Broken Windows Theorie
Ebenso wie das Community Policing Konzept berücksichtigt auch die Broken Windows Theorie das sich wandelnde polizeiliche Aufgabenverständnis von einer Polizei, die ausschließlich Recht und Ordnung aufrecht erhält, hin zu einer Polizei, die im Mittelpunkt einer gesamtgesellschaftlichen Initiative zur Eindämmung von Kriminalität und Verbrechen steht.
Die Broken Windows Theorie wurde im März 1992 von den US-Amerikanern Lames Q. Wilson und George L. Kelling vorgestellt. Das Konzept besagt, daß die Nichtverfolgung geringfügiger Gesetzesverstöße schwerwiegendere Straftaten zur Folge hat: Steht z. B. ein Auto oder ein Haus in einer Straße unbeaufsichtigt, bleibt es über lange Zeit unbeeinträchtigt, wenn es äußerlich einen intakten Eindruck macht. Ist aber eine Scheibe zerbrochen, wird es - empirisch nachweisbar - bald aufgebrochen und ausgeplündert.
Erstmals hat die Polizei in New York Anfang der 90er Jahre praktische Konsequenzen aus den Erkenntnissen der Professoren Wilson und Kelling gezogen. Seitdem wird unnachgiebig auch gegen Vergehen wie das alltägliche Schwarzfahren oder das Verschandeln von Bahnen und Anlagen mit Graffiti-Sprühereien vorgegangen. Bei dieser Null-Toleranz gegen jede Art von Gesetzesverstößen geht es keinesfalls darum, einen Polizeistaat zu etablieren oder ansonsten gesetzestreue Bürger etwa wegen Nichtbeachtens einer roten Ampel im Straßenverkehr hinter Gitter zu bringen. Null-Toleranz im Zusammenhang mit der Broken Windows Theorie bedeutet vielmehr, daß jede Straftat, groß oder klein, verfolgt wird. Zu dem außergewöhnlichen Erfolg der Strategie in New York hat auch beigetragen, daß viele Festnahmen wegen schwerwiegender Straftaten wie beispielsweise Mord, Ergebnis einer genauen Überprüfung von Personen, die wegen sogenannter Bagatellstraftaten, wie die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel ohne Fahrschein, angehalten wurden. Durch konsequentes Vorgehen gegen jede Art von Delikten wurden in New York viele Gegenden an Bürger zurückgegeben, die sich früher fürchteten, dort hinzugehen.
Über die Anwendung der neuen Strategie hinaus wurden in New York mehrere tausend Polizisten neu eingestellt, mit Handys ausgerüstet, die Streifenwagen mit Computern und Funkverbindung zum Zentralcomputer ausgerüstet. Die Verantwortung wurde auf die Reviere zurückverlagert. Problemzonen können durch ein jederzeit aktuelles computergestütztes Kriminalitätsbild identifiziert werden. Videoüberwachung besonders gefährlicher Bereiche stellt Streifenbeamte frei. Auf dem Streifengang und dem im Stadtviertel bekannten Schutzmann liegt jetzt die Betonung, nicht auf spezialisierten und zentralisierten Stäben. Community Policing sucht als ergänzende Maßnahme das Gespräch mit Bürgern und Geschäftsinhabern, nimmt deren Sorgen ernst und setzt auf die Informationen, die so gewonnen werden können.
Sowohl Community Policing als auch die Anwendung der Broken Windows Theorie zeigen, daß neue und kreative Formen der Kriminalitätsbekämpfung unter Einschluß partnerschaftlicher Beziehungen zu den Bürgern einen erheblichen Beitrag zur Eindämmung von Verbrechen und Kriminalität leisten können.
Das lustige ist ja, dass die Definition von Straftaten kein natürliches Vorbild hat. So kann man also alles und jeden, wann immer man will zur Straftat machen.
Wer trifft hier die Entscheidungen mit welchem Recht ?
Sich das Recht zu nehmen, egal auf welche Weise, könnte auch schon eine Straftat sein.
[b]Richte nicht, auf dass du nicht gerichtet wirst![/b]
[b]Wer ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein![/b]
PS :
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[b]200 Beiträge !!!! [/b][/size]
;D ;D ;D
Vorbild oder nicht Vorbild - das ist hier die Frage... ::)
In Bezug auf die Verbrechensbekämpfung ist die Anwendung dieser Theorie zweifellos ein gewaltiger Erfolg. Es gibt gewiss noch viele weitere Möglichkeiten, die Kriminalität zu senken. Hier in meiner Heimatstadt sind mittlerweile ein Großteil der Busse und Bahnen mit Überwachungskameras ausgestattet - alle Bahnhöfe, Kreuzungen, Einkaufspassagen, etc. werden so schon lange observiert. Ich las von den Fortschritten zur Personenerkennung. Jedes Gesicht lässt sich durch zahlreiche Fixpunkte (Abstand zwischen Augen, Nase, Mund, etc.) exakt einer Person zuordnen - wie ein Fingerabdruck. Thermische Sensoren überprüfen die Wärmeverteilung auf der Haut - um sich nicht durch Masken täuschen zu lassen.
Man stelle sich vor, jede in Deutschland lebende Person ist in einem Bildachiv gespeichert (z.B. über den Personalausweis, Aufenthaltserlaubnis, etc). Jedem Gesicht wird nach mathematischen Verfahren eine bestimmte Kennzahl zugewiesen. Alle Überwachungskameras werden vernetzt und mit dem Bildarchiv abgeglichen. Es wäre dann ein leichtes, von jeder Person ein Bewegungsprofil anzulegen. Die Kennzahlen von gesuchten Personen könnten markiert werden, damit beim Erkennen dieser Personen sofort Alarm bei Polizei, BGS, etc. ausgelöst werden kann. Dies würde die Fahndungserfolge zweifellos grandios erhöhen. Viele potentielle Straftäter würden sich vielleicht doppelt und dreifach überlegen, ob sie wirklich einen Einbruch, Raub, etc. begehen wollen, wenn die Aufklärungsquote extrem steigt.
Soweit so gut. Die Griechen proben ja auch gerade jetzt bei der Olympiade derartige Möglichkeiten. Abgesehen von meinem allgemeinen Unbehagen gegenüber Überwachung denke ich jedoch einen Schritt weiter. Wenn aufgrund von Terrorängsten und Kriminalitätsbekämpfung erst einmal ein nahezu lückenloses Überwachungssystem fertig gestellt ist (und man ist gewiss schon sehr, sehr weit auf diesem Gebiet), wer wird es dann nutzen und wofür? Wird es dann wirklich nur zur Kriminalitätsbekämpfung und Terrorabwehr eingesetzt? Jeder kennt den alten Spruch: Wissen ist Macht. Werden die wirklich Mächtigen tatsächlich der Versuchung widerstehen, die totale Überwachung nicht nur gegen Kriminelle einzusetzen, sondern z.B. auch gegen Demonstranten, Gewerkschaftler, Arbeitslose, Studenten etc...
Vielleicht klingen diese Überlegungen etwas paranoid. Ich denke jedoch an den Ausspruch: "Es ist nicht die Frage ob du paranoid bist, es ist die Frage ob du paranoid genug bist für die Welt die dich umgibt."
Alles was machbar ist wird auch gemacht. Alles was Geld bringt erst recht ;D ::) :-/
Viele potentielle Straftäter würden sich vielleicht doppelt und dreifach überlegen, ob sie wirklich einen Einbruch, Raub, etc. begehen wollen, wenn die Aufklärungsquote extrem steigt.
Soweit so gut. Die Griechen proben ja auch gerade jetzt bei der Olympiade derartige Möglichkeiten.
Und was ist mit den Triebtäteren?
Wenn man die Menschen in Fernseh- und Kinofilmen, Serien und Musik dazu annimiert, Straftaten zu begehen, dann ist dieses "Zerstörte Fenster Konzept" doch nur geheuchelt. Viele Hollywood-Filme müßten erst einmal andere Inhalte bekommen. Hier wird grob fahrlässig mit dem Unterbewußten der Mitbürger gespielt. Und dann werden hinterlistig stark verschärfte Sicherheitsprogramme präsentiert. >:(
Kennt jemand den Satz: Wenn man irgendwo rein will, kommt man auch rein!?
100%ige Sicherheit gibt es nicht, außer sie kommt aus unserem Inneren. Das wiederum ist für gewisse Sicherheitsexperten zu weit hergeholt.
Zu Olympia: Bei der Olympiade 2000 ist zehnmal so viel für Sicherheit ausgegeben worden wie bei der 1996. Jetzt in Athen 2004 wird dreimal soviel für die Sicherheit ausgegeben wie 2000 in Australien.
Gruß Uranus32!