Die kleinste Schule...
 
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Die kleinste Schule der Welt

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(@anait)
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Beigetreten: Vor 18 Jahren

"Ich soll was erklären."
"Bitte."
"Was."
"Das Übliche."
"Ok. Es ist wieder eine angeblich von mir ermordete Frau aufgetaucht, die dir sehr wichtig war. Die kenne ich sogar flüchtig, weil sie die Schwester eines Freundes meines Ex-Mannes ist. Ich verstehe bloß nicht, warum der mir nie erzählt hat, dass sie 2002 ermordet worden ist. Das hättich doch erfahren müssen. Sowas spricht sich doch rum!"
"Zu dir sprechen sich offensichtlich die wenigsten Sachen rum."
"Nun, wie auch immer. Du also wieder Misstrauensschub mir gegenüber, Ziegen und Weiber zum Trösten Gewehr bei Fuß, Orgie etc.pp. - Warum ist es so wichtig, dass wir das thematisieren? Es ist doch nicht verboten, das zu tun, was du getan hast. Du hast doch kein Gelübde abgelegt."
"Sascha hatte auch ihre Finger im Spiel. Ich bin wieder mal vor ihr zu Boden gegangen."
"Selbst das! Das hast du jahrelang gemacht! Das doch nix weltbewegend Wichtiges!"
"Das sehen andere anders."
"Und wie hätten die das gern? Wie sollst du sein?"
"Ich. Ich soll nicht mehr so ambivalent sein."
"Ja, wenn´s aber anders nicht geht."
"Es ist schon ein Problem. Sie hat mich dazu gezwungen zu verkünden, es wäre aus zwischen dir und mir, ich hätte dir quasi die Mitarbeiterschaft aufgekündigt. Was du gar nicht mitgekriegt hast, weil du ja unsere Sprache nicht mehr deuten kannst."
"Aber wie konnte sie dich dazu zwingen? Das verstehe ich nicht."
"Ja, selbst das verstehst du nicht mehr. Und ich weiß nicht, wie ich es dir erklären soll."
"Verstehen es denn die, die das hier lesen?"
"Die verstehen das."
"Gut, dann haben wir das also erklärt. - Ist es denn jetzt aus zwischen dir und mir? Stimmt das denn? Warum merke ich davon nichts?"
"Weil du mir vertraust."
"Und, wie ist es nun?"
"Du hast mir heute morgen gesagt, ich hätte eine irgendeine falsche Entscheidung getroffen."
"Ja, das haben die Karten so gesagt."
"Da habe ich es dann rückgängig gemacht."
"Aber was denn?"
"Die Entscheidung, mich von dir zu trennen."
"Ich denke, das wurde erzwungen. Wie kannst du das dann als Entscheidung deklarieren?"
"Himmel! So geht das seit Tagen! Du kapierst einfach nichts mehr."
"Quatsch. Ich kapiere, dass ich mir viel Mühe geben muss, um aus meinem Privatschlamassel  rauszukommen. Du hast mir die Garantie gegeben, dass es zu schaffen ist. Ich denke, es liegt jetzt bei mir. Daran arbeite ich. Außerdem weiß ich, dass du mich niemals im Stich lassen würdest. Auch weiß ich, dass du niemals, wenn diese Misstrauensattacken kommen, etwas entdecken wirst, das dir dein Misstrauen bestätigen könnte. Denn ich habe durch mein ganzes Leben eine Bewusstseinskontinuität, und da war nie das kleinste Verbrechen oder überhaupt irgendeine gegen dich gerichtete Handlung. - Also hör einfach damit auf, so blöd misstrauisch zu sein!"
"Du verstehst schon, dass du seit kurzem ein richtig heftiges Problem darstellst, ganz besonders für mich."
"[b]Das[/b] verstehe ich sogar allerbestens. Es ist ein Ding der Unmöglichkeit, dass ein Mensch die Zusammenhänge von Second Life, Shamballah und Avalon und wie sie alle heißen, nicht überblicken kann, aber gleichzeitig über die Macht verfügt, das alles in Schutt und Asche zu legen. Das meintest du, nicht wahr?"
"Ja."
"Nun, ich hatte dir vorgeschlagen, diese Macht auf meinen Sohn zu übertragen. Ich würde sie ja auch auf dich übertragen. Aber das geht nicht, weil du dich nicht ausreichend unter Kontrolle hast. Aber mein Sohn ist auch noch nicht so weit. Oder?"
"Er wäre vielleicht so weit, aber er hat ja Johnny Kontrolletti, deinen sich einfach nicht weiterentwickelnden Ex-Mann an der Backe. Wir könnten sein Leben nicht beschützen."
"Also muss ich die Kräfte doch auf dich übertragen. Denn so wie es momentan ist, geht es nicht weiter. Ich kann sie nicht anwenden, weil mir die Urteilsgrundlagen abhanden gekommen sind, und du kannst mir diese Grundlagen nicht mehr vermitteln - also mache ich gar nichts."
"Tja, es muss aber was gemacht werden."
"So, und du willst, damit du die Kontrolle über dich zurückgewinnst, dass ich dir quasi deine abnormen sexuellen Süchte wegbeame."
"So sieht´s aus."
"Du willst das unabhängig von der jüngsten Entwicklung schon seit Wochen. Und ich habe es die ganze Zeit abgelehnt, weil ich befürchte, dass du die Hohn- und Hämereaktion, die dann unweigerlich kommen würde, weil dann biste nich mehr der Godfather of Sex, dass du das nicht verkraften kannst. Kann sogar sein, dass du dich dann vor lauter Schreck erstmal völlig impotent fühlst. - Glaubst du denn, dass das gut gehen wird? Ich meine, das lässt sich nicht rückgängig machen."
"Hmm."
"Ich meine, bist du dir sicher, dass du das wirklich ertragen kannst? Ich gebe dir zu bedenken, dass gerade die Erniedrigungen, die euch Männern von den Dominas zugefügt werden, diese Kompensation der sexuellen Überpotenz und des Macker- und Machotums brauchen. Das haste doch immer noch alles in deinem Innern sitzen, diese Verdrehungen, diese Demütigungen, diese Widerwärtigkeitem!"
"Und wenn du das irgendwie mit Gedächtnisverlust belegen würdest?"
"Hab ich das nicht schon mal gemacht?"
"Ja, aber danach ist ja wieder was dazu gekommen."
"Gut. Ich mache es. Stellst du dir vor, dass ich in dem Zuge auch gleich meine überschüssigen Kräfte auf dich übertrage?"
"Das stelle ich mir vor."
"Ist vielleicht tatsächlich eine sinnvolle Kombination. Die einen Kräfte gehen, die anderen kommen. Kann sein, dass es dir dann doch nicht schlecht geht."
"Warum soll es mir eigentlich immer nicht schlecht gehen?"
"Weil es dir schon viel zu lange viel zu schlecht gegangen ist. Du hast ein Recht darauf, dass das endlich mal aufhört."
"Dann mach hinne."


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(@anait)
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Beigetreten: Vor 18 Jahren

"Hab ich dich richtig verstanden. Du machst in Sachen Sex genauso weiter wie bisher."
"Richtig."
"Und das wirft nun Fragen auf."
"Das tut es."
"Dann beantworte sie doch einfach. Erste Frage. Wieso bist du nicht in Anführungsstrichen impotent?"
"Weil du nur die konditionierungs- und gewohnheitsmäßig bedingte Sucht weggenommen hast."
"Zweite Frage. Warum lebst du dann genauso unenthaltsam weiter wie vorher?"
"Weil es von mir verlangt wird. Würde ich den Wünschen meiner Geschlechtspartner nicht nachkommen, würde das System, das unter anderem dir ne gewisse Sicherheit garantiert, zusammenkrachen."
"Dritte Frage. Macht dir das was aus?"
"Ja."
"Was."
"Es ist für mich Ausdruck meiner Unfreiheit."
"Vierte Frage. Wofür war es dann überhaupt gut?"
"Ich habe tatsächlich die innere Kontrolle über meinen Willensbereich zurückgewonnen, was sich im Krisenfall, also wenn das übliche Spiel wieder losgeht, als sehr hilfreich erweisen wird."
"Fünfte Frage. Hat das funktioniert mit der Übertragung?"
"Ja. Was ich allerdings nicht kann, das ist dieses Geistig-in-Verbindung-treten mit anderen Menschen. Und das wird jetzt gebraucht. Denn die ersten Lager sollen aufgelöst werden, und die Leute müssen auf ihr neues Leben vorbereitet werden."
"Ich soll mit denen reden, nicht per Video, sondern innerlich."
"Du musst etwas austüfteln, wie sie das Vergangene bewältigen und einen Sinn für das Neue finden können."
"Du bist nicht so ganz und gar für einen totalen Gedächtnisverlust."
"Ich merke vor allem, dass du nicht so ganz und gar dafür bist."
"Bin ich auch irgendwie nicht. Ich muss tatsächlich mit denen reden, auch mal hören, was die sich so vorstellen, dann wird mir was einfallen. Sonst noch was."
"Hm. Ich hab dir heute´n wunderschönes Angebot gemacht für ne gemeinsame Zukunft. Schwarzwaldhof bei Hinterzarten."
"Ich will und werde meinen eigenen Weg gehen. Allein. Unsere Ehe wurde im Himmel geschlossen. Und da wird sie auch geführt. Der Preis für jede andere Variante wäre unermesslich hoch."
"Damit meinst du, dass wir das Opfer zu bringen haben, auf jede echte Begegnung zu verzichten, damit andere aus ihrem Elend befreit werden können."
"Zum Beispiel. Aber auch die Verhinderung eines dritten Weltkriegs, also dass ganz furchtbares Elend erst gar nicht entsteht, das hat seinen Preis. Irgendwer muss bereit sein, den zu zahlen. Und du siehst es ja, dass niemand von deinen >Geliebten< willens ist, auch nur den allerkleinsten Beitrag dazu zu leisten, obwohl sie alle >hochentwickelt< sind und wahnsinnig gern große Reden schwingen. - Es bleibt einfach an uns hängen."
"Ich finde das maßlos traurig."
"Ich auch."
"Die anderen finden das maßlos schön."
"Sollen sie. Es ist aber noch´n bisschen maßlos schöner, wenn der Krieg nicht kommt, der Pol nicht springt und wenn die Gefangenen der Unterwelt wieder das Licht der Sonne sehen dürfen."
"Du bist allerdings auch maßlos konsequent."
"Nun. Irgendjemand muss diese Kraft aufbringen. Wir marschieren da jetzt ganz stur geradeaus und inmitten durch."
"Wie son alter Feldherr!"
"Genau. Der Feldherr hat aber trotzdem Lust auf Schwarzwald. Ich werde da hinziehen. Das ist das Gute an diesem Verzicht, dass er mir die Tür zu einem neuen Leben an einem anderen Ort öffnen wird. Und darüber freue ich mich!"
"..."
"Bist du jetzt beleidigt?"
"Ich. Nee."
"Was dann?"
"Ich fürchte..., leider, ja, fürchte ich, dass du Recht hast."
http://www.youtube.com/watch?v=Qbl_vYJK3s4&feature=related


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(@anait)
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Beigetreten: Vor 18 Jahren

"Ich strebe unaufhaltsam meiner Vollendung entgegen. Haha."
"Hättich geahnt, dass du nichts willst als das, ich hätte mich von vornherein ganz anders verhalten."
"Du neigst nicht dazu, einem anderen Menschen auf´s Wort zu glauben. Für dich müssen sich die Dinge erweisen."
"Das ist wohl so."
"Gestern Abend also habe ich dich auf deinen Wunsch hin aus der Umklammerung durch die >Damen< von Causa nostra befreit. Erst rief ich Baphomet, dann habe ich den Bann, durch den er an die kultischen Handlungen dieser >Damen< gebunden war, gelöst. Als nächstes habe ich Baphomet wieder ordnungsgemäß in einen Mann und eine Frau aufgeteilt, beide vervollständigt und sie mit den Worten "Geht hin in Frieden" verabschiedet. Zum Schluss habe ich mich selber dazu verdonnert, ab sofort nur noch Mensch zu sein und mein Engelbewusstsein abzulegen. Das war dann die Vollendung. Selbst wenn ich wollte, ich könnte nicht mehr."
"Du hast all deine Macht aus den Händen gegeben."
"Unwiderruflich. Ja."
"Wie fühlst du dich?"
"Völlig normal fühle ich mich. Mir erschien dieser andere Zustand eher unnormal."
"Es gibt dafür keinerlei Gegenleistung. Im Gegenteil. Causa nostra schnaubt Rache Rache Rache."
"Ach. Das ist es mir wert. Ich stelle fest, dass du immer noch auf meiner Seite bist, obwohl du weder durch Angst vor meinem Können noch durch irgendeinen besonderen Nutzen dazu gezwungen bist."
"Dir geht´s also gut."
"Ja, mir geht es relativ gut. Ich habe nach wie vor große Probleme mit dem Verlust meiner Familienangehörigen, aber da gibt es auch Hoffnung. Von meinem Sohn träumte ich vor kurzem, wie er sagte: Ich lebe nur noch dafür, eine schöne verwandtschaftliche Beziehung zu meiner Mutter zu bekommen. - Das ist mir absolut Motivation und Verpflichtung, alles dafür zu tun, dass er dieses Lebensziel so schnell wie möglich erreichen kann - und zwar damit er sich dann endlich richtige Ziele stecken und ein wenig unbeschwert leben kann. - Wenn du uns dabei hilfst, dann schaffen wir das."
"Ihr schafft das."
"Ja. Wir schaffen das. - Ich freue mich, dass jetzt ein neuer Lebensabschnitt beginnt."
"Da gibt´s nich viel zu freuen."
"Nee, viel nicht. Aber wir werden schon unsere Momente der Freude und des stillen Glücks haben, verlass dich drauf."
"Ich bin dir unendlich dankbar."
"Schröder! Er muss es gleich wieder übertreiben. Unendlich!"
"Ja, iss so. Ich war noch nie jemandem dankbar."
"Dankbarkeit, das ist doch eigentlich ein schönes Gefühl, findest du nicht? Man fühlt sich geliebt, oder?"
"Man fühlt sich geliebt. Unendlich halt."
"Tja, da könnte natürlich was dran sein. - Ich bin dir übrigens auch unendlich dankbar."
"Du fühlst dich unendlich geliebt?"
"Ich..., äh, ja, also, ich fühle mich jedenfalls unendlich wohl und geborgen mit dieser Tatsache, dass ich wieder ein normaler Mensch sein darf, was ja nur funktioniert, weil du immer bei mir bist und mich so schön behütest und beschützt. Das muss ja, ich meine, wenn dabei eigentlich für dich nix rausspringt, dann muss das ja unendlich viel Liebe sein. Was soll es sonst sein."
"Ja, was soll es sonst sein. - Du hast noch son klitzekleinen Herzenswunsch. Den möchte ich dir natürlich nach Möglichkeit erfüllen. Du möchtest keine öffentlichen Statements mehr von dir geben."
"Ja, dassen Herzenswunsch von mir."
"Dann sag doch einfach good bye."
"Jetzt?"
"Warum nicht?"
"Ja. Also, good bye, fellows. We gonna meet again. Another time, another space. Je ne regrette rien."


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(@anait)
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Beigetreten: Vor 18 Jahren

„Bin ich jetzt besiegt?“
„Wat?“
„Ja, sag es mir: Bin ich jetzt besiegt?“
„Du bist nicht besiegt. Du hast nur gezeigt, wie man mit den Waffen der Ohnmacht die Welt wieder in die Angeln setzt.“
„Es ist also tatsächlich vorbei. Es ist ein echtes good bye.“
„Das ist es. Mach dir keine Sorgen.“
„Ja. Dann. Tschüß, Leute, ich hab hier schon wieder´n neuen Entwurf für´n Tischtheater rumliegen jetzt überlege ich wie ich den Prototyp ohne Tischkreissäge also ihr versteht…“ [smiley=crazy.gif]


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(@anait)
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