Da haben wir sie nun endlich:
Ab übermorgen, den 28.09. läuft die "lang ersehnte" Verfilmung der bittersten Stunde des amerikanischen Volkes in den deutschen Kinos an.
Während in der USA viele Leute zum Boykott aufriefen, scheint es hierzulande eher "ruhig" zuzugehen.
D.h. man geht mal eben am WE ins Kino um sich den neuesten "Actionfilm" anzusehen.
Zu vielmehr Kritik reicht es offenbar nicht. Wenigstens hier bei uns in Deutschland.
Das ausgerechnet ein einstiger Kult-Regiesseur sich zu Herzen genommen hat, die Tragödie zu verfilmen, stimmt ebenfalls mehr als nur nachdenklich.
Offenbar wollte man hier nicht nur mir dem guten Namen werben...
Dabei gilt gerade Oliver Stone als ein heißblütiger Verfechter von sogenannten "Verschwörungstheorien".
Aber wenn man ins Alter kommt, wechselt man offenbar auch vielerlei Ansichten.
Und wenn man in der Filmbranche nach einem oder mehreren Flops nicht völlig untergehen will, überlegt man sich vielleicht zwei oder dreimal, ob man nicht doch besser seinem neuen Brötchengeber vertrauen sollte.
Also Genre wechseln und der Regierung vertrauen.
Doch jetzt zur eigentlichen Filmkritik:
Für etwa 20 Min macht Mr. Stone mit SEINER VERARBEITUNG des 11.9. ALLES KORREKT :
Völlig unbefangen führt er seine beiden Haupt-Protagonisten Nicolas Cage ( !!! ) und Michael Pena ein, die am Schluß als eine der letzten Überlebenden aus den Trümmern gezogen werden.
Dabei schwebt seine Kamera unwillkürlich und friedvoll auf die ( noch ) intakte Skyline von Manhattan zu und völlig diskret wird der erste Impakt durch den vagen Schatten ( !!! ) eines Flugzeugs illustriert.
Dann fallen auch schon die Türme zusammen.
PENG !!!
Und mit ihnen der ganze Film.
Nach bester 70er Jahre Katastrophenfilm-Manier geleitet man uns ins Innere der Tower, wo Orientierungslosigkeit und Verwirrung perfekt gezeigt wird.
Dann entscheidet sich Mr. Stone plötzlich einige Zeit mit den Familienmitgliedern unserer Helden zu verbringen, um deren Familienverhältnisse zu durchleuchten.
Was hier offenbar als "Stimmulierung" der Emotionen dienen soll, wirkt wie ein Fremdkörper.
Der für Verschwörungstheorien berüchtigte Regisseur wirkt, als wäre er senil geworden und hätte obendrein eine totale Gehirnwäsche hinter sich.
Sein "World Trade Center" ist von religiösen Botschaften durchwoben, welche in peinliche Jesus-Visionen der Verschütteten gipfeln ( !!! )
Und dann noch die "patriotische" Figur von Dave Karnes, der bei nicht-Amerikanern nur ein äußerst flaues Gefühl im Magen auslösen dürfte:
Der tapfere, politisch korrekte Marine fuhr auf eigene Faust nach New York, entdeckte die Überlebenden und ging danach in den Irak, um RACHE zu üben an die ÜBLEN Islamisten.
Sein Leitsatz: "Wir brauchen gute Männer um diese Schandtat zu rächen!"
Nun - das darf er offenbar sagen - und man kann es natürlich auch in einem FILMWERK wie diesem zeigen.
Doch indem Stone das Hauptgeschehen des Films ausgerechnet auf solche PATRIOTEN richtet und dabei andere Helfer sowie Sanitäter und Feuerwehrleute ignoriert, verleiht er dem Film einen äußerst unangenehmen Beigeschmack.
Da kann man nur einen faden Filmgenuss wünschen, für Diejenigen, die immer noch an den Wehnachtsmann glauben und das Großreich Amerika verehren.
HURRA AMERIKA !!! Und ein glückliches Hollywood !!!
Hierzulande wird sich wahrscheinlich niemand trauen, zum Film-Boykott aufzurufen, da man viel zu sehr Angst vor den ( politischen ) Konsequenzen hat.
Dann schon lieber jeden volksverdummenden Mist anschauen und dabei genüßlich auf Popkorn herumkauen.
also ich schau ihn mir nicht an!
hab bessere! z.b. Bus(C)hpiloten oder siedepunkt 911
"Dann schon lieber jeden volksverdummenden Mist anschauen und dabei genüßlich auf Popkorn herumkauen. "
Naja, ich denke mal; zu mehr wird dieses Machwerk auch nicht verführen. Bei mir jedenfalls löst die Ankündigung dieses Filmes kein ungeduldiges Kribbeln im Bauch aus. Zum Boykott braucht bei mir da auch keiner aufrufen. Mich Interessiert dieser Film genauso wie nen Rülpser eines indischen Maultrommelvirtuosen. Genug Amerikanische Geschichtsbewältigung habe ich schon via Hollywood erleben dürfen. Selbst den Vietnamkrieg haben die ja Postuum nachgewonnen mit "Rennern" wie "Missing in Action" und olle Rambo ... Was tausende vollgekiffte ( "Platoon"), Kämpfer für Demokratie nicht geschafft haben machten die Meister des Einzelkampfes ( Stallone und Norris ) wieder gut. Faktisch war ja nach dessen Debüt im Hollywoodvietnam die Vietnamesische Armee erledigt, plattgemacht ... unregenerierbar. Alle Tot! 😮
Auch: "Wir waren Helden" mit meinem Liebligsschauspieler Mel Gibson hatte den Anstrich eines Nachgewonnenen Vietnamkrieges. Zwar Tausendmal geguckt ( wegen der Militärhistorik!!) ... ist aber eigendlich auch verdummend.
Als die Ami-Filmbosse irgendwann bemerkten das ein Chuck Norris und Silvester Stallone erfolgreich, zu Rachsüchtig, sind, das Ottonormal den sich- seine - Wunden- selbst- nähenden- Rambo zu blöde war, erfand man den Anti-Kriegs-Film. Die gleiche Scheiße in Grün. Nur, das auf die Tränendrüsen drücken kam hinzu. Trauerde Frauen um gefallene ( selbstredend: Amerikanische) Soldaten, dahingemeuchelte Familien von Amerikanern ( "Der Patriot" ) , ne weinende Mutti die zwei Söhne im WW2 verloren hat und wo die gesamte Amerikanische Landungstruppe von "Omaha Beach" nix anderes im Kopf hat als den 3. Sohn zu finden um ihn zu Mutti zu schicken ( Soldat James Ryan), der Heuler ansich, auf das darauffolgende " Band of Brothers" gehe ich da nicht mehr weiter ein ..... "Glory Halleluja" ...
Tja, Antikriegsfilme .... der Gegner ist und bleibt da aber auch immer die Bestie. Die einzigen, die Antikriegsfilme drehen sind doch nur wir Deutschen ( "Der Untergang" ) ...
Hoffe, die Amis werden dann doch mal etwas Selbstkritischer wie im " der letzte Samurai". Der jetzige Filmkrieg, gegen die "Arabs" ist irgendwie nur die Fortsetzung von " der Wind und der Löwe" ... überall Heldenhafte Marines ...
Zurück zu Stones Machwerk .... lassen wir ihn machen. Kann doch jeder gucken oder es lassen. Ich jedenfalls steh nicht so drauf und werd mir, genau wie dem allseits so beliebten "Harry Potter", es Klemmen das zu gucken.
Herzliche Grüße,
Andreas
is doch bestimmt ein toll inszeniertes, heroisches, patriotisches remake vom original! meine reservierung für donnerstag liegt schon aufm schreibtisch. 😉
wer übrigens ne gute doku über die original inszenierung sehen will sollte mal auf meiner seite vorbeischaun!
lg
einen guten antikriegsfilm haben die amis aber gemacht
"full metal jacket" zeigt die marine corp ausbildung und spätere einsetzung der soldaten im vietnamkrieg da
ist echt hammer der film!