hallo
zur zeit vermehren sich die meldungen um/aus venezuela, deren praesident chávez scheinbar auf massiven konfrontionskurs gegen die usa aus ist:
Gefährliche FreundschaftBerichte der letzten Zeit, insbesondere hinsichtlich des Staatsbesuchs des iranischen Präsidenten Mohammad Khatami in Venezuela, belegen eine Freundschaft, die sich für die USA als äußerst gefährlich erweisen könnte.
So berichtete der Boston Globe am Freitag, daß der Präsident Venezuelas, Hugo Chavez, sich hinter die nuklearen Ambitionen des Irans gestellt hat.
"Iran hat jedes Recht, wie es auch viele andere Länder getan haben, seine Atomenergie zu entwickeln und Forschungen auf diesem Gebiet fortzusetzen", so Chavez. Beide Länder hatten zuvor 20 Abkommen zur Zusammenarbeit, von Ölindustrie bis Landwirtschaft, unterzeichnet.
Vor dem Kongreß Venezuelas verdeutlichte Khatami die Gemeinsamkeiten Irans und Venezuelas als er sich über "die Ungerechtigkeit der großen Mächte, die versuchen die Welt zu kontrollieren" beklagte. Hierzu zählte er die USA, die sich "in andere Staaten unter dem Vorwand des Kampfes gegen den Terrorismus einmischen und versuchen, die ganze Menschheit dazu zu bringen, ihrem Machtmonopol zu folgen."......
quelle: [url= http://www.freace.de/artikel/200503/120305b.html ]freace.de[/url] 12.03.2005
eine reaktion aus kreisen des us-geheimdienstes folgte wenig spaeter:
Soll Chávez sterben?Am Dienstag berichtete Venezuelanalysis, daß ein "früherer CIA-Agent" in einer Fernsehsendung gesagt hat, es bestünde die Möglichkeit, daß der venezolanische Präsident Hugo Chávez von den USA ermordet werden würde.
Dem "ehemaligen CIA-Agenten" Félix Rodríguez zufolge hat die US-Regierung Pläne, um "einen Wechsel in Venezuela herbeizuführen." Auf Nachfrage sagte er in der spanischsprachigen Sendung des in Miami im US-Bundesstaat Florida ansässigen Senders Channel 22, daß dies "mit einem Militärschlag, mit einem Flugzeug" geschehen könnte.
....
Es ist also anzunehmen, daß Rodríguez' Aussage in Wahrheit die Worte der CIA waren. Hier stellt sich allerdings wiederum die Frage nach dem Hintergrund. Letztlich kann nicht ausgeschlossen werden, daß damit absichtlich Pläne des Weißen Hauses verraten werden sollten - in letzter Zeit ist es vermehrt zu Spannungen zwischen CIA und Washington gekommen. Andererseits könnte es sich aber auch um eine offene Warnung an Chávez handeln, sich dem Willen der USA zu beugen und deren Politik nicht weiter in die Quere zu kommen.
Eine weitere Möglichkeit ist sicherlich, daß all dies nur zur Unterbringung der Aussage diente, ein Angriff der USA würde "offen geführt" werden und dies von verdeckten Aktionen ablenken soll.
Was auch immer der wahre Hintergrund für Rodríguez' Auftritt war, so zeigt er doch zumindest eine wachsende Ungeduld seitens der USA, was wiederum letzten Endes die Realisierung der Drohungen wahrscheinlicher werden läßt.
quelle: [url= http://www.freace.de/artikel/200503/170305a.html ]freace.de[/url] 17.03.2005
dessen unbeeindruckt handelte chávez mit us-erzfeind kuba vertraege aus und goss noch kraeftig oel ins feuer:
Zeit für einen weiteren "Regimewechsel"?Wie AP am Freitag berichtete, hat der Präsident Venezuelas, Hugo Chávez, bei einem Besuch in Kuba gesagt, er werde die USA erst wieder besuchen, wenn dessen Bürger ihr Land "befreit" hätten.
"Ich bin nicht zurückgekehrt noch denke ich daran, zurückzukehren, bis die Bürger der Vereinigten Staaten das Land befreien", so Chávez. Die US-Bürger werden seiner Ansicht nach von ihrer Regierung und den Medien des Landes "unterdrückt".
Während seines Besuchs in Kuba unterzeichnete er zusammen mit dem kubanischen Präsidenten Fidel Castro zahlreiche Abkommen zur Zusammenarbeit. So hat sich Kuba unter anderem zum Kauf von venezolanischen Waren im Wert von insgesamt 412 Millionen US-Dollar verpflichtet und sämtliche Unternehmen, die Schiffe unter venezolanischer Flagge für den Transport von Menschen oder Gütern einsetzen, von der Steuer befreit.
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Diese und zahlreiche weitere Abkommen zur wirtschaftlichen und sozialen Zusammenarbeit wurden im Rahmen der Verabschiedung eines Plan zur Einführung des "Abkommens für eine bolivarische Alternative für Mittel- und Südamerika" (ALBA) zwischen Kuba und Venezuela vereinbart.
Auch wenn die genannte Aussage Chávez' sicherlich provokant scheint, so dürfte dieses Abkommen, das ganz offen das Ziel hat, auf sämtliche Länder Mittel- und Südamerikas ausgedehnt zu werden und so in direkter Konkurrenz zu der dortigen US-amerikanischen "Freihandelszone" steht, in Washington noch weitaus größeres Mißfallen erregen.
quelle: [url= http://www.freace.de/artikel/200504/300405a.html ]freace.de[/url] 30.04.2005
das ganze wird nun durch eine neue meldung getoppt:
Steuern oder Schlagbaum
Chávez gegen ÖlindustrieIn einer im Fernsehen übertragenen Ansprache stellte Hugo Chávez, der Präsident Venezuelas, am Sonntag klar, daß er nicht bereit sei, weiter hinzunehmen, daß Unternehmen der Ölindustrie keine Steuern zahlen.
Ölfirmen müssen Chávez zufolge entsprechend den neuen Steuergesetzen 50 Prozent ihrer Erlöse und einen Förderzins von 30 Prozent an den Staat abführen. Dies gelte außerdem auch rückwirkend. Er habe bereits die staatliche Ölgesellschaft und die Steuerbehörden angewiesen, die daraus folgenden Steuerschulden der Unternehmen zu errechnen. Diese würden dann zuzüglich Zinsen eingefordert werden.
"Es kann nicht sein, daß ein Ölunternehmen herkommt, um Öl herauszuholen und 1 Prozent Förderzinsen bezahlt und keine Einkommensteuer bezahlt und einen Verlust erklärt. Das glaube ich nicht", so Chávez. "Jede Ölförderung wirft Gewinn ab, selbst im Irak."
Unternehmen, die nicht bereit seien, sich diesen Regeln zu unterwerfen, dürfen nicht weiter in dem Land tätig sein.
"Nicht alle, aber die meisten internationalen Ölfirmen haben in den vergangenen Jahren Steuern hinterzogen", sagte Chávez. "Sie schulden uns eine Menge Steuergelder. Sie müssen den Gesetzen Venezuelas gehorchen und zahlen und wenn sie nicht zahlen, dann müssen sie das Land verlassen."
Angesichts der engen Verbindungen der Bush-Regierung zur Ölindustrie der USA wird auch diese Maßnahme sicherlich nicht zu einer Verbesserung der Beziehungen beider Länder beitragen.
quelle: [url= http://www.freace.de/artikel/200505/100505a.html ]freace.de[/url] 10.05.2005
man darf also gespannt sein, was als naechstes kommt und wann die usa offen oder verdeckt auf diese situation reagieren werden.
da kuba und iran eine gute beziehung zu russland pflegen, kann man wohl auch mit einer annaeherung venezuelas rechnen.
russland selber wird ja regelmaessig von den politisch orientierten, finanziellen unterstuetzungen der usa bei ihren ehemaligen satellitenstaaten provoziert.
der ritt der cowboys auf dem tiger wird also geopolitisch noch einige umwaelzungen nach sich ziehen.
gruesse, zak
Hallo!
Wenn Chávez jetzt Steuern von den Ölfirmen haben will, dann kann ich mir schon vorstellen das ihn einige Ölbarone aus dem Weg haben wollen.
Nur gute Beziehungen zu Kuba und dem Iran zu haben reicht meiner Meinung nach nicht. Diese Gründe sind nicht schwerwiegend genung um ein solch aufwendiges Unternehmen zu starten.
Aber es sind schon ein paar mutige Aussagen die er gemacht hat:
>>Wie AP am Freitag berichtete, hat der Präsident Venezuelas, Hugo Chávez, bei einem Besuch in Kuba gesagt, er werde die USA erst wieder besuchen, wenn dessen Bürger ihr Land "befreit" hätten.
"Ich bin nicht zurückgekehrt noch denke ich daran, zurückzukehren, bis die Bürger der Vereinigten Staaten das Land befreien", so Chávez. Die US-Bürger werden seiner Ansicht nach von ihrer Regierung und den Medien des Landes "unterdrückt". <<
Recht hat er ja! Schließlich ist die USA nur eine Kolonie der Wall Street oder der Unternehmen dessen Aktien dort gehandelt werden.
Mal sehen wie sich die Sache weiterentwickelt. Dürfte interessant bleiben, denn Chávez ist nicht jemand der schnell nachgibt und sich vom außenpolitischen Druck beeindrucken lässt. 8)
Gruß Uranus32!
Vom Druck seiner Untertanen lässt er sich übrigens auch nicht sonderlich beeinflussen.
Ich erinnere mich noch gut an die Massenproteste gegen ihn von vor 2 Jahren.
wisst ihr was ich beängstigend finde 😀
die aussagen die Chavez über die USA macht stimmen teilweise sogar zu 😛
"Ich bin nicht zurückgekehrt noch denke ich daran, zurückzukehren, bis die Bürger der Vereinigten Staaten das Land befreien", so Chávez. Die US-Bürger werden seiner Ansicht nach von ihrer Regierung und den Medien des Landes "unterdrückt".
*kopfnick*
seine vorgehensweise find ich natürlich nicht ok, aber bei einigen vorgängen die die USA betreibt bin ich ganz und gar seiner meinung.
einer neuer che ?
Hallo!
Vom Druck seiner Untertanen lässt er sich übrigens auch nicht sonderlich beeinflussen.
Ich erinnere mich noch gut an die Massenproteste gegen ihn von vor 2 Jahren.
Hierbei muß man aber auch die Rolle, den Einfluß und die Struktur der Medienlandschaft in Venezuela kennen.
Hier das Beispiel des Versuchten Putsches im April 2002:
[url= http://www.geheim-magazin.de/artikel.php?wert=160 ]Quelle[/url]Der Putsch vom 11. April 2002Am 9. April rief die Opposition einen unbefristeten Generalstreik aus, der die Regierung Chávez zum Rücktritt zwingen sollte. Im Vorfeld hatten die vier privaten TV-Sender und die Presse, deren Besitzer der Opposition angehören, zur Teilnahme am Streik und an einer Demonstration am 11. April mobilisiert und die Stimmung gegen Chávez angeheizt. Dazu zählten die Verbreitung von Lügen über Kabinettsmitglieder und das Totschweigen der Leistungen der Regierung.
Am 10. April übertrugen die Privatsender ein Statement des Generals Néstor González González, der das Oberkommando aufrief, es solle dem Präsidenten klar machen, dass er zu gehen habe. „Falls es das nicht tut, dann wird es jemand anderes tun“, fügte er hinzu.
Am Donnerstag, den 11. April 2002, versammelte die Opposition in Caracas eine große Menschenmenge, um gegen die Regierung zu demonstrieren. Der Protestmarsch sollte durch die Hauptstadt ziehen. Zum gleichen Zeitpunkt hatte die Regierungsparteien ihre Anhänger vor dem Präsidentenpalast Miraflores versammelt. Die Atmosphäre war äußerst angespannt. Da forderte Gewerkschaftsboss Carlos Ortega seine Anhänger auf, sie sollten nach Miraflores marschieren, also die mit der Polizei abgestimmte Route verlassen. Die Fernsehsender übertrugen die Botschaft bereitwillig. Der Nationalgarde gelang es, die beiden gegnerischen Demonstrationen in Parallelstraßen voneinander getrennt zu halten. Aber die privaten TV-Sender heizten die Situation weiter an, indem sie den Marsch auf Miraflores forcierten.
Regierungsvertreter versuchten vor Ort und über den einzigen Staatskanal deeskalierend zu wirken. Umsonst. Plötzlich fielen Schüsse. Heckenschützen feuerten in die Menschenmenge. In den Kopf getroffen brachen Menschen zusammen. Bewaffnete Zivilisten erwiderten das Feuer.
Jetzt kam die große Stunde der Privatsender. Sie schnitten die Bilder so zusammen, dass der Eindruck entstehen musste, als ob Anhänger der Regierung auf die Demonstranten der Opposition geschossen hätten. Die Lüge wirkte. Zehn führende Militärs riefen Präsident Chávez zum Rücktritt auf und nahmen für sich in Anspruch, die öffentliche Ordnung durch einen Regierungswechsel wiederherstellen zu können. Chávez wandte sich abends per Fernsehansprache ans Volk, aber die privaten Fernsehanstalten würgten den Ton ab.
Am späten Abend erreichte die Spannung ihren Höhepunkt. Chávez und sein Kabinett hatten sich im Palast Miraflores verbarrikadiert. Die aufständischen Militärs forderten ihn ultimativ zum Rücktritt auf, andernfalls würden sie den Amtssitz bombardieren lassen. In der Nacht vom 11. auf den 12. April entschied der Präsident, sich den Aufständischen ergeben - ohne formell seinen Rücktritt zu erklären. Eine Kommando transportierte ihn auf eine Militärbasis. Die Kabinettsmitglieder verließen den Palast. Einige gingen nach Hause, andere tauchten unter.
Am 12. April zeigten die erfolgreichen Oppositionellen ihr wahres Gesicht. In einer Talkrunde beglückwünschten sich die führenden Journalisten der Privatsender zu ihrer gelungen Desinformationsarbeit, die zum Sturz von Chávez geführt hatte. Der Arbeitgeberchef Perdo Carmona Estanga ließ sich als Präsident inthronisieren, obwohl sein Vorgänger noch immer nicht seinen Rücktritt erklärt hatte. Der von Carmona ernannte Generalstaatsanwalt löste unter tosendem Beifall der Anwesenden die Regierung, das Parlament, den Obersten Gerichtshof, das Amt des Ombudsmanns und den Nationalen Wahlrat auf. Alle Verfassungsorgane der V.Republik waren erledigt.
Im Land machten die Schergen der neuen Regierung Jagd auf Chavisten. Die Medien begleiteten die menschenunwürdigen Verhaftungen von Ministern und Parlamentariern. Gefesselt und wehrlos, mussten sie einen Spiessrutenlauf von ihren Wohnungen durch eine aufgeputschte, lynchwillige Menge zu den Polizeiwagen absolvieren. Aber über die zunehmenden Proteste im Lande für Chávez verloren die Privatsender kein Wort. Stattdessen verkündeten sie weiterhin die Lüge vom Rücktritt des Präsidenten.
Am Abend des 12. April hatte die Opposition unter Führung von Carmona und Ortega ihr wahres Gesicht gezeigt: eine Diktatur, herbeigeputscht unter dem Deckmantel der Demokratie, angeblich getragen von der breiten Mehrheit, versehen mit dem zweifelhaften Qualitätssiegel journalistischer Arbeit der privaten Medien (die gleichzeitig als Lieferanten für ihre ausländischen Kollegen dienten) und gekrönt vom nächtlichen und heimlichen Abtritt des „Neopopulisten“. Diese Farce im Ausland zu verkaufen, war einfach, denn Venezuela galt lange Zeit als das demokratische Musterländle in Lateinamerika.
Aber das Lügengebäude begann bereits 24 Stunden nach der Entmachtung von Hugo Chávez zu wackeln. Dem Präsidenten gelang es, über einen loyalen Offizier einen Kassiber aus der Haft zu schmuggeln. Er schrieb, er sei nicht zurückgetreten. Laut Verfassung muss der Präsident seinen Rücktritt vor dem Parlament verkünden. Dann ginge die Regierungsgewalt auf den Vizepräsidenten über. Chávez’ Nachricht erreichte den ehemaligen Generalstaatsanwalt Isaías Rodríguez, der der BBC erklärte: „Der Präsident ist nicht zurückgetreten. Er ist weiter im Amt. Es ist ein Putsch.“ Diese Botschaft verbreitete sich nur langsam, da die vier dominanten TV-Sender sie verschwiegen, und der Staatskanal VTV nicht senden durfte. Jenseits der Bildschirme ereignete sich eine zunehmende Mobilisierung der Chavisten in Caracas und andernorts. In Maracay, wo unter anderem die strategisch wichtigen F-16 Jagdbomber stationiert sind, kündigten General Raúl Baduel und andere Militärs im Laufe des 13. April der Regierung Carmona die Gefolgschaft.
Während sich im Land die Lage zu Ungunsten der Putschisten entwickelte, versuchten diese, den Präsidenten zu bewegen, er solle endlich seinen Rücktritt erklären. Chávez sagte seinen Widersachern: „Ich bin bereit, ein Dokument zu unterschreiben, in dem steht, dass ich mein Amt aufgegeben haben, aber ich trete nicht zurück.“ Die Amtsaufgabe hätte unweigerlich seinen Vize zum Interimspräsidenten gemacht. Ein Putschist entdeckte schließlich die Zwickmühle, die Chávez ihnen gestellt hatte: nur die Asamblea Nacional kann feststellen, dass der Präsident nicht mehr seines Amtes walten will oder kann. Dem Parlament obliegt es dann, den „vicepresidente“ zum neuen Präsidenten zu bestellen. Das Problem im vorliegenden Fall war: Carmona hatte die Asamblea Nacional bereits auflösen lassen. Daher konnte er am 13. April den Rücktritt des Präsidenten nicht mehr verfassungskonform über die Bühne bringen. Das Deckmäntelchen der Demokratie war also zu kurz, um den Staatsstreich noch tarnen zu können.
Die Privatsender reagierten auf die veränderte Situation, indem sie mit keiner einzigen Silbe darauf eingingen. Die Nachrichtensendungen sprachen von Ruhe im Land. Es gab keine Sondersendungen, sondern leichtes Entertainment. Per CNN versicherte Carmona das Land unter Kontrolle zu haben, als in Caracas Chávez-treue Einheiten bereits den Präsidentenpalast besetzt hatten. Sie nahmen jene Gefolgsleute von Carmona fest, die nicht mehr rechtzeitig flüchten konnten, vielleicht weil sie zulange vor dem Fernseher gesessen hatten. Die Militärs holten die Kabinettsmitglieder der Chávez-Regierung zurück nach Miraflores. Vor dem Palast versammelten sich immer mehr Chavisten und forderten die Rückkehr des Präsidenten. Der Präsident der Asamblea Nacional, William Lara, ernannte den Vizepräsidenten Diosdado Cabello Rondón zum kommissarischen Amtsinhaber. Die Telefone liefen heiß, um die Unversehrtheit von Hugo Chávez zu garantieren. Der Fallschirmjäger-General Baduel entsandte Kommandoeinheiten zur Rettung seines Oberbefehlshaber, der in den frühen Morgenstunden des 14. April in Miraflores landete und die Regierungsgeschäfte wieder aufnahm. Carmona und Ortega flüchteten nach Florida.
Dieser erste Versuch, einen Staatsstreich unter dem Deckmantel der Demokratie durchzuführen, war gescheitert. Die Faktoren, die zum Scheitern führten, waren das Verkennen der großen Sympathie für Chávez bei der Bevölkerung und einflussreichen Militärs beim gleichzeitigen Fehlen einer eigenen genügend starken Machtbasis innerhalb des Staatsapparates und der Gesellschaft, das falsche Vorgehen bei der verfassungsrechtlichen Tarnung des Putsches, die fehlende Ausschaltung von führenden Politikern der Regierungsparteien (inklusive des Präsidenten), eine zu offensichtliche Desinformationskampagne in den privaten Medien, die schließlich über ausländische Informationsquellen und per Handy und Internet sichtbar wurde.
Zumindest hier war die Rolle der Medien in Venezuela äußerst armseelig und reichlich undemokratisch.
[url= http://www.narconews.com/threedays.html ]Hier [Link][/url] noch ein englischsprachiger Bericht der Ereignisse.
Allgemein muß man auch wissen, wer auf welcher Seite steht, die Medien repräsentieren sich und den reichen Teil der Bevölkerung, sie wollen primär ihre Privilegien nicht verlieren, die z.T. noch in die Kolonialzeit zurückreichen. Es sind hauptsächlich Spanischstämmige. Der arme Teil der Bevölkerung setzt sich eher aus Indianischstämmigen zusammen.
Chavez' Verbrechen war und ist, sich für diesen Teil der Bevölkerung einzusetzen um nach Möglichkeit Chancengleichheit zu erreichen.
Es gibt über die Umstände des Putschversuches und den Putsch selbst auch eine sehr gute Reportage, von einem Filmteam, daß zu der Zeit zufälligerweise einen Bericht über Chavez drehen wollte und mitten in die Wirren hineingelangte. Er lief vor wohl über einem Jahr mal im Fernsehen. Leider weiß ich nicht mehr den Namen der Doku, glaube aber, daß es ein britische Fernsehteam war.
Auf jeden Fall sehr zu empfehlen und äußerst aufschlußreich.
Hier noch ein anderer Link zum Thema Medien in Venezuela:
[url= http://www.jungewelt.de/2005/04-11/006.php ]Geld, Macht, Medien; Das Imperium des Gustavo Cisneros[/url]
Allerdings muß ich auch sagen, daß ich die Thematik schon einige Zeit nicht mehr sonderlich verfolge und mir nicht sicher bin, ob Chavez nicht doch durch die Ereignisse der letzten Jahre übervorsichtig, um nicht zu sagen paranoid, geworden ist.
bis denn!
dark knight13
p.s.
hab die Doku jetzt gefunden:
"Hugo Chavez - Ein Staatsstreich von Innen" [url= http://www.dirkhesse.com/ligneclaire/chavez/ ]Link[/url]
und es war ein irisches Filmteam.