Es ist schon verwunderlich:
Da starten hunderttausende Community-Projekte im Internet und buhlen um die Gunst der User. Dias Ziel eines jeden: So viele User wie möglich aktiv im System zu verwalten.
Denn es ist kein Geheimnis, daß diese Communities nicht nur von nervigen aber harmlosen Werbeeinblendungen leben, sondern die Daten ihrer User gezielt an Werbetreibende verschachern.
Das Rennen machte am Ende ein wirres, kaum durchschaubares und zudem auch noch fürchterlich langsames Konzept, genannt Myspace. Nicht hunderttausende sondern Millionen tigern dorthin und tun das, was die Welt nicht brauch und worauf niemand gewartet hat: Sie legen ihre eigene Seite an, stellen Informationen zu sich ins Netz, schreiben mehr oder weniger belangloses Zeug und sammeln "Freunde", die sie selten jemals persönlich kennengelernt haben oder kennenlernen werden.
Und dann - als hätte jemand ihnen allen ein unsichtbares Zeichen gegeben, verlassen sie Myspace und ziehen zu Facebook, wo sie das Gleiche tun.
Warum ist das so?
Es hat derartig komische Entwicklungen schon früher im Internet gegeben.
Einst erschien eine weiße Seite mit einem einzelnen, bunten Logo, einem dümmlichen Namen, einem einzelnen Textfelf und einem simplen Knopf....
...und jagte etablierten Portalen schneller den Rang ab, als ich es je für möglich gehalten hätte.
Ja, sie verzichteten auf eigenen Webspace, eigene Email-Adressen, auf einen einfachen Usenet-Zugang, auf White- und Yellowpage-Abfragen, auf all die vielen, kostenlosen Angebote der großen Suchportale, um fortan (geschlossen) zu dieser häßlichen, ziemlich nutzlosen Suchmaschine zu wechseln, die google hieß und wirklich nichts, als eine einfache Internetsuche anbot, die noch lange lange niocht so umfassend und ausgefeilt war, wie sie heute ist.
Heute freilich könnte sich niemand mehr vorstellen, auf die zahlreichen Zusatzfunktionen zu verzichten, die google anbietet, doch damals war es das scheinheilige Argument jener, die erklären wollten was sie nicht verstanden, daß die User eben diese Einfachheit von google schätzten.
Mittlerweile gab es noch viele, völlig nutzlos und simple "Webangebote", die so intensiv genutzt werden, daß man sich einfach fragen muß: WARUM?
Da wäre dieses, stark abgespeckte Forenboard über das man Texte nur bis zu einer gewissen Länge verfassen und dann online stellen kann. Wowww! Was mache ich eigentlich hier gerade?
Warum wurde kein Forum dieser Welt so groß wie diese dümmliche Twitter?
Warum in aller Welt verhalten sich Menschen wie ferngesteuert?
Ich habe z.B. gerade für einen Freund ein ziemlich simples Gästebuch in PHP geschrieben. Könnten wir jetzt einen vergleichbaren Gästebuch-Hype auslösen und Millionen von Menschen dazu bringen, dieses Teil zu nutzen? Dann wäre ich in einem Jahr milliardenschwer!
Aber das funktioniert bei normalen Menschen nicht - selbst dann nicht, wenn sie wirklich tolle Ideen haben und die auch technisch super umsetzen können.
Es ist auf keinen Fall die Brauchbarkeit oder der Nutzen, der einen Hype auslöst.
Aber was ist es dann?
Was haben all die o.g. und die noch gar nicht genannten (Amazon, ebay etc.) gemein?
Es ist nicht die Medienpräsenz. Als google erstmals in den Medien erwähnt wurde, war es schon ziemlich groß und hatte den anderen Sumas bereits den Rang abgelaufen.
Es ist auch kein, wie auch immer gearteter, unbewußter Hang der Menschen zu irgendwelchen Taten, wie etwa einer exhibitionistischen Ader, die dazu führt, daß sie plötzlich private Dinge über sich verbreiten wollen.
Das träfe auf google nicht zu.
Und warum fühle ich von diesem Hype rein gar nichts?
ein wichtiger grund ist sicherlich die bequemlichkeit der benutzer und je nach sozialem hintergrund auch der gruppenzwang.
dazu eine prise blindes fehlverhalten bei der datenselbstbestimmung und (realitätsferne) zurschaustellung des egos.
twitter kann man man wahrscheinlich von jedem gerät aus ansteuern, welches mindestens einen knopf hat. (wie z.b. ein urinal ;D)
wird wohl sowas wie das SMS ding sein. kenn ich mich aber nicht aus, da ich bis jetzt erfolgreich ohne handy ausgekommen bin.
auf google bin ich z.b. damals recht früh umgeschwenkt, da es mit einem 56k modem ziemlich doof war eine suchmaschine mit portalanbindung (viel bilder, texte und werbung) zu laden wenn man nur was im netz suchen will.
durch seine zusatzdienste und deren benutzerbezogenen zentralen informationsverknüpfung konnte google erst zu der datenkrake werden die sie heute ist.
ich glaube diese einfachheit und bequemlichkeit verleitet viele ihre privatsphäre ins netz zu tragen. sie drücken knöpfchen ohne zu verstehen was eigentlich alles im hintergrund passieren kann. allerdings kann ich auch verstärktes aufklärungsarbeiten hierzu feststellen. wenn das die leute jedoch erkennen sind ihre alten daten immer noch im netz verewigt.
hier müßte schon frühzeitig bei den kleinen aufgeklärt werden. diese werden sich aber wahrscheinlich mehr dem gruppenzwang als der eigenen privatsphäre unterordnen. :-/
ergo: hab auch keinen plan und bin schon gespannt wie das bei meinem sohn ablaufen wird ::)
grüße, zak
eitelkeit und herdentrieb... um es mal zu reduzieren.
eitelkeit und herdentrieb...
...wenn Du das so krass siehst, könnte man auch mal ganz ketzerisch fragen: warum dann Hohle Erde Forum ? Du schreibst hier so viele Beiträge zu den verschiedensten Themen. (auch wenn diese natürlich tausendmal geistreicher sind als der facebook-Schnitt...)
Nicht falsch verstehen, ich sehe das schon auch kritisch. Aber ich denke mal niemand von uns möchte auf ein wenig Fortschrittlichkeit verzichten.
Ich bin mir ziemlich sicher das es ein leichtes ist, sobald man den PC einschaltet, jeden Schritt, jede Aktion, jeden Beitrag nachzuvollziehen und sich daraus ein Bild zu formen. Was mit Sicherheit auch so läuft, auch wenn ich kein Computer Profi bin iluminiert mir das ein 😎
Also konsequenter Weise müssten wir uns dann auch hier zurückhalten.
Also mal tief durchatmen - und willkommen im Jahr 2011 😉
Hab mal eine Frage.
Hat sich schon mal jemand gedanken gemacht, dass gerade der Sozialstaat die Wurzel allem Übel ist???
Unsere Probleme (allgemein) richten sich nach materiellen Dingen, billige Libesprobleme, oder der Zwang zur Arbeit.
Nur um unsere Existenz, wie Ernährung, Medizin, Obdach und Geld (wenn auch nur begrenzt) brauchen wir nicht mehr nachdenken, da uns der Sozialstaat ja über Wasser hält.
Also wenn ich keine Angst haben muss zu verhungern, oder keine medizinische Behandlung bekomme usw. dann hab ich auch keinen Grund diese Sachen ernsthaft zu hinterfragen.
Wenn mir nicht geholfen wird muss ich mir selbst helfen, aber das brauch ich ja nicht mehr.
Also warum darüber nachdenken, und kritisieren????