Langfristig wird di...
 
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Langfristig wird die Arbeit verschwinden

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(@bergamr)
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Beigetreten: Vor 23 Jahren
[#1116000093]

Hallo Ihr alle,

hab grad einen richtig schönen, vielleicht etwas utopischen Artikel über die Entwicklung des Arbeitsmarktes weltweit gelesen:

[url] http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/detail.php/916564?_seite=1 [/url]

Wir brauchen ja gerade Utopien. Generationen von Ökonomen haben sich damit beschäftigt, die Marktwirtschaft zu analysieren und Vorschläge zu machen, wie sie besser funktionieren könnte. Dabei ist der Mensch aus dem Blickpunkt geraten. Es ist doch so: Die Globalisierung hat versagt.

Wenn sich dieser Gedanke nur mehr in den Köpfen der Menschen durchsetzen und in Gegenwehr manifestieren würde ...

Gruß
Bergamr


2 Antworten
Beiträge: 403
Registered
(@heinrich-g-2)
Reputable Member
Beigetreten: Vor 57 Jahren

Hi Bergamr

Schön formuliert, was ja ohnehin schon klar war. :-/

Doch für wehn wollt ihr so billig produzieren, wenn sich auch dann niemand diese Produkte leisten kann !?

Auch ohne Arbeit geht es nicht, oder ?

H.G.


Antwort
Beiträge: 874
Registered
(@dark-knight13)
Prominent Member
Beigetreten: Vor 22 Jahren

Hallo!

Ein offensichtliches Problem bei der Verringerung von Arbeit (besser ausgedrückt: nötigen Mannarbeitsstunden) dürfte folgendes sein: um die gleichen Steuereinnahmen zu erzielen (die zu einem großen Teil von dem Arbeiter erwirtschaftet werden) müßten die Steuern auf Arbeit erhöht werden.
Dies dürfte allerdings kaum noch möglich sein, da es in der Vergangenheit bereits erreicht wurde, daß die Steuereinnahmen von den Unternehmensgewinnen zu einem guten Teil auf die Arbeit umverteilt wurden. Bsp. DaimlerCrysler, der Konzern selbst zahlt praktisch keine Steuern mehr, die Arbeiter jedoch immer noch. Dies wurde vor allem durch eine für Großkonzerne günstige Gesetzgebung erreicht. Man könnte fast sagen, daß die Arbeiter nicht nur ihre eigenen, sondern gleichzeitig auch die des Unternehmens aufbringen. (kurzer Einschub, wo die Steuern für selbige gerade wieder gesenkt werden sollen: zu Erhard's Zeiten diskutierte man darüber, die Steuern für Unternehmen nicht über ~48% (nicht ganz sicher) steigen (!) zu lassen)
Es ist also zu einer Umverteilung der Steuereinnahmen von den Unternehmensgewinnen auf die Arbeit gekommen. Dies war zu Zeiten von genügend Arbeit auch nicht sonderlich tragisch, jetzt, in der Zeit der Mechanisierung jedoch, ist diese Umverteilung allerdings zu einem gewaltigen Problem geworden, es gibt einfach nicht mehr genug Arbeit und wird auch nie mehr genug geben. Man mache sich hier auch keine Hoffnungen im Bereich der Dienstleistungen, hier wird nichts Produziert, keine Werte geschaffen, es wird lediglich umverteilt. Ein Krankenpfleger beispielsweise produziert nichts, im Grunde genommen ist seine Arbeit nichts wert (im monetären Gebiet, sozial sicherlich), das Geld, mit dem er bezahlt wird, kommt aus der Kranken- bzw. Pflegeversicherung und die wird durch die Arbeit Anderer, Produzierender, erwirtschaftet.

Die Lösung wird im Artikel bereits angedeutet:
Da es immer weniger produzierende Arbeit geben wird, macht es kaum Sinn, die Steuern auf Arbeit weiter zu erhöhen, da sich dann wirklich kaum noch jemand die produzierten Güter wird leisten können. Also müßte mindestens der vorherige Schritt umgekehrt werden, die Steuern auf Unternehmensgewinne müßten zu Gunsten der Steuern auf Arbeit erhöht , im Extremfall sogar komplett umgeschichtet werden.

Und nun zu deiner Problematik @Heinrich G. :

Doch für wehn wollt ihr so billig produzieren, wenn sich auch dann niemand diese Produkte leisten kann !?
Mir war schon vor dem verlinkten Artikel die beschriebene Utopie aus einem Fernsehbericht bekannt, darum weiß ich, daß sie im Artikel eigentlich sogar nur angedeutet wurde.
Das vorgeschlagene Wirtschaftsmodell geht von einer Art 'Bürgergeld' aus, d.h. jeder Bürger erhält ein Grundgehalt, das vom Staat ausgezahlt wird. Dieses Grundgehalt wird durch verschiedene Arten der Besteuerung, u.a. die benannte Maschinensteuer und eine höhere Gewinnbesteuerung (jedenfalls höher als es z.Z. der Fall ist) finanziert. Zusätzlich kann jeder zu diesem Grundgehalt Geld durch Arbeit hinzuverdienen.
Und das utopischte kommt jetzt:
Da man durch das Grundgehalt finanziell unabhängig ist, ist man nicht auf eine feste Stelle angewiesen, man kann sich frei nach Befähigungen und Neigungen (und Lust und Laune, es ist Zusatz, nicht unbedingt nötig) betätigen.

Ich weiß, klingt alles furchtbar sozialistisch, aber als Alternative sehe ich z.Z. lediglich Verhältnisse wie in den Anfängen der Industrialisierung, wo ebenfalls ein großes Überangebot an Arbeitskräften vorherrschte.

bis denn!
dark knight13


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