So kann man sich irren. Als die Kinowerbung 2006 lief, dachte ich irrtümlicherweise, es handele sich um einen Mantel und Degen Film und schaute ihn mir nicht an.
Gestern lief er im Fernsehen (RTL glaube ich) und ich habe ihn mir nach Mitternacht gleich noch mal angeschaut.
Danach war ich einigermaßen baff.
Obwohl die Filmzeit offiziell das Jahr 2015 ist, macht der Film keinen Hehl daraus, wann er eigentlich spielt: Hier und heute. Nicht nur, daß ein Demonstrant ein Schild mit einem Bezug auf Bush trägt...auch die dargestellten Probleme, Übermacht der Medien, Meinungsmanipulation, ein faschistisches Regime sind nur allzu aktuell.
Zwei Dinge sind außerdem noch bemerkenswert:
Ein Großteil der Crew stammte von Matrix
Der Film wurde in den Babalsberg-Studios in Deutschland gedreht.
Für Matrix und V wie Vendetta könnte man sagen:
"Das System und wie man es bekämpft."
Für jemanden wie mich erscheint V wie Vendetta wie ein Kapitel aus einem Geschichtsbuch des Jahres 2015 in dem nachzulesen ist wie es einst war und wie das System erfolgreich beseitigt wurde.
Der Film ist beeindruckend, ja.
Ich glaube Filmzeit ist 2020, egal, einige Dinge sind natürlich heute noch nicht eingetroffen, es fehlen die Katastrophen, die vielen Toten, das Chaos aus dem die neue Ordnung hervorgeht die im Film herrscht.
Ein paar Punkte:
Die Sache mit der Fernsehübertragung ist vermutlich machbar, aber man kommt halt aus dem Gebäude nicht mehr raus. Insofern waren mir da ein paar zuviele Superheldenfähigkeiten mit drin, die selbst der perfekt trainierte und ausgebildete Einzelkämpfer nicht haben kann.
Außerdem fragt man sich natürlich wie "V" eigentlich zu seinem Versteck und dem ganzen Material kommt. Klar, als Multimillionär kann man sich sowas leisten, aber anders ist das doch nicht vorstellbar oder?
Die Leute waren ja sehr empfänglich für seine Botschaft, ob das real auch so wäre, wo die meisten doch nicht mitbekommen was läuft, ich weiß nicht.
Außerdem glaube ich nach wie vor nicht an ein so plumpes und offensichtliches Terrorregime. Das ist einfach unrealistisch, die Menschen in Angst und Schrecken zu versetzen und sie zu unterdrücken wurde schon unzählige Male in der Geschichte versucht und hat nie geklappt. Das wird höchstens eine Phase sein, in der gewisse Ziele erreicht werden sollen, damit die neue Ordnung danach ohne große Unterdrückung zum Selbstläufer wird.
Trotzdem bemerkenswert, dass es so einen Film gibt, aber ich denke er trägt eher zur allgemeinen Verwirrung bei, weil man ja nicht recht weiß, ob man glauben soll, dass es so kommt oder eben nicht usw..
Der Film is ganz OK. Hab den schon länger auf DVD.
Der beste Satz in dem Film ist:
"Das Volk sollte niemals Angst vor der Regierung haben, sondern die Regierung Angst vor dem Volk 😉 "
Gruß
Goblin
einige Dinge sind natürlich heute noch nicht eingetroffen, es fehlen die Katastrophen, die vielen Toten, das Chaos aus dem die neue Ordnung hervorgeht die im Film herrscht.
Das sehe ich nicht ganz so. Zwar hat es die angesprochenen Kriege bisher noch nicht gegeben aber die letzte Version des Systems, das System nach dem zweiten Weltkrieg, profitierte von der Angst der Menschen vor einem Atomschlag und dem kalten Krieg.
Das deckt sich ganz gut mit der filmischen Handlung.
Auch im Film hat es in London keinen Krieg und keinen Atomschlag gegeben....nur die Angst der Menschen davor, die Suton ausnutzte.
Außerdem glaube ich nach wie vor nicht an ein so plumpes und offensichtliches Terrorregime.
Nein, da wurde ein wenig übertrieben. Das tatsächliche Regime ist natürlich bemüht, den Terror und die Gitter so unsichtbar wie möglich zu halten.
Doch es gibt auch im Film hinweise darauf, daß sich die Menschen nicht unbedingt so unfrei fühlten wie es dem Zuschauer erscheint. Dieser Fernsehmoderator beispielsweise ahnt nicht einmal was ihm blüht wenn er das System lächerlich macht. Er glaubt, eine Entschuldigung und eine Benefizveranstaltung würde ausreichen um nicht nur das eigene Leben, sondern auch die Position zu retten.
Eine fatale Fehleinschätzung wie er später feststellen muß. Aber eine solche Fehleinschätzung trifft man doch nur wenn man sich freier fühlt als man in Wirklichkeit ist...
Dann die Sache mit dem Virus, das man anderen in die Schuhe schiebt sowie die Nennung der Pharmakonzerne als willige und verbrecherische Werkzeuge des Systems.
Und last not least: Die permanente Bezeichnung V's als Terrorist obwohl der Zuschauer weiß, daß es sich um einen Befreiungskämpfer handelt und das System den eigentlichen Terror ausübt.
All das deckt sich 1:1 mit der Realität.
Ob eine Fernsehansprache so viel Zuspruch in der Bevölkerung finden würde, glaube ich nicht. Ich glaube, es steht symbolisch für die Nutzung der Systemmedien um Ziele gegen das Reginme zu verwirklichen.
Ich weiß aber eines: Mich hätte er damit für sich gewonnen.