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Deflation

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(@hermannvonsalza)
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Beigetreten: Vor 24 Jahren
[#1054128552]

Gibt es hier Leute (Betriebs- oder Volkswirtschaftler vielleicht), die mir erklären können, was genau denn so schlimm an einer Deflation ist? Was ist so schlimm daran, dass ich für das gleiche Geld immer mehr Ware bekomme?

Dass uns das als Exportnation natürlich hart trifft (wir geben Euros für Löhne und Produktionsmittel aus, können unsere Waren auf dem Weltmarkt aber nur in Dollars loswerden, die derzeit weniger wert sind als Euros) ist schon klar. Aber andererseits werden Rohstoffe i.d.R. ebenfalls in Dollar gekauft und werden somit billiger (gegenüber dem Euro).

Ich sehe also schon Probleme mit einer Inflation, allerdings kann ich die Panik an den Finanzmärkten nicht verstehen, die sich - glaubt man den Medienberichten - ja regelrecht vor einer Deflation fürchten.

HvS


5 Antworten
Beiträge: 608
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(@urbayer)
Honorable Member
Beigetreten: Vor 24 Jahren

Na is doch logisch. Wenn die Ware weniger kostet wird auch weniger eingenohmen. Die Löhne müssen aber weiterhin bezahlt werden. Das heißt entweder drastische Erniedrigung der Löhne, oder man machts bei einer Deflation als Betrieb nicht mehr lange mit.


Antwort
Beiträge: 1326
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(@bergamr)
Noble Member
Beigetreten: Vor 23 Jahren

Hallo Ihr alle,

bin zwar weder Volks- noch Betriebswirtschaftler, aber ich versuch's mal so:

Inflation = normal bis zu wenig Ware ; viel oder viel zu viel Geldmenge mit sehr wenig Geldwert ; keine Angebote

Deflation = normal bis zuwenig Geldmenge bei hohem Geldwert ; viel zu viel Ware ; wenig bis keine Nachfrage

Das Schlechte der Deflation, nämlich die Überproduktion bei gleichzeitigem Sinken von Nachfrage und dadurch Nachgeben der Preise läßt die Rentabilität der Betriebe sinken bis zur Zahungsunfähigkeit. Das Ganze hat dann auch noch Auswirkungen über die Kreditfähigkeit und dadurch Liquidität gegenüber Vorlieferant und Bank, und dadurch gibt derjenige Betrieb, der den Löffel abgibt, selbigen gleich weiter.

Deshalb haben sie grad alle die Hosen voll.

Gruß
Bergamr


Antwort
Beiträge: 117
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(@moglin)
Estimable Member
Beigetreten: Vor 24 Jahren

Eigentlich ne tolle Sache, endlich reicht uns ein Bruchteil der bisherigen Arbeitszeit um alle Bedürfnisse zu befriedigen.

Problem ist dabei, dass sich die Entlastung nicht gleichmäßig auf alle verteilt, sondern, dass es dabei immer mehr Arbeitslose und immer weiniger (Viel-)Arbeitende gibt.


Antwort
Beiträge: 2
Registered
(@gabriela)
New Member
Beigetreten: Vor 23 Jahren

Natürlich freut man sich beim Einkauf, wenn man  weniger bezahlen muss. Ich merke es, im Handel gibt es zur Zeit Beides, Preiserhöhungen, aber auch starke (!) Senkungen.

Deflation (man bekommt mehr für sein Geld) ist mehr ein schleichender Prozess, der aber viele Menschen ins Unglück stürzen wird. Im Gegensatz zur Inflation werden die hohen Geldbeträge der Superreichen (durch Zinseszinses sich über Jahrzehnte ergaunert) nicht angetastet.

Hat man viel Geld, und braucht nicht arbeiten - super.
Gut, die Preise in den Geschäften sinken, oder man bekommt für den gleichen Preis mehr (z.B. eine Münchner Bäckerfiliale verkündigte vor Wochen, ab heute sind alle Kuchen für den gleichen Preies größer).

Das Gefährliche ist, dass die Zeitungen schon über die Deflation schreiben. Dadurch beschleunigt sich der Prozess der Deinflation, weil der Konsument abwartet, und den Laptop nicht heute sondern erst in einem halben Jahr kaufen möchte, weil er spekuliert, das Gerät ist dann billiger.

Die Geschäfte (+ natürlich die Fabriken, die das herstellen+die arbeitslosen Werkstätten) bleiben auf den Waren sitzen, versuchen billiger zu verkaufen + aber auch, weil die Kaufkraft inzwischen zurückgegangen ist. Das führt dazu, dass die Geschäfte durch den Konkurrenzdruck nicht mehr rentabel wirtschaften, entlassen müssen, oder Löhne drücken.  Also, das Geld, was wieder in die Geschäften fliessen könnte, sinkt, weil die Leute schlicht kaum Geld besitzen, sich was zu kaufen.  Jede Menge Unternehmen müssen Insolvens beantragen.

Die Superreichen, die in Geld baden,  gehen nicht zu Tante Emma um die Ecke, oder bestellen den Pizza-Bring-Dienst.

Das ist eine Spirale, die sich nach unten dreht, wo das Eine das Andere bedingt.

Besonders hart wird es die Leute treffen, die Schulden abbezahlen.  Durch sinkende Löhne, nicht einkalkulierte Arbeitslosigkeit, können sie nicht mehr die Kreditraten bedienen. Ihr  Haus muss unter den Hammer. Weil es nicht Einzelschicksale (jede Menge Häuser) sein werden, finden sich kaum noch Käufer. Die Immobilie muss stark unter den Wert verschleudert werden , die Höhe der Schuldenrate sinkt aber nicht (wie es beispielsweise bei einer Hyper-Inflation wäre).

Mein Tipp: Unter allen Umständen Schulden vermeiden, und falls man welche hat, sofort versuchen, sie zu senken!


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