbolische Darstellung der Ewigkeit Gottes als Quelle allen Glaubens (schlag nach in den theologischen Schriften der Jesuiten oder zumindest bei Umberto Ecos Baudolino).
Die Normierung war ganz einfach eine gute Idee, schließlich brauchte man für die Suche der Tafelritter und ihrer Nachfahren eine Beschreibung des Objektes der Begierde.
Die Tempelritter hingegen waren in der Realität ganz einfach eine Bande von brutalen, brandschatzenden, vergewaltigenden, raubenden und mordenden Marodeuren, die unter der Flagge der Religion ihr Unwesen getrieben haben.
Es war ja wohl kein Zufall, daß die blutigste Vernichtungsaktion in der Geschichte Jerusalems durch diese Bande ausgeführt wurde und die Moslems zu einigen Vergeltungsaktionen inspiriert haben, die teilweise bis heute nachwirken.
Die Macht, die Aktionen und die zusammengeraubten Vermögen der Tempelritter dürften der eigentliche Grund für den Rückruf und die Auflösung des Ordens durch den französischen König gewesen sein.
Die Legenden über die vielen (Bluts-) Orden und päpstliche Killerbanden wie die "Assassini Dei" oder das "Opus Dei" (der Name ist zwar nicht gefallen, geht aber aus der Beschreibung hervor, auch wenn das Opus Dei seinen Hauptsitz nicht in den USA hat, das ist eine Verbeugung vor dem US Publikum) sind so viele, daß man nur in diesen Fundus greifen muß, um so eine Geschichte zu finden und einsetzen zu können.
Und die ganze Geschicte ist sowas von an den Haaren herbeigezogen, daß sie für gebildete Leser noch nicht einmal unterhaltsam ist.
Wer schweizer Banken kennt, der weiß auch, daß eine solche Bank, weder in der Schweiz noch in Paris, schon aus (Banken-) rechtlichen Gründen nicht existieren kann.
Die Datenbanken von Interpol sind keinesfalls in der Lage so rasch einen Verdächtigen anhand seiner Kreditkartenrechnungen zu finden, nur die Diebstahlssicherung des Tresorwagens auf GPS Basis, die gibt es.
Die Komplexität der Hinweise ist sowas von unrealistisch, weil jede falsche Entscheidung zu einer der drei Millionen Deutungsmöglichkeiten das Buch unweigerlich zu einem negativem Ende bringen würde.
Eine grenzüberschreitenden Zusammenarbeit und Verfolgungskompetenz gibt es in der EU nicht, also kann auch ein französischer Beamter nicht in England auf Verbrecherjagd gehen.
So eine "Schleierfahndung" wird gerade erst von Europol aufgebaut und besteht primär aus der Zusammenarbeit beim Datenaustausch und der direkten Verfolgung des Verdächtigen per Auto über die Grenze.
Der französische Inspektor hätte in diesem Fall die Kompetenzen an die britische Polizei abgeben müssen und dafür einen ellenlangen Bericht erstellen müssen.
Befehlsgewalt haben die Polizisten nur im eigenen Land.
Die Einreise mit einem Privatjet ist ein ziemlich langer Verwaltungsaufwand, schon vor dem Anflug auf die nationalen Hoheitsgebiete, auch das geht so nicht.
Mit dem Jet so in einem Hangar herumfahren bringt üblicherweise einige Schäden mit sich, weil die Dinger nicht so genau steuerbar sind, auch keine glaubwürdige Sache.
Aber natürlich ist der US amerikanische Supermann in Form eines Uniprofessors, super sexy und hoch intelligent, vielsprachig, von der Bildung gar nicht zu reden, die zentral glaubwürdige Figur ;D
Gegen den ist Sherlock Holmes ja geradezu ein echter Idiot, aber der war ja auch kein US Amerikaner.
Die katholische Kirche war zu keinem Zeitpunkt ein Chorknabenverein, die hatten nicht nur die Inquisition Marke Torquemada, sondern auch mal miltärische Strukturen.
Natürlich haben die aus Machtgründen schon mal wen um die Ecke gebracht, siehe den "Selbstmord des Bankiers Gottes" vor ein paar Jahren in London, und werden das vermutlich auch heute noch tun, wenn es denn notwendig sein sollte.
Das ist eine ganz normale Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln, wie Krieg nur kleiner und mit weniger Kollateralschäden.
Das ganze Buch ist so glaubwürdig wie die Schöpfungsgeschichte der Church of Scientology.
Sogar die "Sekundärliteratur" besteht fast nur aus Spinn Offs, die sich, legitimerweise, an den Verkaufserfolg des "Da Vinci Code" anhängen wollen.
Wenn von dem Buch schon etwas gut ist, dann die Vermarktung, die ist wirklich gut.
Der pseudowissenschaftliche Anspruch, die mythischen Einbringungen und der US amerikanische Superheld, das ist schon Respekt nötigend.
Der Inhalt nicht.
""Die Tempelritter hingegen waren in der Realität ganz einfach eine Bande von brutalen, brandschatzenden, vergewaltigenden, raubenden und mordenden Marodeuren, die unter der Flagge der Religion ihr Unwesen getrieben haben. ""
mir ist der obige satz ins auge gesprungen.
diesen Satz solltest du vielleicht nochmal ernsthaft ueberdenken ......
Braucht doch der Discordia nicht, Apollon! ;D
Er steht mit seinen beiden Beinen so fest in der Realität verankert, wenn er da anfangen würde, was zu überdenken, was würden denn dann die Beine machen? 😉
Gruß
Bergamr