Grüß euch zusammen!
Diesen Text habe ich ebenfalls vor längerer Zeit abgetippt und jetzt wieder gefunden.
Der nun folgende Abschnitt ist aus H. Gehrings Buch Ausblicke auf die Innere Erde entnommen:
In der Geschichte der Erforschung unserer Erde hat es zu allen Zeiten Berichte über schwer erreichbare Inseln gegeben. Meistens wurden diese Inseln von Seefahrern nur gesichtet aber nie betreten. So dauerte es mitunter viele Jahre, bis Forscher diese Inseln schließlich genau kartieren und beschreiben konnten. Einige Inseln stellten sich als nicht vorhanden heraus, die Seefahrer hatten wohl Luftspiegelungen als Land angesehen. Andere Inseln hingegen, die Jahrhunderte nur aus Sichtungen bekannt waren, gibt es wirklich. Ein Beispiel ist die Bouvet Insel. Bouvet liegt im Südatlantik, direkt an der Eisgrenze zur Antarktis. Die Insel wurde erstmals 1739 von der Besatzung eines französischen Schiffes gesichtet. Danach konnte sie jedoch kein Seefahrer wiederfinden, und selbst Cook verfehlte sie. Erst 1808 fand ein englisches Schiff Bouvet wieder. Genau kartiert schließlich wurde die Insel dann 1898 von der deutschen Valdivia-Tiefsee-Expedition Eine Landung auf der Insel gelang wegen schlechter Wetterverhältnisse aber nicht. Diese kam erst 1929 zustande, also fast 200 Jahre nach der ersten Sichtung, als im Rahmen einer norwegischen Expedition erstmals Menschen die Bouvet-Insel betraten.
Gerade in den Polarregionen war es nie ungewöhnlich, Küstenstriche und Inseln nur aufgrund von Sichtungen auch als tatsächlich vorhanden anzusehen. Mehrfache Sichtungen durch Forscher ohne Betreten des Landes bedeuten nicht automatisch, daß das Land nicht existiert. Nachfolgende Beispiele einst gesehener und heute verschwundener Gebiete lassen sich daher nicht einfach als Täuschungen abtun.
Das Crocker-Land:
Das Crocker-Land ist ein Land im Nördlichen Eismeer, das erstmals 1818 von James Clark Ross und William Edward Parry und danach von Peary 1906 gesichtet wurde. In den Jahren 1913-1916 fand unter Leitung von MacMillian die Crocker Land Arctic Expedition mit dem Ziel statt, das Crocker-Land zu betreten und zu kartie-ren. Sämtliche Unterlagen dieser Expedition findet man heute in der Fitzhugh Green Collection an der Universi-tät Georgetown, USA. Nach der Expedition war MacMillan der Auffassung, es gebe einen Kontinent in der Arktis. Die Ergebnisse der Vermessung der von der Expedition erreichten Gebiete des Crocker-Landes sowie eine Karte vom Crocker-Land veröffentlichte MacMillan 1918 zusammen mit dem Expeditionsbericht in seinem Buch 4 years in the white north. Doch in der zweiten Auflage dieses Buches von 1926 fehlen die Kapitel über die Vermessung des Crocker-Landes und die Karte. Im Rand McNally World Atlas von 1910 ist das Crocker-Land bei 105° West 86° Nord eingezeichnet. In der Brockhaus Encyclopädie von 1908 findet sich die Küstenlinie des Crocker-Landes im zwölften Band in der Karte der Nordpolländer bei 101° - 109° West 85° - 86° Nord. In heutigen Atlanten ist das Crocker-Land schlicht nicht vorhanden.
Das Kennan-Land:
In der Brockhaus-Encyclopädie von 1908 ist in der Karte der Nordpolarländer in Band 12 und in der Physikali-schen Karte von Nordamerika in Band 1 die Küste eines Kennan-Lands im Nördlichen Eismeer vor Alaska ein-gezeichnet. Die Küstenlinie dieses auch als Wittney-Insel bezeichneten Gebietes erstreckt sich auf 72° Nord von 152°-156° West. Das Kennan-Land wurde von Mikkelsen im Jahr 1907 entdeckt. In heutigen Karten findet sich an dieser Stelle keinerlei Land.
Sannikov-Land:
Am Rande des vor Sibirien liegenden Nordenskjold-Meeres befindet sich das Sannikov-Land. In der Great Sovi-et Encyclopedia (Vol. 22, S. 602-603, New York 1979) wird über Sannikov und das Sannikov-Land berichtet: Während einer von der Russischen Akademie der Wissenschaften 1808-1810 veranlaßten Expedition unter der Leitung von M. M. Gedenshtrom entdeckte Jakov Sannikov dieses Land, das er als riesige Insel im Norden beschrieb. Sannikov war im Entdecken von neuem Land geübt. Bereits 1800 hatte er die zu den Neusibirischen Inseln gehörende Stolbovoi-Insel entdeckt und 1805 die Faddeevskii-Insel. Eine russische Expedition unter E. Moll 1886-1893 sichtete das Sannikov-Land ebenfalls und konnte einige Gebiete betreten. In der Karte der Nordpolarländer in Meyers Konversationslexikon von 1897 in Band 12 und 1908 in Band 14 ist das Sannikov-Land eingezeichnet bei 83° Nord, 140°-135° Ost.
Trotz intensiver Suche in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts konnte das Sannikov-Land allerdings nicht wiedergefunden werden. Die in der Great Soviet Encyclopedia wiedergegebene Erklärung der Wissenschaftler dafür ist ebenso schlicht wie vielsagend: Das Sannikov-Land sei eben verschwunden.
Eine Reihe weiterer Inseln wurde in den Jahren 1800 bis 1864 bei wissenschaftlichen Fahrten in den Gewässern um die Antarktis herum gesichtet. Die Thompson-Insel nahe der Bouvet-Insel, die Macy-Insel in der Bellinghau-sen-See, die Swain-Insel in der Amundsen-See, die Dougherty-Insel bei 60° Süd 120° West oder die Nimrod-Inseln nordöstlich der Scott-Insel. Alle diese Inseln sind von sachverständigen Seefahrern entdeckt worden, die Eisberge und Luftspiegelungen durchaus von tatsächlichem Land unterscheiden konnten. Wie bei vielen einsamen arktischen und antarktischen Inseln dauerte es oft viele Jahre, bis eine weitere Expedition diesen Inseln einen Besuch abstattete. In den Jahren 1915/16 machte das US-amerikanische Schiff Carnegie unter der Leitung von Captain J. P. Ault eine Antarktis-Rundreise, um die zuvor genannten Inseln aufzusuchen. Es gelang nicht, die Thompson-, Macy-, Swain-, und Nimrod-Inseln zu finden, doch sichtete Captain Ault am 25.12.1915 die Dougherty-Insel. Ihre Existenz kann als gesichert gelten. Auf den Antarktis-Karten der National Geographic Society, die die Richtlinie für sämtliche andere Karten darstellt, ist fatalerweise genau das Gebiet, in dem die Dougherty-Insel liegt, durch die Legende verdeckt.
Gruß und Tschüß
Loki
Kann man noch die Insel San Borondon auf den Kanaren hinzufügen.
Ich bin grad dran, von einer auf La Palma geborenen Spanierin was näheres drüber zu erfahren.
Gruß
Bergamr
Grüß dich Bergamr! 😀
Halte uns auf jeden Fall auf dem laufenden! Danke im voraus.
Gruß und Tschüß
Loki